Mikro trifft Makro - Das Finanzmarktgespräch

Transkript

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00:00:00: Die Welt blickt derzeit gespannt auf den Iran und den fragilen Waffenstillstand.

00:00:04: Am Nadelöhr der internationalen Schiffer, dem Meerengel von Hormuz bleibt die Lage angespannt – von Entspannung keine Spur.

00:00:11: Bemerkenswert ist allerdings dass sich die Aktiemärkte bislang von den geopolitischen Turbulenzen wenig beeindruck zeigen.

00:00:18: Im Gegenteil viele Börsenindices stehen weiter stabil und wir werfen heute einen Blick darauf was die Märkte trägt.

00:00:26: Weniger optimistisch ist allerdings der Blick auf Deutschland.

00:00:29: Die Wirtschaftsweisen haben ihre Prognosen erneut deutlich nach unten korrigiert, das Wirtschaftswachstum bleibt aus und vom lang erwarteten Aufschwung ist aktuell wenig zu spüren.

00:00:39: Doch auch abseits der geopolitischen Themen gibt es spannende Entwicklungen und neue Erkenntnisse die wir heute betrachten werden.

00:00:47: Wie stark beeinflussen weltpolitische Krisen die Finanzmärkte?

00:00:51: Was sind die wichtigsten Weichenstellungen damit die deutsche Konjunktur wieder wächst Und welche Chancen und Risiken bieten Dividenden und ausgewählte Branchen gerade jetzt, trotz oder vielleicht sogar wegen der unsicheren Zeiten?

00:01:16: Hallo und herzlich willkommen zu Folge-einhundertfünfundfünfzig von Mikrotript Makro.

00:01:23: Und bei mir sitzt heute nicht der Chefvolkswirt, der Dekabank sondern sein geschätzter Kollege Joachim Schalmeier und er ist mir heute über unser virtuelles Studio zugeschaltet.

00:01:34: Hallo Joachib!

00:01:35: Grüß dich

00:01:36: Ja hallo!

00:01:38: Schön dass es geklappt hat heute.

00:01:40: du bist quasi die Urlaubsvertretung das hatten wir ja schon ein paar mal, dass du unseren Chefvolkst wird da kompetent vertreten darf.

00:01:46: Und ja, wie man sich denken kann stehen heute natürlich auch wieder die typischen Themen auf dem Zettel.

00:01:52: denn die Geopolitik das scheint sich dieses Jahr so durchzuziehen Das ist eigentlich der große Beweger an den Märkten.

00:02:00: und da schauen wir gleich mal Richtung Iran Richtung nach Ost.

00:02:04: Da haben wir einen einen Waffenstillstand gehabt, der aber nicht so hundertprozentig eingehalten wurde.

00:02:10: Und wie geht es denn jetzt weiter im Iran?

00:02:13: Sehen wir denn überhaupt eine Chance auf Lösung auf absehbare Zeit?

00:02:17: in der letzten Folge haben wir schon ein bisschen über die Hängepartie gesprochen.

00:02:20: Da ist jetzt die Frage, ist das denn jetzt die Hengepartie oder schimmert doch eine Lösung des Konflikts am Horizont?

00:02:27: Ja, das bleibt eine Hängeparty.

00:02:31: also wir sehen doch mit jeder Woche die verstreicht dass einfach diplomatische Bemühungen sich unglaublich schwierig gestalten, was diesen Konflikt anbelangt.

00:02:43: Man hat immer wieder... Die Hoffnung wird ja auch durchaus von Donald Trump dann immer mal wieder geschürt.

00:02:49: Man ist jetzt kurz vorn im Abschluss und all die Themen, die Kapitalmärkte reagieren ja dadurch aus auch immer wieder positiv drauf.

00:02:57: also die Kapitarmärkte nehmen jeden Strohhalm der Hoffnung durchaus um ein bisschen höher zu handeln aber es folgt ihr dann in der Regel nicht direkt das Dementi.

00:03:08: aber man sieht dann doch dass sich da nichts Konkretes ergibt muss einfach in der Summe festhalten, dass es sehr schwierig ist hier diplomatisch auf einen Konsens zu kommen.

00:03:24: Man hat immerhin den Waffenstillstand.

00:03:26: Du hast das angesprochen und man hat den Waffenstillstand jetzt auch erstmal verlängert.

00:03:31: Das ist natürlich grundsätzlich gut aber der Waffenstilstand ist brüchig.

00:03:34: Das sehen wir vor allen Dingen ja im Libanon.

00:03:41: hier einfach auch die kriegerischen Auseinandersetzungen weitergehen und solange das immer wieder aufflampt bzw.

00:03:49: einfach in Gang ist, wird es natürlich schwierig mit dem Iran in tragbare belastbare Verhandlungen reinzukommen.

00:03:56: also von daher wir müssen lernen dass einfach die diplomatische Lösung sich schwieriger gestaltet als gedacht.

00:04:03: Wir müssen damit rechnen, dass das Ganze noch ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen wird.

00:04:09: auf der anderen Seite haben wir die letzten Wochen auch gelernt, dass trotz nach wie vor einem totalen Stillstand in der Straße von Hormuz bis auf jetzt ganz vereinzelte Schiffe, die mal durchgekommen sind aber grundsätzlich im Stillstand an der Straße vom Hormus das die Weltwirtschaft wesentlich besser mit so einer Sperrung zurechtkommt als jeder Fachexperte im Vorfeld gedacht hätte.

00:04:37: Und das fließt immer noch kein Öl.

00:04:40: Wir haben die Preisreaktion, aber auch nicht über das hinaus was wir als erste Reaktion an den Rohölmärkten hatten und müssen doch lernen dass man wesentlich besser mit eben der fehlenden Versorgung zurechtkommt.

00:04:58: Das ist natürlich eine Erkenntnis Endlos, sondern das ist sicherlich auch endlich.

00:05:05: Aber man kann zumindest mal dieses Zeitfenster, wo man dachte, das Ganze wird jetzt kritisch.

00:05:11: Das kann man so ein bisschen nach vorne schieben.

00:05:13: Also von daher hat man in der Hinsicht eine ganz leichte Entspannung, dass es nicht unmittelbar zum Katastrophenfallversorgungsengpaßseite gekommen ist.

00:05:25: Also das kann man bisschen nach vorn schieben, aber natürlich auch begrenzt irgendwann.

00:05:30: Und auf der anderen Seite lernt man, dass es einfach sehr schwer sein wird hier wirklich diplomatisch zu einer tragfähigen Lösung zu kommen.

00:05:40: und damit sind wir natürlich weiter in der Späbe.

00:05:43: Trotzdem die angesprochene Straße von Hormuz, die ist ja, kann man so sagen aktuell der Druckpunkt der Weltwirtschaft.

00:05:50: Also da drückt es richtig über so eine Massage müsste man da jetzt eigentlich ansetzen.

00:05:54: das versucht Donald Trump auch.

00:05:56: aber er kommt du hast eben schon gesagt diplomatisch stand nicht so richtig durch und Das wird ihn ja auch wahrscheinlich innenpolitisch recht Schwachstellen eigentlich, weil jetzt ja diese ganzen Preissteigerungen auch in den USA ankommen.

00:06:09: Wer ist hier reingegangen?

00:06:10: In den Krieg mit der Annahme naja das wird uns nicht so treffen wir haben ja unser eigenes Öl Wir haben das Fracking, wir haben eigene Ölkwellen da brauchen wir gar kein Öl.

00:06:19: aus der Straße von Hormuz.

00:06:20: Da hat sich allerdings gezeigt er hatte die Rechnung ohne den globalen Markt gemacht.

00:06:24: Denn der globale Markt sorgt jetzt dafür dass auch die amerikanischen Ölkonzerne das eigene Öl Ja, einfach auf dem Weltmarkt beziehungsweise zu Weltmarktpreisen verkaufen.

00:06:33: und das wird ihn natürlich jetzt auch im Endeffekt in den USA ansehen kosten weil der war ja der Präsident der gesagt hat er bringt die Wirtschaft wieder auf Spur.

00:06:44: Moment machte eher das Gegenteil.

00:06:46: Und zwar mit der gesamten Weltwirtschaft.

00:06:48: absolut also man wollte sich ja aus internationalen Konflikten Kriegs-Kriegsherden einfach raushalten.

00:06:57: Das war ja auch sozusagen eines der zentralen Themen.

00:07:02: Deswegen hat man dann natürlich schon mal innerhalb der US-Administration ja auch große Gegensätze, also da hat man im republikanischen Lager natürlich große Diskussionen wie dieser Einsatz Iran, denn da überhaupt grundsätzlich reinpasst.

00:07:17: Das ist das Erste, wo es nicht nur in der Gesamtbevölkerung sondern vor allen Dingen auch in der republikanischen Partei selber die Meinungen ein Stück weit auseinander gehen.

00:07:25: oder das Zweite was du angesprochen hast absolut.

00:07:29: Der US-Konsument spürt jeden Tag die Kriegsfolgen auch nämlich an der Tankstelle und zwar deutlich.

00:07:43: Der Hauptpunkt, wo es die amerikanische Bevölkerung deutlich spürt.

00:07:48: Sie spürte schon viel weniger beim Gaspreis.

00:07:51: Die Gaspreise in den USA haben sich komplett entkoppelt von denen Europa.

00:07:55: In Europa haben wir höhere Gaspreiser.

00:07:58: Wir haben eher mal Sorgen vor niedrigen Versorgungsständen.

00:08:04: Es sind niedrige Speicherstände auch in diese Krise reingegangen.

00:08:10: Das ist in den USA nicht der Fall, sondern wir haben ausreichend Gas und wir haben auch eine ausreichende Versorgungssicherheit.

00:08:18: Die USA können jetzt sehr viel Energie exportieren das machen sie auch.

00:08:23: also dass es sicherlich wenn man das jetzt mal so ein bisschen in Reihenfolge bringt muss ich sagen ja man fragt sich in einer republikanischen Partei wo der Krieg hinführen soll und man wollte sich eigentlich raushalten aus Dingen.

00:08:36: die Bevölkerung fragt sich das gleiche Plus spürt natürlich die Folgen vor allen Dingen beim Benzinpreis in den USA.

00:08:45: Aber man muss auch sagen, die US-Wirtschaft hält das ganze Thema Iran und die Auswirkungen einfach noch mit am besten aus.

00:08:55: Wir haben kaum ... Sehen wir eine Abschwächung in der Wirtschaft in den

00:09:00: U.S.,

00:09:01: die Unternehmensstimmung im Gegenteil ist sehr gut.

00:09:04: Die Investitionstätigkeit ist gut Die Konsumentenstimmung ist ein bisschen angeknackst, das ist schon richtig.

00:09:11: Aber grundsätzlich haben wir einen stabilen Arbeitsmarkt und die Triggerarbeitslosenquote all diese Themen.

00:09:18: also man spürte Effekte in den USA aber bei weitem nicht so stark wie in anderen Teilen der Welt und von daher haben auch die USA da vielleicht etwas mehr Zeit in den Verhandlungen, als ja vielleicht die Inder oder die Europäer wo dann doch die Versorgungslage mit Rohstoffen eine ganz andere ist als in den USA.

00:09:46: Und dennoch auf der anderen Seite ist es so dass die Aktienmärkte das ganze du hast es eben auch schon gesagt recht locker wegstecken.

00:09:53: also wir merken derzeit auf der aktien seite zumindest relativ wenig von diesem konflikt von den extrem hohen energie kosten.

00:10:02: Wir merken es vielleicht ein bisschen auf der inflationsseite aber auch da noch geht's einigermaßen.

00:10:08: ich hätte es schlimmer erwartet.

00:10:10: Dennoch, der Aktienmarkt läuft.

00:10:13: Was steckt denn dahinter?

00:10:14: Also ist es tatsächlich das Thema Technologie KI die merkt jetzt so stark treibt dass der Konflikt eigentlich gar nicht so sehr zu Buch schlägt.

00:10:23: oder was steckt hinter den doch überraschend stabilen Aktienmärkten?

00:10:28: Ja, das ist der KI-Trade absolut.

00:10:31: also das ist wirklich diese unglaubliche Dynamik in diesem KI-Trade steckt.

00:10:43: Das ist der mit Abstands wichtigste Treiber hinter dieser Börsenmarkt-Relle.

00:10:50: Wir erreichen ja eigentlich permanent neue Rekordstände, das gilt für die NASDAQ genauso wie für den S&P-Fundert, gilt aber auch für beispielsweise den japanischen Aktienmarkt und auch den koreanischen.

00:11:07: Und allein das zeigt auch schon, wie diese Aktienmaterialie geartet ist.

00:11:13: Wo es ihren Ursprung hat, dass es eben genau in diesen KI-Trade und allen was daran gehört.

00:11:20: Zuletzt vor allen Dingen der Halbleitersektor, da ja vor allem dann den koreanischen Aktienmarkt mit voller Wucht auf neue Rekordstände katapultiert hat kann man schon sagen Das ist dieses Thema warum die Aktienmerkte hier trotz der Situation im Iran einfach unbeirrt weiter nach oben.

00:11:42: Jetzt kann man sagen, naja gut, kommt da irgendwann mal das Böse erwachen?

00:11:47: Das hängt natürlich so ein bisschen auch damit zusammen wie es in Iran durchaus weitergeht.

00:11:52: Das ist schon klar.

00:11:53: also die Aktienmärkte blenden natürlich auch das Risikoszenario aus.

00:11:58: Der Risikostenario wäre ja wirklich eins wo wir dann doch noch in wirkliche Versorgungsengpässe reinkommen, die dann auch eine deutliche wirtschaftliche Gefahren mit sich bringen würde und worauf natürlich dann auch die Risikomerkte erstmal verschnupft reagieren würden.

00:12:19: Da geht man im Moment darüber hinweg weil man sich zu Recht würde sagen einfach auf diese unglaubliche Gewinndynamik dieser Tech-Plattform KI Unternehmen fokussiert, denn es ist ja nicht so dass trotz der Rallye irgendwie die Bewertung ansteigen würden.

00:12:40: Sondern das Gegenteil ist der Fall!

00:12:42: Wir haben eine unglaubliche Rally in den Kursen am Aktienmarkt und die Bewerbungen gehen sogar leicht runter.

00:12:48: Das heißt was wir aktuell sehen ist eine wirklich außerordentlich dynamische Aufwärtsbewegung in den Unternehmensgewinn und zwar im Ausmaß, wie man das historisch eigentlich in einzelnen Quartalen noch nie gesehen hat.

00:13:05: Also ich will da mal jetzt die QEINS-Berichtserstattung in Erinnerung rufen.

00:13:12: Analysten waren in der QEINs Berichterstattung der Unternehmen schon recht positiv gestartet.

00:13:17: Man hatte gedacht sie Unternehmen können so um die zwölf Prozent ihre Gewinne gegenüber dem Vorjahresquartal steigern.

00:13:26: Rausgekommen sind über dreiundzwanzig Prozent Gewinnanstieg, also diese Dynamik in den Unternehmensgewinnen wird nach wie vor wirklich massiv unterschätzt Und ich meine, wir haben schon zwei Monate vom zweiten Quartal rum.

00:13:44: Das heißt ab Mitte Juli gibt es dann die neuen Ergebniszahlen der Unternehmen für das gerade laufende zweite Quartale und wenn man sich so den Newsflow und die Entwicklung anschaut, wird das auch wieder ein gutes Quartall werden.

00:14:00: also Es ist recht unwahrscheinlich, dass wir jetzt im zweiten Quartal plötzlich in der breiten riesige Enttäuschung bekommen würden.

00:14:08: Sodass man sagen muss Wir haben es einfach mit einem absolut außergewöhnlichen Gewinnzyklus zu tun.

00:14:17: Das ist natürlich sicherlich auch endlich aber eben kurzfristig.

00:14:21: unmittelbar steht das nicht bevor Denn wir sehen ja, dass die Knappheiten bis zum aktuellen Rand anhalten und sich die Knappheiten durchaus auch ein bisschen breiter in der Unternehmenslandschaft zeigen, also nicht nur die kleine Handvoll von Chipherstellern sondern durchaus auch n bisschen in die Breite dann reingeht weil wir einfach diese unglaubliche Investitionswelle haben.

00:14:52: Und genau das ist der Grund warum die Aktienmärkte so gut laufen.

00:14:59: Es ist wirklich eine einzigartige Unternehmensgewinn-Dynamik, die die Kurse nach oben treibt.

00:15:06: Ja und wir sehen es ja auch beim deutschen Index, beim deutschen Aktienindex, beim DAX der steht ja derzeit auch schon wieder also zumindest zum Zeitpunkt der Aufnahme über twentyfünftausend Punkten.

00:15:17: das war ja was wo ich gedacht hätte vor knapp drei Monaten.

00:15:20: naja da werden wir jetzt erst mal ne zeitlang drunter bleiben aber mit nichten extrem gewachsen und das obwohl der deutschen wirtschaft jetzt durch die wirtschaftsweisen noch mal attestiert wurde.

00:15:31: Naja dieses Jahr wird es nicht ganz so toll mit dem wachstum.

00:15:34: wir rechnen immer naja man kann sagen mehr oder weniger mit einer schwarzen null, wie sieht ihr denn die lage von deutschland in diesem jahr?

00:15:40: ist es wirklich die gute schwarze null auf die wir hoffen können?

00:15:44: Oder wie schaut ihr auf die deutsche wirtschaft?

00:15:46: vielleicht kriegen wir auch eine überraschung im zweiten halbjahr.

00:15:49: ja also die deutsche Wirtschaft die tut sich die tut sich im internationalen Vergleich schon unglaublich schwer.

00:15:57: Das kann man gar nicht anders sagen, es sind ja diese bekannte Mix aus Faktoren.

00:16:04: also sprich wir haben die Industrien, die einfach international dem größten Wettbewerb ausgesetzt sind gerade über China hinaus haben natürlich den Gegenwind durch die Zölle von Trump, der den internationalen Warenverkehr tatsächlich umgelenkt und verändert hat.

00:16:25: Wir haben eine schwierige Kostensituation hier in Deutschland vor allen Dingen was Energiepreise anbelangt, das ist natürlich jetzt nochmal verstärkt dann auch durch den Krieg im Iran.

00:16:41: Also es ist wirklich diese unglückliche Mischung der wir hier in der deutschen Wirtschaft ausgesetzt sind und da kann man nicht allzu viel Hoffnung machen dass das konjunkturell ad hoc irgendwo zeitnah jetzt im zweiten oder dritten Quartal besser wird.

00:16:58: Deswegen haben wir ein niedriges Wachstum.

00:17:01: Wir rechnen mit einem Null, sieben Prozent Wachstoom.

00:17:05: Das sind wir durchaus ein bisschen höher.

00:17:08: Wollte ich gerade sagen, ihr seid etwas positiver als die Wirtschaftsweisen?

00:17:11: Ja

00:17:12: und die Bundesregierung selber hat ja auch in der Niedrige sich die Hürde gelegt.

00:17:17: also ein bisschen was bekommen wir an Basiseffekt bei Arbeitstage usw.

00:17:24: Ja,

00:17:25: das ist immer mit euren Zusatztagen.

00:17:27: Dass ihr sagt, dass ein Arbeitstag mehr nächstes Jahr oder dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr da wird es dann zero Komma drei Prozent besser.

00:17:36: Aber das gibt's ja auch Saison bereinigt, dass man dann sagt ne wir rechnen das raus und legen das quasi um damit wir auch wissen wie wärs denn wenn dieser zusätzliche Tag nicht dabei wäre?

00:17:46: Genau!

00:17:47: Und da is einfach die Flughöhe insgesamt was die deutsche Wirtschaft anbelangt einfach extrem ernüchternd.

00:17:55: Wir dürfen nicht vergessen, wir kommen aus dieser ewigen Phase der Stagnation.

00:18:01: Wir haben eigentlich den Rückenbild über die riesigen fiskalischen Pakete.

00:18:08: Leider, er hat zu einem großen Teil halt zweckentfremdet wurden.

00:18:13: Ja und die Effekte verpuffen jetzt zusätzlich im Rahmen dieser ganzen Schwierigkeiten, die wir haben eigentlich mehr oder weniger.

00:18:19: also man hatte ja einen positiven Wachstumsimpuls sich davon erhofft und jetzt durch die geopolitische Situation wird es so ein bisschen aufgefressen.

00:18:27: eigentlich

00:18:28: ist wird ein bisschen aufgefressen, aber wir dürfen es jetzt auch nicht zu schlecht reden.

00:18:33: Also wir haben schon einen positiven Impuls aus den Sondervermögen und da kommt was an.

00:18:40: Da wird auch etwas investiert.

00:18:42: Was denke ich für eine gewisse Frustration durchaus mittlerweile sorgt?

00:18:47: Das kann man schon so sagen ist einfach dass dieser Impuls relativ zu dem, was möglich gewesen wäre einfach zu gering ist.

00:18:56: So würde ich es ausdrucken.

00:18:57: also von daher wir haben in diesem Jahr einen positiven Impuls.

00:19:00: Wir bekommen auch im nächsten Jahr natürlich ein deutlichem positiven fiskalischen Impuls.

00:19:05: aber wir reden dann immer noch am nächsten Jahr von Wachstumsraten die gerade mal so bei den ein Prozent sind.

00:19:13: Also Dynamik sieht anders aus.

00:19:15: das ist der Punkt.

00:19:17: Und wir hätten gerade für die deutsche Volkswirtschaft, das ist natürlich gut daran.

00:19:23: Die Stagnation der letzten Jahre mit deutlich mehr Dynamik dann auch wieder aufzuholen denn wir müssen natürlich hinterher rennen und es ist mühsam.

00:19:31: also von daher der Ausblick für die Deutsche Wirtschaft.

00:19:34: er ist deutlich bewölkt und da hilft jetzt natürlich die Thematik Krieg im Iran wenig.

00:19:41: Dass das bei den Aktienmärkten, du hast den DAX-Eingangs angesprochen.

00:19:47: Nicht voll zu buch schlägt liegt natürlich ein Stück weit an der internationalen Ausrichtung des DAX.

00:19:53: aber und es muss man schon sagen Der DAX tut sich mittlerweile auch im internationalen Vergleich halt schwer.

00:20:01: also ich meine dass ist ein erfreuliches Ergebnis.

00:20:03: wir liegen drei Prozent jetzt im Plus Seit Jahresanfang mit der Dividende.

00:20:11: Rein vor den Kursen sind wir ungefähr plus minus null und das ist natürlich, wenn man sich jetzt international mal umschaut es ist natürlich eher im unteren Drittel des regionalen Spektrums.

00:20:24: also Es ist schon durchaus so dass diese dauerhafte eher mal Schwäche der deutschen Wirtschaft auch ein Stück weit sich im DAX reflektiert.

00:20:36: Aber die Argumente, dass der DAX natürlich hauptsächlich auch ein internationaler Index ist.

00:20:44: Das bewahrt ihn davor, dass wir hier noch schlechter abschneiden und es wird ihm natürlich auch helfen wenn sich erstens die Situation im Iran dann in den nächsten vier acht Wochen möglicherweise dann doch entspannt auflösen sollte.

00:20:59: Dann kommen natürlich auch die ganzen zyklischen Themen zurück und das wird dem DAX Index dann natürlich auch unterstützend helfen.

00:21:08: Parallel haben wir auch die Saison rund um Hauptversammlungen.

00:21:12: Es wurden Dividenden gezahlt, du hast eben auch schon angesprochen.

00:21:14: Die DAX-Entwicklung ist meistens ja mit Dividende ausgewiesen also die werden quasi wieder angelegt und werden reingerechnet.

00:21:22: Wie läuft denn die aktuelle Dividendensaison?

00:21:24: Hauptversamlungssaison seid ihr da zufrieden?

00:21:27: Gibt es wieder ein Rekord in Deutschland oder ist es auch so ein bisschen verhaltener geworden was die Dividenten angeht?

00:21:33: Wahnsinn!

00:21:34: Also wir haben uns da komplett verrechnet.

00:21:39: Und zwar waren wir schon positiv, also wir haben gedacht es gibt fast einen Dividendenrekord wieder und jetzt wurden wir erneut... richtig positiv überrascht, also es ist wirklich unglaublich.

00:21:51: Die Ausschüttung.

00:21:52: wenn ich mir das so anschaue jetzt durch die einzelnen daneben gehe und da mal im Summenstrich drunter setze dann kommen da drei Komma sieben Milliarden Euro mehr an Ausschützung raus als wir Anfang dieses Jahres gedacht hatten, ja.

00:22:10: Also wir kommen bei ungefähr siechsenvierzig-kommassiven Milliarden jetzt raus und damit sind wir wieder... haben wir ein Rekordstand.

00:22:18: also die Unternehmenschütten für das letzte fürs ablaufende Jahr reichlich aus und es ist natürlich was zur Performance, also zum Gesamtertrag des Aktieninvestments natürlich jetzt in diesem Jahr positiv und zwar spürbar positiv beiträgt.

00:22:43: Gibt es da irgendwelche Branchen, wo du sagst die sind besonders relevant in dieser Dividendensaison oder da ist besonders kritisch also Automobil könnte ich mir vorstellen?

00:22:53: Jetzt so aus dem Gefühl raus zumindest mal.

00:22:55: Wäre ich jetzt gesagt jetzt eher kritisch

00:22:58: Absolut, direkt das ist ja das Erstaunliche.

00:23:01: Also gerade da kam die größte Überraschung her.

00:23:04: Positiv!

00:23:05: Das war wahrscheinlich auch der Grund warum ihr ein bisschen schlechter gerechtet habt weil ihr gesagt habt naja da erwarten wir nicht so viel und dann kam mehr als gedacht um die Leute vielleicht auch bei Laune zu halten.

00:23:13: Das darf man auch nicht vergessen, weil die Dividende ist ja auch im psychologisches Mittel nicht nur ein Auszahlungsmittel sondern zu zeigen naja wir haben noch Dividenden bleibt bitte investiert bleibt bei uns

00:23:23: Absolut, es ist ein Signaleffekt.

00:23:26: Also mit einer gleichbleibenden oder steigenden Dividende signalisiert man natürlich ein Stück weit auch dem Markt.

00:23:34: also wir erwarten schon auch dass unsere Geschäfte das weiter hergeben, dass wir Dividenden auf diesem Niveau oder sogar eben noch höheren Niveaus dann in Zukunft ausschütten können.

00:23:47: Das ist natürlich das Signal was damit verknüpft wird.

00:23:51: Wir waren dann ein bisschen vorsichtiger und wir sind auch der Meinung, dass die Ausschüttungsquoten also das Verhältnis der Ausschützung zum insgesamt erwirtschaftenden Gewinn mittlerweile doch gerade bei den Automobilen deutlich angestiegen sind.

00:24:13: Also hier wird auch mittlerweile aus der Substanz ausgeschüttet Und das ist etwas, wo man doch ein bisschen vorsichtiger werden sollte.

00:24:24: Ob die Ausschüttung jetzt in dieser Größenordnung und dass man eben hier auch nochmal Erhöhungen dann teilweise vorgenommen hat.

00:24:34: Ob es im Umfeld, wo die ganze Industrie sich ja wirklich in einem massiven Wandel befindet der ja auch noch voll in Gang ist.

00:24:46: Wir bekommen gerade noch diese unglaubliche Konkurrenz gerade in den Bereichen auch aus China zu spüren.

00:24:55: Von daher, also es ist jetzt erstmal erfreulich für Aktionärinnen und Aktionäre die von diesen dividenden Ausschüttungen profitiert haben aber Man muss schon auch gerade in diesen Branchen mit einem realistischen Blick herangehen und sehen, dass da viel strukturell im Umbruch ist.

00:25:16: Dass da auch in Zukunft sicherlich einiges an Investitionen... notwendig sein wird und damit dieses Verhältnis von Ausschüttungsquote zur Wirtschaftengewinne ist sicherlich nicht mehr weiter ausdehendbar.

00:25:32: Also das heißt, es muss dann jetzt auch wirklich aus den Gewinnen kommen.

00:25:36: nur noch höhere Ausschützungsquoten würden dann irgendwann eher einen gegenteiligen Effekt haben nämlich dass Anlegerinnen und Anlegers da eher ein bisschen skeptisch drauf

00:25:44: schauen.

00:25:45: Absolut verständlich auch.

00:25:47: Ja, ich glaube wir haben jetzt ziemlich viele Themen gestreift würde ich sagen.

00:25:52: Auch so die wichtigsten Themen dieser Tage gestreiften gibt es ja noch Themen wo du sagst naja das liegt hier auch noch auf meinem Schreibtisch oder naja auf dem virtuellen Schreibtische zumindest heutzutage denn so richtig Papier hat mir eigentlich gar nicht mehr auf den Schreibtischen.

00:26:04: wo du sagtest naja dass sind auch spannende Themen die darf man nicht aus den Augen verlieren.

00:26:09: Ja, du hast vorhin ganz kurz gestreift.

00:26:12: Du hast die Inflationsraten angesprochen gehabt und das ist natürlich schon ein Thema was nicht nur alle unsere Kunden wir als Konsumenten tagtäglich spüren.

00:26:27: Die Inflation ist auf den Vormarsch.

00:26:30: Wir sind wieder von den Inflationsraten gut über der drei Prozent liegen hier bei rund dreieinhalb Prozent.

00:26:37: In den USA kratzt man an der vier Prozentmarke für die Gesamtraten, ja?

00:26:44: Die Kernraten haben jetzt mal eben gerade die Energiepreise, die eben so stark angestiegen sind, rausrechnet und dann sind wir da Prozentpunkt niedriger, aber auch deutlich über den Zielmarken der Notenbanken.

00:26:57: Also sprich das Thema Inflation ist natürlich ein ganz zentrales Thema für die kapitalen Märkte zurzeit.

00:27:04: man sieht es ja auch an den Rentenmärkten.

00:27:06: Die Rentenmerke sind ja deutlich nervöser als die Aktienmärkte, wir haben jetzt ganz lange über die Aktiemerkze gesprochen, aber an den Rendenmärken blickt man mit einer erhöhten Nervosität auf diese Inflationsentwicklung.

00:27:21: Und das hat natürlich auch gerade mit Blick auf die Geldpolitik Auswirkungen, auf die geldpolitischen Erwartung der Marktteilnehmer.

00:27:32: Also die Marktteilnehmers erwarten mittlerweile dass die EZB die Zinsen noch in diesem Jahr um rund seventy-fünf Basispunkte anheben wird.

00:27:44: In den USA hat man erwartete Zinssenkungen komplett herausgenommen.

00:27:50: Auch hier hat man mittlerweile sogar eine leichte Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Fett nochmal die Zinzen anheben könnte.

00:27:56: also da hat sich wirklich ganz viel in den letzten Wochen getan getrieben durch das durch den Iran Krieg, getrieben Energiekostnesteigerungen, eben diese jetzt auch erhöhten Inflationsraten und damit die Erwartung der Kapitalmärkte dass die Notenbanken darauf reagieren werden.

00:28:16: Wir werden das schon nächste Woche sehen!

00:28:19: Die EZB kommt ja zum Zinsentscheid zusammen und naja ich sage mal so alles andere als eine Zinzerhöhung wäre jetzt wirklich ne handfeste Überraschung.

00:28:29: also der Markt geht felsenfester davon aus erhöhen wird, wenn sie im Juni jetzt zusammenkommt.

00:28:39: Die Frage ist wie geht es dann weiter?

00:28:43: Wir glauben dass die Erwartung das man tatsächlich dreimal A-Fünfundzwanzigbasispunkt erhöht.

00:28:50: Das ist ein bisschen arg weit.

00:28:54: Das können wir uns nicht vorstellen und Das ist natürlich dann auf der anderen Seite wieder ein bisschen beruhigend.

00:29:00: D.h.,

00:29:01: die Rentenmärkte haben sozusagen schon, wie heißt es immer so schön?

00:29:05: Worst Case oder man hat da schon mal relativ viel eingepreist und dass das jetzt noch mal schlechter kommt, das ist dann schon sehr schwierig.

00:29:15: Und das ist ja immer was, wonach die Kapitalmärkten handeln.

00:29:18: Es sind dann die Erwartungen, d.h.

00:29:19: die Erwartung sind jetzt schon sehr horchisch, wie es heißt.

00:29:22: also die Notenbanken werden deutlich darauf reagieren was sich da eben an der Inflationsfront abzeichnet und das ermöglicht dann eher oder eröffnet eher die Chance, dass es vielleicht nicht ganz so deutlich kommt.

00:29:37: Und wir auch auf der Zinsseite dann wieder ein bisschen relativ zu dem, was der Markt jetzt gerade einpreist, auch wieder ein bißchen durchatmen können.

00:29:47: Ja, das sind zumindest jetzt mal Aussichten mit denen man arbeiten kann.

00:29:51: Was heißt es aber dann für Anlegerinnen und Anlegers?

00:29:54: Das heißt höhere Zinsen heisst natürlich auch vielleicht ein bisschen mehr Zins auf Tagesgeldkonten, bisschen mehr zinsen für Festanlagen beispielsweise.

00:30:02: was heißt dann für die Aktienmärkte?

00:30:04: normalerweise so habe ich gelernt steigende Zins fallen der Aktien Märkte eigentlich.

00:30:09: Ja, da hast du grundsätzlich recht steigende Zinsen.

00:30:13: Drücken immer auf die Bewertungen machen natürlich Finanzierung teurer und all die Themen an die man das verknüpfen kann.

00:30:20: aber da geht eben auch der die im Kapitalmarkt eingepreisten Zins reflektieren eben schon wesentlich höherer Niveau.

00:30:31: Es ist ja immer so dieses Überraschungsmoment.

00:30:33: Also wenn jetzt eine sehr hohe Erhöhung kommt, beispielsweise nicht Null-Fünfundzwanzig wie erwartet sondern Nullfünfzig beispielsweise dann würden die Märkte deutlich reagieren?

00:30:42: Exakt!

00:30:42: Das wäre etwas was die Märkte dann wirklich nervös machen würde, wenn man allerdings jetzt Fünfund zwanzig Basispunkte am elften Juni bekommt und gleichzeitig einen sehr ausgewogenen Ausblick über Chancen- und Risiken auch des Inflationsverläuschs vornimmt, dann kann es eher sein dass der Kapitalmarkt von seiner sehr pessimistischen Sichtweise nämlich drei Zinsschritte insgesamt in diesem Jahr vielleicht sogar ein bisschen runter kommen muss.

00:31:10: Und das wäre dann wieder was fast durchaus leicht positiv auf die Risikomerklein, also auch auf die Aktienmärkte wirken könnte.

00:31:18: Also auch da ist viel Psychologie im Spiel ähnlich, wie bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft.

00:31:23: Da stehen wir ja auch kurz vor dem Anstoß sozusagen.

00:31:27: und dann hoffen wir mal dass die EZB mit ihrer Zinsentscheidung kein Eigentor schießt sondern genau auf den richtigen Stürmersetz sozusagen.

00:31:38: Joachim vielen Dank für deine Einschätzung, für deine Expertise heute hier bei der doch sehr volatilen Marktphase, in der wir uns jetzt aktuell mal muss was sagen.

00:31:47: Mal wieder befinden denn irgendwie gefühlt einmal im Jahr haben wir so eine Phase meistens irgendwie auch im Frühjahr.

00:31:53: Hoffen wir mal dass sich das so bewahrheitet und dass es nach dem Sommer vielleicht wieder ein bisschen ruhiger wird an den Märkten.

00:31:57: ich glaube alle könnten es gebrauchen die Weltwirtschaft auch.

00:32:00: Wenn Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, Fragen haben an uns – und natürlich vor allem auch an unsere Volkswerte und Volkswirtinnen – dann schreiben sie uns doch gerne eine E-Mail an podcastatdk.de mit Themenvorschlägen, mit konkreten Fragestellungen oder einfach mit Themen die wir mal in den Podcast aufnehmen sollen.

00:32:18: Da freuen wir uns immer sehr wenn wir auch einmal mitbekommen was Sie so umtreibt draußen und was vielleicht zu Sorgen sind, die man sich macht rund um das Thema Kapitalmärkte.

00:32:28: Das war's von uns für heute.

00:32:30: Macht es gut und bis bald, tschüss!