Mikro trifft Makro - Das Finanzmarktgespräch

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00:00:00: Drei Wochen ist es her, dass Israel und die USA den Iran angegriffen haben.

00:00:04: Und eigentlich sollte der krieggemäß erster Lesart Donald Trumps bereits in einer Woche etwa Geschichte sein.

00:00:11: Danach sieht das allerdings nicht aus.

00:00:14: Zu groß ist der Widerstand, den die iranischen Truppen leisten – zu groß sind die Gefahren, die von ihren Drohnen ausgehen!

00:00:21: Insbesondere das Pfand der Mehrenghe von Hormuz wiegt schwer in diesem Konflikt….

00:00:26: Denn weiterhin ist es der Ölpreis, der die Wirtschaft und damit die Börsen in Atem hält.

00:00:31: Und es kann gut sein, dass wir diesen noch eine gewisse Zeit anhalten müssen – denn nun kommen auch noch Zinsängste bei den Börsensprofis auf!

00:00:39: Wie sehr stehen die Zeichen auf Kriegsende?

00:00:42: Welches wirtschaftliches Szenario ist wahrscheinlich?

00:00:44: und was hat das alles jetzt mit den Zinsen zu tun?

00:00:48: Wir sprechen drüber in dieser Folge.

00:00:56: Das

00:00:56: Finanzmarktgespräch

00:00:58: der DK Bank.

00:01:02: Hallo und herzlich willkommen zur einhundertfünfzigsten Folge Micro Drift Makro!

00:01:09: Heute ist Montag, der Dreiundzwanzigste März, zweitausendsechsundzwantig.

00:01:14: Und bei mir sitzt der Chefvolkswirt der Dk Bank, Doktor Ulrich Carter.

00:01:17: Guten Morgen Ulrich!

00:01:18: Guten Morgen!

00:01:20: Ja, erstmal herzlichen Glückwunsch zu hundertfünfzigsten Folge die du durchgestanden hast.

00:01:24: Hätten

00:01:24: uns ein bisschen besseren Inhalt gewünscht.

00:01:28: Zum Feiern ist einem nicht so zum Wut.

00:01:29: in der aktuellen Zeit denn wir reden weiterhin über Krieg im Nahen Osten.

00:01:36: vor drei Wochen begonnen hat wird leider weitergeführt.

00:01:39: Wir haben weiterhin auch entsprechende Auswirkungen auf die Märkte, besonders am Freitag hat man es stark gesehen.

00:01:44: da ist der DAX und der Eurostock sind doch erheblich eingeknickt.

00:01:49: heute morgen geht's weiter bergab.

00:01:51: deswegen senden wir auch ein bisschen früher und schauen mal auf die aktuelle Lage.

00:01:56: Man könnte ja denken mehr.

00:01:57: das ist alles beim Alten.

00:01:58: es ist weiterhin Krieg im Nahen Osten aber dennoch hat sich die Lage ja ein bisschen verändert bei euch aus.

00:02:06: Also wenn wir über die Szenarien sprechen, die ihr immer betrachtet hat sich was geändert wahrscheinlich ja schon?

00:02:11: Ja im ganzen Kapitarmarkt hat sich etwas gravierend geändert.

00:02:15: Nächsten Woche ist viel diskutiert worden natürlich auch bei uns bis hin zum Wochenende hierherein und die Sénarien sind allen Teilen umgestellt worden.

00:02:24: Wir haben das jetzt auch getan und werden es auch in der nächsten Prognose-Revision mit neuen Zahlen belegen.

00:02:33: Einteilung, die der Markt hatte.

00:02:35: Also es wird eine kurze Beeinträchtigung der Wirtschaft und auch Kapitalmärkte sein, die dann ganz schnell wieder vorüber geht.

00:02:43: mit einem kleinen Risikoszenario, dass das eben etwas Längeres ist, ist dieses Risikosenario schlagend geworden.

00:02:49: Das ist bei allen Kapitalmarkteilen zu sehen.

00:02:53: Und jetzt sind die Aussichten eher getrennt nach der Schwere dieser Beeintrachtigungen.

00:03:02: Also wir haben im Hauptszenario jetzt schlichtweg einfach mit länger höheren Ölpreisen, Energiepreisen.

00:03:11: Es geht ja nicht nur um Öl gerade für Deutschland ist das Erdgas ein riesiges Thema zu tun und das hat dann eben auch makroökonomische Konsequenzen.

00:03:23: die großen Themen sind Konnekturenwachstum und Inflation US-Dollar und das für mehrere Monate.

00:03:36: Denn es zeichnet sich ja ab, dass fast sogar jenseits der militärischen Lage die der Seeweg, die Straße von Hommus durch den Iran anders kontrolliert wird in einer zumindest absehbaren Zukunft wenn es nach dem Willen des Iran geht als bisher.

00:04:00: Der Iran hat selber so eine Freund-feind-Logik aufgemacht, und auch der Motto die Straße ist frei für diejenigen.

00:04:07: Wobei da natürlich die Frage ist warum dann die Europäer nicht ihr Öl auf Chinesisch danken laden?

00:04:13: Das ist noch die Frage wie sich das genau gestaltet.

00:04:18: aber diese Beeinträchtigungen eben größer sind.

00:04:20: und zusätzlich zu dieser Perspektive gibt es jetzt auch militärische Eskalation am Wochenende mit Ankündigungen mit dem Ultimatum, der Amerikaner das eben auch Energieinfrastruktur des Iran angegriffen werden soll.

00:04:36: Also Grund genug diese hohen Energiepreise jetzt für längerfristig anzunehmen.

00:04:42: wir haben das auch getan.

00:04:43: Ölpreise über ein hundert US-Dollar über die nächsten Monate hinweg und dann mit einem auch langsamer sinkenden Tendenz als bisher Und es bedeutet eben für die Konjunktur je nach Energieabhängigkeit einer Volkswirtschaft, eben Einschnitte.

00:04:59: Die geht los bei den Konsumenten die das jetzt ja auch schon sehr plastisch belegen weil sie es spüren an der Tankstelle was man für die Energie ausgibt kann dann nicht mehr veranderns ausgeben und damit sinkt eben die reale.

00:05:15: Konsum ist negativ Faktor für die Konjunktur über alle anderen Negativ-Faktoren hinaus, die Verunsicherung bei den Investoren und auch die höheren Preise für andere Produktionen ist ja nicht nur der private Verbrauch.

00:05:29: Also viele, viele Wirkungskanäle, die dann die Konjunktur eindämpfen.

00:05:34: das wird nicht in eine globale Rezession münden.

00:05:38: wir hatten ja im Gegenteil am Anfang des Jahres sogar ne Aufwärtsrevision der Weltwirtschaft auf über drei Prozent Wachstum.

00:05:47: Wahrscheinlich wird sich so eine Konstellation mit Ölpreisen von C in hundertzwanzig US-Dollar für einige Monate dann in einigen Zehnteln weniger Wachstum im Weltmaßstab widerspiegeln, aber das ist eben sehr unterschiedlich.

00:06:03: Die USA sind weiterhin relativ wenig betroffen.

00:06:08: sieht man ja auch an den Kapitarmarktreaktionen liegt darin dass die Energie Produktion in den USA eben einfach höher ist, selbst wenn sie natürlich auch den Weltmarkt beliefern und von hohen Preisen deswegen auch betroffen sind.

00:06:21: Aber viel stärker eben in den Ländern die stark energieabhängig sind.

00:06:25: das ist Deutschland ganz vorne weg in Europa.

00:06:29: wir haben ein großes Thema mit der Befüllung der Gasspeicher dann über das Jahr.

00:06:35: Das wird wahrscheinlich erst hoch kommen in den kommenden Monaten.

00:06:39: Und nun ja unsere Energieabhängigkeit ist uns ja auch in den letzten zwei, drei Jahren vor Augen geführt werden.

00:06:45: Das wird jetzt wieder mitgetroffen werden.

00:06:48: In diesem Fall sind auch viele asiatische Volkswirtschaften dabei und viele Lieferketten die jetzt gar nicht direkt nur vom Erdöl erst gar Erdgas abhängen sondern es kommen noch andere Rohstoffe Vorprodukte aus dieser Region.

00:07:04: sieht man mal wie stark eben die Straße von Normus persische Golf tatsächlich für die Weltwirtschaft bedeutsam ist und das wird eben einer konjunkturellen Dämpfung resultieren.

00:07:19: Wir werden die Konjunkturpognose für Europa, für Deutschland zurücknehmen.

00:07:23: es nicht so dass jetzt nichts mehr übrig bleibt aber durchaus spürbar und damit ist der konjunktorale Ausblick eben gedämpft.

00:07:31: Inflation wird relativ schnell auf drei Prozent hoch gehen hier in Europa Und das wird natürlich dann den ganzen Ratenschwanz von Politik auch wieder beeinträchtigen bei den Inflationsraten.

00:07:46: Natürlich die Geldpolitik, Zinssteigerungen sind jetzt angedacht worden und gar nicht so unplausibel also hat schon jetzt Auswirkungen.

00:07:57: der Markt hat das mehr oder weniger in seine Erwartung aufgenommen wird eingepreist auch in die Aktienmärkte.

00:08:03: Wir sehen es durch den fortlaufenden Rückgang, die Dynamik ist eben dann nicht mehr so stark wobei jetzt natürlich auch Risikopremien drin sind dass das eben noch schlimmer wird.

00:08:12: und dann kommt man zum Risiko-Szenario.

00:08:15: und natürlich lassen sich immer auch noch weitere Beeinträchtigungen vorstellen und kontrollierte Eskalationen insbesondere eben die Fähigkeit des Irans wie auch immer durch Lagerbestände durch Strukturen die noch funktionieren durch Unterstützung von von anderen Mächten dann wirklich effektiv die Energieinfrastruktur noch weiter anzugehen.

00:08:38: Bisher waren die Schäden vorhanden und haben auch zu messbaren Produktionsausfällen geführt, die wenn man Katar glauben darf dann auch längere Zeit brauchen bis wir repariert sind aber zurzeit eben doch nur punktuell sind.

00:08:55: Wenn das systematisch geschehen sollte dann ist die Aussicht auf verminderte Rohöl- und Erdgas- und sonstige Lieferungen noch stärker gegeben.

00:09:07: Dann kann es sogar zu einer Panik kommen am Erdölmarkt, der ja ein Finanzmarkt ist.

00:09:12: Und dann sind auch Preise eben deutlich über Hundertfünfzig US Dollar vorstellbar.

00:09:18: Das hätte dann wiederum Ketteneffekte, Anstoßeffekten und würde eben all diese Reaktionen sowohl bei der Inflation als auch beim Konjunktur dann nochmal vertiefen Und das hätte dann auch wiederum Abbild an den Kapitalmärkten, also noch deutlicher und auch längere Rückgängen beispielsweise in den Aktienmärkten.

00:09:37: Die Notenbanken müssten sich wirklich überlegen wie hoch sie die Zinsen ersetzen müssen um tatsächlich Inflationsüberlegungen zu vermeiden und das gegen Rechnung gegenüber den konjunkturellen Einbrüchen.

00:09:50: Das heißt wir reden dann von einer schon gravierenden Beeinträchtigung.

00:09:53: ein bisschen zur Rezession.

00:09:56: So hat sich das Spektrum verschoben.

00:09:59: Und das ist durchaus dann überraschend, die Risikoszenei im Anfang sehr gering gewichtet wurden und diese Überraschung dürfte nicht nur am Markt so sein sondern durfte eben auch die Akteure dann in Weißenhaus getroffen haben.

00:10:16: denn auch politisch... Das ist jetzt nicht unser Thema hier aber politisch ist es eine riesengrofe Grube in der US-amerikanische Präsidenter gerade reinfällt.

00:10:28: Gut, aber das sind US-amerikanische Themen und sie sind jetzt hier erstmal nicht im Vordergrund.

00:10:34: Was ich mich noch gefragt habe eben als du so darüber gesprochen hast dass die Straße von Homoos ja jetzt quasi gesperrt ist bzw.

00:10:41: es gibt eine Art Türstehermentalität des Iran gewisse Schiffe durchzulassen und andere Schiffe eben zu blockieren Hab ich mich gefragt, du hast immer gesagt Wirtschaft lernt um Umstände drum herum zu arbeiten.

00:10:54: Das haben wir bei Corona gesehen.

00:10:55: da kamen dann neue Ideen.

00:10:57: wie kann ich trotzdem mein Restaurant betreiben indem ich beispielsweise die essen oder nur draußen essen kann.

00:11:05: Gibt es da keine Möglichkeit zu sagen, dass Öl kommt nicht mit einem Tanker durch diese Mehrenge sondern wir bauen eine Pipeline?

00:11:14: Das dauert wahrscheinlich alles zu lang um kurzfristig darum herumzuarbeiten oder nicht mal mittelfristig wahrscheinlich?

00:11:20: Also diese Möglichkeiten Dinge anders zu machen gibt's immer und das ist auch am Ende die Lösung jeder Krise Das Behinderungen, die halt bleiben dann eben umgangen werden.

00:11:36: Nur ist immer die Frage der Dauer.

00:11:39: Wirtschaft ist darauf angewiesen, der Wirtschaftskreislauf am Ende sogar mehr oder weniger taggleiche Vorgänge, Lieferungen, Produktion, Absatz und Läger- und Ausweichmechanismen können das bis zum gewissen Maß abfedern.

00:12:00: Aber in dem Maßstab, indem wir produzieren auf der Welt eben dann von Woche zu Woche schlechter ist das ein Kontinuum.

00:12:10: Deswegen sind diese Fähigkeiten des Systems begrenzt.

00:12:14: Wir haben es ja in der Corona-Zeit auch erlebt.

00:12:16: aber viel möglich und viel eben nicht.

00:12:19: Und das ist hier genauso.

00:12:20: natürlich würde es so sein wenn sich herausstellen sollte dass der Iran in der Tat in der Lage wäre die Internationalen Seeweg, der Straße von Normus tatsächlich abzuschirmen.

00:12:33: Auch gegen den Widerstand natürlich der Nachbarn die er sich ja zum noch größeren Feind machen würde als heute schon und der restlichen Weltgemeinschaft.

00:12:43: dann wird es natürlich andere Infrastrukturen gebaut werden Pipelines beispielsweise aber das ist natürlich Dinge die lange dauern.

00:12:51: Insofern ist das jetzt nur eine begrenzte Lösung, auch die Frage ob wir noch so abhängig sind.

00:12:59: Kann man sicherlich mit Ja beantworten?

00:13:01: Mit Nein beantwortet ja!

00:13:02: Wir haben uns verbessert in Deutschland von Verbrauch von fossilen Brennstoffen Jahrzehnte zurück also in der Vergangenheit.

00:13:13: aber nach wie vor ist eben die Bedeutung von Energie und vor allen Dingen chemischen Rohstoffe so wichtig für die Weltwirtschaft, dass man es nicht ignorieren kann.

00:13:25: und ja.

00:13:27: Es würden wie gesagt neue Infrastruktur gebaut werden aber das geht nicht von heute auf morgen.

00:13:31: Jetzt die Krise verschärft sich.

00:13:34: da fällt mir sofort ein der Goldpreis.

00:13:37: was passiert mit dem?

00:13:38: Der steigt wahrscheinlich jetzt weil ist ja eine Krise

00:13:41: Genau!

00:13:41: Das würde jeder denken und dann guckt er sich den Schad an und denkt dass er den Schaden falsch herum hält eher einen Absturz gegeben hat.

00:13:51: Wir sind jetzt von fast fünftausend auf viertausends gefallen.

00:13:59: Das ist eine heftige Bewegung eigentlich für Gold, weil gold ist ja sonst eher so ein bisschen

00:14:03: die Zweiträge?

00:14:04: Wir haben vor vier Wochen schon mal so'n Anfall erlebt am Goldmarkt, zwanzig Prozent Rückgang der schnell wieder Wett gemacht werden konnte.

00:14:13: Ja, die Hintergründe haben wir hier durchaus auch schon angesprochen.

00:14:18: Es ist so gewesen, dass Gold schon im Vorfeld, also in den letzten Monaten auch schon weit vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs eben nicht mehr der klassische sichere Hafen Trade war sondern von vielen Anlegern.

00:14:34: Der Kurs, das Gold ist beobachtet worden war, der stark steigende Kurs und mann sich dann... darauf gesetzt hat.

00:14:41: Das nennt man Spekulation, das heißt die spekulativen Anteile im Goldmarkt waren viel größer und da wird jetzt Kasse gemacht bzw Gewinnmitnahmen werden jetzt getätigt bei denjenigen, die noch vor Viertausend eingestiegen sind.

00:14:54: Und so ist es nun mal.

00:14:56: wenn die festen Hände im Vergleich zu den zittrigen Händen eben dann soweit in die Minderheit geraten, dann haben wir starke Preisschrankungen, das sehen Dann braucht es Anlässe.

00:15:10: In den gegenwärtigen Situationen ist es dann so, dass die bisherigen Städtigen Goldkäufer – das heißt also auch Notenbanken jetzt in der Situation auch mal wieder umschalten müssen und auch Gold widergeben müssen.

00:15:25: insbesondere in schwälen Ländern sind ja die Energieabhängigkeiten groß und müssen gelderfrei gemacht werden und das sehen wir eben jetzt.

00:15:32: Und das hat dann eben dann auch den großen Umkehr am Goldmarkt zur Folge.

00:15:38: Gold ist trotzdem immer noch der sichere Hafen, aber mit so viel spekulativen Geld in einem relativ kleinen Markt.

00:15:46: Der goldmarkt ist eben auch dann volumensmäßig nicht so groß.

00:15:50: Sehen wir eben dann auch diese Volatilitäten, sodass man dann wirklich ganz großes Vertrauen und ganz große Befriedigung beim Halten von Gold gegenüber den Katastrophen die der nächsten zehn zwanzig dreißig Jahren noch kommen mögen.

00:16:05: da braucht man eben schon so eine Auffassung, um eben weiter daran festzuhalten.

00:16:09: Ein anderes Thema was noch aufkam vor allem am Freitag waren Zinsängste denn die Börsianerinnen und Börseana haben genau diese verspürt.

00:16:19: wir hatten glaube ich entweder war es in der letzten oder in der vorletzten Folge gerade drüber gesprochen dass die EZB wahrscheinlich erstmal sehr ruhig agieren wird hier nicht übermäßig sofort an der Zinsschraube drehen wird.

00:16:31: Diese Ängste scheinen jetzt zu bestehen.

00:16:32: du hast eben auch schon gesagt Wer wahrscheinlich Inflation bekommen aufgrund der erhöhten Energiepreise jetzt?

00:16:39: Was steckt denn hinter dieser Zinsangst, wo kommt die jetzt her und warum überhaupt.

00:16:44: Ja für die Kapitalmärkte gilt es natürlich den Realwert des Anlagen zu halten und wenn man jetzt schon mal rein rechnerisch sehr gut nach belegen kann dass die Inflationsrate für den Rest des Jahres eher so Richtung drei Prozent geht in Europa dann muss das erstmal ausgeglichen werden zumindest bei den ganz kurzfristigen Anlagen.

00:17:05: Da steckt dahinter, wenn eben die Renditen hochgehen.

00:17:08: Bei den langfristigen Ausblicken also zehnjährige Anlagen beispielsweise da ist die Inflationserwartung an den Märkten naturgemäß weniger angestiegen weil man jetzt nicht von der zehnjährigen Steigerungs-Ölpreise oder anderen Themen ausgeht.

00:17:25: aber auch da natürlich angegen Stiegen, da sind es vor allem Risikopremien und die zeigen sich dann eben in den langfristigen Renditen.

00:17:32: Wir sind bei den Bundesrenditen beispielsweise über drei Prozent.

00:17:35: Die britischen Renditen hat sehr stark erwischt.

00:17:38: Da sieht man die schwache Konstitution der britischen Staatsfinanzen In USA sicherlich auch leichter Auftrieb aber nicht ganz so stark.

00:17:50: Das steckt dahinter dass die Rendite angestiegen sind.

00:17:55: Wir und der Markt rechnen eigentlich nicht mit einem kumulativen Inflationsprozess, insbesondere wenn eben dann auch die Konjunktur getroffen ist.

00:18:02: Aber in solchen Zeiten sind das Finanzmärkte.

00:18:05: Das heißt also gehen Bewegungen dann auch mal weiter als sich am Ende als fundamental gerechtfertigt herausstellt.

00:18:12: Und deswegen können da auch gewisse Übertreibungen drinnen sein.

00:18:17: Also wie gesagt wir sind jetzt bei drei Prozent in den zehnjährigen Bundrenditen.

00:18:21: Es kann noch ein bisschen weitergehen aber irgendwann wird es sich Ja, und am kurzen Ende die Notenbanken müssen jetzt abwägen.

00:18:28: Die EZB hat ja letzte Woche getagt und hat genau das auch verkündet, dass man jetzt genau beobachtet.

00:18:35: Sie stehen wirklich in einem Dilemma.

00:18:37: erstens rauszufinden wie stark ist das mit der Inflation?

00:18:39: Es ist eben nicht so stark, wie bei der Ukraine-Inflation gewesen ist nach Beginn des Ukrainekriegs weil wir da schon ein Corona-Sockel von über vier Prozent vorher hatten.

00:18:53: Also wir sind in die Energiekrise, zwei tausendzweiundzwanzig gegangen mit einer Inflationsrate von vier Prozent.

00:18:58: Die hatte sich vorhin schon aufgebaut.

00:18:59: das war eben die Corona Wiedereröffnungspreisorge, die da stattgefunden hat und darauf setzte sich dann der Energiepreisschock und dann waren wir schnell bei acht neun sogar zehn Prozent.

00:19:10: Das wird diesmal nicht sein.

00:19:11: aber Die EZB muss eben schon abwägen, ob sie nicht Zeichen setzen möchte.

00:19:18: Zeichensetzen durch ein-zwei Zinsschritte.

00:19:21: Einer wird es wahrscheinlich nicht werden.

00:19:23: wenn was gemacht wird dann sind's gleich zwei.

00:19:25: Um den Wirtschaftsteilnehmer zu signalisieren dass Sie vorsichtig sein sollen bei der Weitergabe von Preisen das ist jetzt für Mineralölkonzernen relativ egal würde er aufs Kartellamt reagieren, wenn ihm danach gewiesen wird und das Absprache macht.

00:19:44: Aber beispielsweise die Tarifvertragsparteien würden schon diese Signale aufnehmen und dann nicht zu übertreiben neigen im Herbst.

00:19:54: Das kann durchaus sein dass sich die EZB solche Signalwirkungen verspricht von zwei Zinserhöhungen.

00:20:01: auch das wird sich in unserer Pognose dann widerspiegeln.

00:20:05: Wie gesagt dieses Dieses Hauptszenario, was sich am Markt jetzt rausbildet ist nicht das große Rezessions- und Katastrophen- und Ölpreisschock-Szenario sondern nach wie vor ein Szenario wo die Weltwirtschaft deutlich beeinträchtig ist durch eine längere Lücke bei der Energielieferung.

00:20:26: Und insofern sind Kapitalmarktreaktionen da, da waren auch an Aber werden sich wieder zurückbilden.

00:20:34: Das gilt ja insbesondere gerade für die Aktienkurse, die jetzt auch sehr viele Risiken einpreisen.

00:20:39: Aber wenn über den Herbst hinweg die Dinge dann tatsächlich wieder neu einspielen, dann auch wieder zurückkommen werden gegenüber einem Risikosténage wo man tatsächlich so einen Abriss hat in der weltwirtschaftlichen Entwicklung und aus diesem Abriss man natürlich erholen würde aber das wird dann eben deutlich länger dauern.

00:21:01: Das sind die Denkrichtungen, die man jetzt hat.

00:21:04: Wenn ich so auf diese Entwicklung gucke – also die roten Zahlen, wie viel geht der Dachs runter?

00:21:09: Wie viele geht der Euro-Stocks runter?

00:21:10: Wieviel geht der Dao runter in den USA?

00:21:13: Hab' ich das Gefühl – vielleicht ist es auch nur ein Gefühl – dass Europa derzeit deutlich stärker leidet als die USA.

00:21:21: Ist es darauf zurückzuführen, dass die USA eigene Ölreserven haben und viel mehr abfedern können?

00:21:25: oder woran hängt das eigentlich?

00:21:27: Ja!

00:21:30: Man darf den nicht vergessen.

00:21:31: Beispielsweise der US-Benzinpreis hängt am Weltmarkt, ein US-Mineralunternehmen hat immer die Wahl das Produktigalone Benzin im Inland zu verkaufen oder... eben im Ausland.

00:21:49: und wenn der Preis in Europa so stark steigt, falls eben dort keine eigenen Ölvorkommen und Raffinerien gibt.

00:21:56: Dann verkauft natürlich auch der amerikanische Anbieter zum höheren Preis nach Europa – das treibt dann den Preis in die USA auch an.

00:22:03: Diese Mechanismen sind vorhanden.

00:22:05: Gab es da schon erste Überlegungen aus der US-Administration noch die Ausfuhr

00:22:10: von

00:22:11: Benzin nach Europa oder anderen Gebieten zu unterbinden?

00:22:17: während gravierender Markteingriff, aber angesichts der Erfahrungen die wir mit dem Regierung Trump haben nicht auszuschließen.

00:22:25: Wobei

00:22:25: eigentlich sowas ja gerade immer nicht gemacht werden sollte.

00:22:28: sondern die Regierung Trump steht ja auch dafür den Markt sich regeln zu lassen und eine freie usw.

00:22:33: Aber

00:22:34: er hat immer gezeigt dass sobald politische Interessen vor allen Dingen auch seine Wahlkampfinteressen beeinträchtigt sind da kennt er leider keine Skope und Markwirtschaft ist dann eher kann sich hinten anstellen Also die Amerikaner schon auch nicht ganz unempfindlich sind gegenüber den Entwicklungen.

00:22:52: Aber die Mangellage ist vor allen Dingen hier in Europa und wenn ich Mangelage sage, dann ist das meistens am anderen Zusammenhang bekannt geworden geht es v.a.

00:23:04: ums Erdgas.

00:23:05: beim Öl, Benzin haben wir weltweite Märkte.

00:23:09: d.h.

00:23:10: selbst wenn der Iran für seine Befreundeten Nationen den Bedarf an Öl durchlassen würde.

00:23:24: Würde dies auch eine Entlastung natürlich für Europa und alle anderen Regionen darstellen, also alle nicht befreundete, alle verfeindeten Länder?

00:23:33: Deswegen ist diese Logik auch ein bisschen kurz gegriffen.

00:23:38: Das ist beim Erdöl so aber beim Erddgas eben.

00:23:45: Erdöl ist auf dem Tanker und kann an fast jeden beliebigen Ort der Welt verfrachtet werden.

00:23:49: Das ist mit dem Erdgas nicht so, deswegen ist der eigentliche Mangel an Energie gerade in Europa und gerade in Deutschland eben das Erdgas.

00:23:58: wenn man ein großes Thema kriegen mit der Befüllung des Speichern dieses Jahrhunderts sich eben nicht schnell entspannt im Nahen Osten.

00:24:06: Und das sind die Themen warum Europa... Wie gesagt, nicht nur die privaten Haushalte, die dann wieder heizen wollen im nächsten Jahr sondern eben auch die Industrieunternehmen, die produzieren wollen.

00:24:18: Warum Europa nach wie vor so im Feuer steht?

00:24:22: Kurzfristig ist es tatsächlich aber auch in Asien jetzt so weil eben zurzeit ja gar nichts durchkommt.

00:24:27: Da können wir fast noch froh sein, dass diese ganze Geschichte jetzt ans Ende der Heizperiode fällt.

00:24:33: Also hier im März und nicht irgendwie im Oktober-November stattgefunden hat bereits weil dann wären wir den ganzen Winter noch stärker beeinträchtigt gewesen.

00:24:41: Heizölpreise hoch das wäre natürlich nochmal ganz anders durch die Decke gegangen wahrscheinlich

00:24:47: Naja, man kann auch anders argumentieren und könnte sagen da wären dann wenigstens die Speicherfolge gewesen.

00:24:52: Man hätte in der Zeit nicht mehr so viel kaufen müssen.

00:24:54: Hätte ein bisschen Puffer gehabt bis sich eventuell die Lage normalisiert.

00:24:58: Jetzt sind wir eben in der Lage dass wir lehrgeräumte Läger auffüllen müssen weil es uns ja physisch ist im Herbst keine Brennstoffe waren und das macht es dann nicht viel besser.

00:25:10: Jetzt überlagert diese Krise natürlich eigentlich alles an Berichterstattung, also auch ihr beschäftigt euch tagtäglich wahrscheinlich hauptsächlich damit?

00:25:18: Gibt's denn irgendwelche anderen Themen Uli mit denen du uns mal die Stimmung ein bisschen erhellen kannst?

00:25:23: oder ist eigentlich alles nur noch Krise im Moment?

00:25:26: Nein es übertönt alles.

00:25:28: im Gegenteil hat ja dann die Eigenschaft sogar andere Themen zu infizieren.

00:25:34: Zum Beispiel das Thema Künstliche Intelligenz wird natürlich jetzt auch darauf hingewiesen, dass wir eine große Abhängigkeit dieser Innovationen und dieser Investitionen die wir eben auch als Konjunktur Säule ja identifiziert haben auch eine große abhängigkeit von Energie und Rohstoffe haben.

00:25:54: da geht es los mit Helium was man benötigt in Taiwan um Chips zu fertigen andere Stoffe wie Brom oder sonstige Dinge und deswegen überstrahlt das schon sehr stark die gesamte Diskussion zur Zeit.

00:26:12: Wir werden in dieser Woche Indikatoren, Frühindikatoren Stimmungs-Indikatoren aus Europa kriegen.

00:26:19: Die Einkaufsmanager-Indice ist das Ivo-Geschäftsklima und auch Konsumstimmung GFK, Konsumklima.

00:26:27: Und auch da wird eben als beherrschendes Thema der Iran Krieg, der voll im Befragungszeitraum fällt ausfallen.

00:26:37: So leicht kommt da auch die amerikanische Regierung nicht weg?

00:26:41: Da gibt es keine Ablenkung von.

00:26:43: Also es bleibt das beherrschende Thema.

00:26:45: Auch hier bei uns im Podcast merkt ihr auch wir kommen gar nicht dazu über irgendwas anderes zu reden weil es ist nun mal das Thema der aktuellen Zeit.

00:26:53: jetzt stellt sich natürlich nachdem wir mal wieder hauptsächlich über Krise geredet haben heute die Frage Was heißt das für mich?

00:27:00: Also, für mich als Anleger – ich bin ja genauso anleger wie du auch am Markt.

00:27:06: Ich habe mein fettetes Geld in Fonse investiert beispielsweise oder auch in Eisel-Aktien oder was auch immer die Leute draußen machen.

00:27:13: Was heißt es jetzt für mich, was soll ich tun?

00:27:15: also meine Devise ist ja immer roh über Warn, weitersparen, reimt sich sogar!

00:27:21: Ja, ich meine wenn es wieder wirklich exemplarisch wäre sein gesamtes Vermögen in einer Ölaktie angelegt hat, der kann sich jetzt sogar zurücklehnen.

00:27:34: Wer aber sein ganzes Vermögen in zinssensitiven Aktien beispielsweise hat – Banken oder auch, keine Ahnung, Wohnungsbau-Firmen oder auch Gold gerade gekauft hat?

00:27:48: Der hätte extreme Einbußen.

00:27:51: und hier zeigt sich eben was Professionelles investieren ausmacht.

00:27:58: Portfolien, die breit aufgestellt sind bewegen sich in diesen Zeiten zwar auch und zwar nach unten wie die großen Indizes.

00:28:10: Aber das sind Dinge, die sehr stark an der Wirtschaft hängen und die sich dann eben auch wieder erholen.

00:28:15: Das heißt solche Portfolie sind bestmöglich aufgestellt, auch gegenüber solchen extremen Situationen, wie wir das jetzt erleben Die Idee zu sagen, naja dann verkaufe ich kurz vor Kriegs Eintritt und kaufe dann hinterher dazu.

00:28:32: Die ist vollkommen irrig weil wahrscheinlich Trump selber bis drei Stunden bevor er den Einsatzbefehl aus seiner Maschine rausgegeben hat nicht wusste ob er tatsächlich in den Kriegeintritt oder nicht.

00:28:48: Das heißt die Zufälle, die sich da ergeben sind so eklatant dass das eben nicht die richtige Auffassung ist für Vermögensverwaltung.

00:28:58: Vermögenverwaltungen kann vor allen Dingen Risiken ausgleichen durch Streuung sicherlich auch durch Gestaltung von Portfolien-Risikenabfedern.

00:29:08: Das tun wir auch indem unsere Portfolie jetzt vorsichtiger geworden sind.

00:29:14: aber der Vermögensbesitzer, der beispielsweise ein breites Aktienportfolio hat oder eine Vermögenverwaltung hat.

00:29:23: Der ist jemand, der sich an den Erfahrungen aus den letzten Jahrzehnten orientiert, wo solche Situationen ja auch vorgekommen sind und wo selbstverständlich die Erfahrung ist – das ist selbst in unserem Risikoszenario und im Risikosenario aller Marktteilnehmer immerhin vorhanden dass nach einer Zeitspanne sich die Weltwirtschaft an, auch die Ergebnisse eines solchen Konfliktes wieder anpassen und erholen.

00:29:54: Es geht um die Frage wie lange ist diese Zeitspanne?

00:29:57: Und es geht um eine Frage ob jemand meint das die gesamte Weltwirtschaft zusammenbricht durch diesen Konflikt Und in diesem Stadium auch die nächsten zehn Jahre verharrt.

00:30:09: Wer so denkt, der müsste eigentlich tatsächlich verkaufen und am besten konsumieren, solange es noch geht.

00:30:14: in seiner Auffassung dann?

00:30:16: Aber das ist ja eben nicht die Situation sondern wir reden hier über zeitlich begrenzte Beeinträchtigungen.

00:30:22: Die gilt es mit einem solchen breit aufgestellten Portfolie zu durchfahren.

00:30:28: Dann kommt eben noch ein Gedanke hinein dass der Vermögensbesitzer die Sparerin länger denkt als auch nur ein, zwei Jahre und dann in der Tat so eine antizyklische Idee aufkommt dass wenn es aus Risikogesichtspunkten oder bei Kurse auch unterschießen was eben solche Situationen ja auch vorkommt.

00:30:53: Wenn es dann so ist das Aktienmärkte dann auch ne Weide lang sehr günstig sind dass dann eher die Zeit da ist, tatsächlich aufzubauen.

00:31:05: Das ist eine Idee von einem Sparplan der diese Entscheidung gar nicht mehr sozusagen in die tägliche Nachdenken der Leute setzt sondern automatisch abarbeitet und dann eben auch kauft blind wenn die Kanonen donnern.

00:31:22: das heißt also wenn die Kurse runtergehen was ich dann meistens nach

00:31:26: ein

00:31:26: zwei drei vier fünf Jahren oder sogar noch länger dann als sehr guter Einstiegsmöglichkeit erweist.

00:31:34: und diese Logik, die zählt jetzt eben auch ganz eindeutig.

00:31:38: Ja, dann erstmal Uli vielen Dank für deine Einschätzung, für die neuen Szenarien, die du hier mit uns geteilt hast.

00:31:47: ich habe ja so ein bisschen die Hoffnung dass wir vielleicht beim nächsten mal positive Nachrichten haben.

00:31:52: Ich kann

00:31:52: ganz schnell gehen.

00:31:53: also das gehört zu diesen Dynamiken dazu dass es ganz tief in den Finster und weit reingeht, immer tiefer geht.

00:32:00: Und auf einmal eine Lichtung kommt oder sogar der Weitrand wieder erreicht wird.

00:32:05: Dein Wort ...

00:32:07: In Trumps Gehörgang

00:32:08: genau.

00:32:08: Genau.

00:32:09: Dementsprechend dann alle Zuhörenden draußen.

00:32:12: vielen Dank fürs Zuhören im heutigen Podcastfolge.

00:32:17: Wenn Sie noch Fragen haben rund um das Thema vielleicht jetzt über die aktuelle Krise im Rahmen des Iran Krieges oder auch grundsätzliche Fragen, dann schreiben Sie uns einfach gerne an podcast.dk.de.

00:32:28: Das war es von uns für heute.

00:32:30: machen sie's gut und bis bald

00:32:45: tschüss!