00:00:00: Gerade einmal zweiundvierzig Quadratkilometer sind es, die derzeit die Weltwirtschaft in Atem halten.
00:00:06: So groß ist sie nämlich – die namensgebende Insel von Hormus vor der Küste Irans.
00:00:10: Kreisrund und mitten in der derzeit wichtigsten Seepassage der Welt.
00:00:14: Dort herrscht Stau- und ein Quasidurchfahrverbot und damit steigt der Ölpreis.
00:00:20: Denn circa zwanzig Prozent des weltweiten Ölhandels sind von einer sicheren Passage durch diese Mehrenge abhängig!
00:00:27: Und so beherrscht auch weiterhin Der Krieg im Nahen Osten die Schlagzeilen und damit auch die Börsen der Welt.
00:00:34: Doch auch in anderen Teilen der Wirtschaft gibt es schwere Einschläge, die Automobilindustrie ist das mal wieder, die für Negativ-Schlagzeilen sorgt.
00:00:42: Wie lange kann die Weltwirtschaft die Sperrung der Mehrengen noch aushalten?
00:00:45: Welche Branchen sind derzeit besonders betroffen?
00:00:47: Und was ist eigentlich los bei den deutschen Vorzeigeunternehmen?
00:00:51: Wir sprechen drüber – in dieser Folge Mikro trifft Makro!
00:01:05: Hallo und herzlich willkommen zur onehundert neunundvierzigsten Folge.
00:01:09: Mikro trifft Makrow.
00:01:10: Heute ist Donnerstag der zwölfte März, zwei tausend sechsundzwanzig Und bei mir sitzt heute nicht nur der Cheffolkswirt der DK Bank Dr.
00:01:17: Ulrich Carter Sondern.
00:01:18: wir haben heute einen Gast aus dem Chief Investment Office eingeladen.
00:01:22: Bei uns ist Björn Kunkel.
00:01:24: Guten Morgen an euch beide heute!
00:01:27: Ja, weiterhin ist Krieg im Nahen Osten.
00:01:29: Der lässt uns leider nicht los und beschäftigt die ganze Welt.
00:01:33: Und weiterhin ist es vor allem der Ölpreis, der hier für Turbulenzen an den Märkten sorgt.
00:01:37: Vor allem eine Frage scheint die Märkte ja zu beschäftigen... Wie lange hält die Weltwirtschaft diese quasi Blockade der Seestraße von Hormus noch aus?
00:01:46: Aktuell fährt so gut wie kein Schiff dadurch und auch eine Esquartierung durchs Militär ist ausgeschlossen.
00:01:52: Und das merken wir auch an den Zapfsäulen, die Benzinpreise sind weiter hoch – das beschäftigt auch die Politik.
00:01:57: Vielleicht erstmal so das große Bild, Ulrich!
00:01:59: Wie lang erhält die Welt Wirtschaft das denn noch
00:02:01: aus?!
00:02:02: Da bleiben die Einschätzungen so stabil... gleich am Anfang auch abgeleitet worden
00:02:09: sind
00:02:09: und das gilt immer noch.
00:02:11: Drei bis sechs Wochen ist kein Problem, drei bis sechs Monate von Ölpreisen bei hundertzwanzig oder sogar noch darüber werden Veränderungen bei der Konjunktur auslösen.
00:02:23: Das heißt also wird die Konjuncturschwächer und die Inflation stärker und dass diese Perspektive hat dann auch nachhaltige Auswirkung auf die Finanzmärkte?
00:02:32: Vielleicht muss man auch im Hinterkopf haben wie das funktioniert.
00:02:38: Diese hohen Ölpreise, die ja wirklich von einem Tag auf den anderen nach oben schießen, wo man sich fragt ist denn alles Öl verbraucht jetzt und bewegt sich dann gar nichts mehr?
00:02:51: Haben diese ÖlPreise mit den physischen Ölmengen in der Wirtschaft rund um die Welt nicht viel zu tun?
00:02:59: Das sind Finanzmarkpreise!
00:03:01: Das heißt, also da sitzen Leute die machen sich Gedanken was passiert in den nächsten Wochen bis hin zu den nächsten Monaten wohl auf der Welt mit der Ölversorgung.
00:03:12: Und die haben auch Finanzinstrumente im Bereich des Ölmarktes, die eben Wochen und Monate in die Zukunft erreichen, die Futures-Markte.
00:03:23: Deswegen sind diese plötzlichen Reaktionen an den Märkten Finanzmarktreaktionen Leute, die sich mit diesen Perspektiven auseinandersetzen.
00:03:35: Und landläufig sagt man dazu das sind Risikopremien, die dann sofort eingepreist werden.
00:03:42: in solcher Situationen weil man sich Gedanken macht naja also es kann natürlich im schlimmsten Fall auch schlecht laufen.
00:03:48: Das hat wie gesagt mit der physischen Vorhaltung und mit den Mengen die an Rohöl zum Verbrauch zur Verfügung stehen wenig zu tun.
00:03:56: aber natürlich ist es auch so dass jede Woche wo nicht produziert wird und noch nicht transportiert wird, beziehungsweise wo zwanzig Prozent eben gegenüber der Normalauslastung fehlen.
00:04:06: Dann natürlich auch die Läger langsam weniger werden.
00:04:11: dann kommen die strategischen Lagerbestände dazu die jetzt ja freigegeben werden.
00:04:16: aber dieser Prozess dass die Welt tatsächlich unter Knappheit von Öl im physischen Sinne leidet, der braucht eben wesentlich länger.
00:04:26: Das ist eher ein Thema von Monaten.
00:04:29: und trotzdem Diese Ölpreisentwicklung schlägt sich ja auch an den Zapfsäulen nieder.
00:04:34: Wir lesen es eigentlich täglich in den Zeitungen, die Benzinpreise sind so hoch wie lange nicht und sie halten sich eben auch sehr hoch.
00:04:41: Und da gibt's natürlich schon wieder unterschiedlichste Ideen.
00:04:43: was können wir dagegen tun?
00:04:45: Da kommt der Tankrabatt ins Spiel, da kommt eine Deckelung der Preise ins Spiel.
00:04:48: Da kommt ins Spiel das österreichische Modell nur noch einmal am Tag.
00:04:52: ne Preisanpassung nach oben, nach unten darf immer angepasst werden.
00:04:56: Was ist denn von diesen ganzen Maßnahmen zu halten?
00:04:58: Wären die das Problem denn heilen?
00:05:00: oder muss man sagen ne eigentlich erst wenn der Krieg vorbei ist und die Straße wieder passierbar ist dann gehen die Preise auch runter?
00:05:05: Also einmal muss man haben diese Risikopremien natürlich schon einen ökonomisch sinnvollen Zweck.
00:05:12: sie drängen ja wirklich die Nachfrage zurück.
00:05:15: es überlegen sich die Menschen wann tanken Grenzgebiet zu Tschechien beispielsweise, der fährt dann eben in jedem Fall rüber zum tanken.
00:05:25: Man zögert es hinaus oder fährt auch weniger.
00:05:29: Dieser Effekt ist ja durchaus sinnvoll und in einer Zeit wo es sein kann dass in den nächsten Monaten das Öl einfach knapp bleibt.
00:05:35: aber und das ist die Debatte zurzeit.
00:05:37: Die Frage muss da so doll sein müssen das solche Preisanstiege sein.
00:05:42: Und erst recht, wenn man eben dann die Schlussfolgerung zieht, dass wahrscheinlich in dieser Phase auch die Gewinne der Unternehmen wahrscheinlich höher sind.
00:05:51: Das heißt also, dass Markteilnehmer Mineralölgesellschaften das Ganze dann auch ausnutzen Und das ist eine politische Frage.
00:05:59: Da muss man sich fragen, was kann man dagegen tun?
00:06:01: Ob es jetzt diese Maßnahmen sind.
00:06:03: Das heißt also einmalige Preisveränderung am Tag auch die Freigabe der Ölreserven.
00:06:08: Das wird nur begrenzen Erfolg haben, was eigentlich notwendig ist aber das ist ne ganz alte... Diskussionen in Deutschland, die haben wir glaube ich beim letzten Mal auch angesprochen ist.
00:06:18: Dass man die Mineralkonzerne in Deutschland zu mehr Wettbewerb untereinander anhalten muss.
00:06:22: Es muss so sein dass wenn einer den Preis auf zwei fünfzig setzt das dann der Konkurrent sagt Ich bleibe bei zwei zehn um eben den Markt aufzurollen, das heißt also die Nachfrage an sich zu ziehen.
00:06:36: Das passiert eben nicht.
00:06:37: Ja, so
00:06:37: wie es bei anderen Märkten halt auch
00:06:39: ist.
00:06:39: Richtig!
00:06:40: Wie gesagt, es ist eine alte Thematik und es hat damit zu tun dass dieser Markt extrem transparent ist, dass die Mineralölkonzerne, Männer wie die ganze Produktionskette ja auch unter ihrem Dach vereinen Und dass eben es auf diese Weise möglich ist, wirklich sehr, sehr flexibel sich aneinander anzupassen ohne das man da auch offizielle Absprachen machen muss.
00:06:59: Aber es gibt ja auch andere Ideen... Monopolkommission in Deutschland hat da Vorschläge gemacht wie man da mehr Wettbewerb reinbekommt.
00:07:08: aber in solchen Zeiten zeigt sich eben, wie nervig das ist.
00:07:11: Auch in den USA zeigt sich so langsam doch an der Zapfsäule, dass die Preise steigen.
00:07:16: Das ist ja eigentlich für Donald Trump jetzt gar nicht so ein gutes Zeichen, weil hohe Energiepreise heißen auch steigende Inflationsraten wieder.
00:07:25: Das ist ja was wo er sich gerade gerühmt hat.
00:07:27: Ja die Preise kommen runter.
00:07:28: das könnte jetzt natürlich wieder andersrum gehen und die preise gehen wieder hoch durch gestiegene Benzin oder Heizkosten beispielsweise.
00:07:35: Ein wichtiger Punkt, ein bisschen paradox, das heißt ja die Amerikaner haben noch Öl für sich selber, im Gegenteil sind zwar Exporteure, warum steigen denn da auch die Preise dann?
00:07:44: Das ist eigentlich nicht ganz nachvollziehbar und sie sind gar nicht abhängig von der Straße vom Hormus.
00:07:49: aber da sieht man wieder wie der Markt funktioniert, dass es ein weltweiter Markt Und eine amerikanische Ölfördergesellschaft hat natürlich die Wahl, ob sie ihr Produkt in Amerika verkauft und Donald Trump ein Gefallen tun möchte.
00:08:03: In dem der Preis gleich bleibt oder ob sie den hohen Weltparkpreis nutzt und eben das Öle exportiert dahin wo es nachgefragt wird.
00:08:10: Und da einzugreifen... Trump könnte ja sagen ihr verkauft schön brav für niedrigere Preise hier in Amerika.
00:08:16: Das wäre einen Rieseneingriff.
00:08:18: Ich meine Trump ist bekannt dafür, dass ihm das eigentlich nicht schert.
00:08:21: aber das wär nochmal wesentlicher Schritt Richtung zu einer amerika-staatsgelenkten Wirtschaft.
00:08:29: Das muss sich die Regierung und Trump eben auch zwei, drei mal überlegen und das macht er ja immer noch nicht.
00:08:32: deswegen steigen ihm in USA beziehungsweise auch weiter und da ist es wirklich ein starker Druck auf ihn und das ist auch der Grund warum die allermeisten Kapitarmarkteilen immer dann Schluss folgern dass die Situation wo zwanzig Prozent Öl fehlt wegen Transportlage und wegen dem Iran Krieg, dass das eben nicht nachhaltig ist.
00:08:57: Und deswegen alles getan wird in den nächsten Wochen um eben nicht in dieses Szenario von monatelangen Riesen hohen Ölpreisen zu
00:09:06: landen.".
00:09:07: Auf der anderen Seite kommt ja auch die Frage dann natürlich auf welche Branchen sind denn betroffen?
00:09:12: Da kommt jetzt unser Gast heute ins Spiel, denn er ist natürlich sehr nah am Formmanagement dran.
00:09:19: Was sind's denn für Branchen, die jetzt unter diesen hohen Ölpreisen ins Besondere leiden?
00:09:23: Die KI-Werte sind es wahrscheinlich nicht, sondern eher so klassische Industrien.
00:09:28: Ich würde sagen beide.
00:09:29: Denn ja unter den Ölpreisen leiden natürlich allen voran die, die das ganze benötigen hohe Abhängigkeit haben vom Energiebereich oder jetzt natürlich direkt betroffene Themen alles im Bereich Tourismus Reise Airlines Kreuzfahrten also all die Unternehmen die natürlich auch beispielsweise hohe Umsatzanteile in der Region haben leiden am Allermeisten.
00:09:49: aber du hast natürlich recht auch der nicht notwendige Konsum aufgrund dieser steigenden Kosten aufgrund der Energiepreise auf Grund potenziell steigender Inflationszahlen, das sind die breiche Branchensektoren, die gerade auch am Markt am stärksten korrigieren.
00:10:04: Könnte es auch zusammenfassen mit alles Zyklische leidet auch!
00:10:08: Deswegen suchen ja auch gerade viele Markteilnehmer genau das nämlich eher den Gegensatz.
00:10:12: Defensive Sektoren unternehmen mit einem stabilen Cashlow weniger Vision vielleicht auch.
00:10:18: aber warum leidet beides?
00:10:20: Wir haben ja trotzdem noch die anderen Themen.
00:10:22: Auch wenn all das was wir gerade medial ja mitbekommen wirklich alles überlagert.
00:10:27: Wir haben ja trotzdem diese ganze Diskussion rund um KI, Software, Disruption und so weiter.
00:10:32: das heißt auch da passiert natürlich vielleicht momentan in der zweiten Reihe ganz viel.
00:10:37: aber genau so gibt es da eben auch Gewinner- und Verlierer.
00:10:40: Das hast du uns schon ein bisschen den Einblick gegeben dass ihr euch ja nicht nur mit dem Krieg im Nahen Osten beschäftigt sondern die anderen Themen laufen ja auch weiter.
00:10:46: Vielleicht magst du uns trotzdem mal einen Einblick geben.
00:10:48: wie ist denn dieser Tage so zugeht?
00:10:50: Im Formmanagement?
00:10:51: Ich glaube als Außenstehender denken wir dann, da wird es bestimmt total hektisch und alle Rennen rumwilden.
00:10:56: Und wedeln mit irgendwelchen Zetteln wie man das vielleicht aus irgendwelcher alten Wall Street Filmen kennt?
00:11:00: Ist es denn so oder sagt ihr ne, nee, wir waren da schon Ruhe und versuchen das wirklich ruhig zu managen bzw.
00:11:06: Wir sind auch gut vorbereitet weil wir haben natürlich Szenarien durchgespielt.
00:11:10: Nee, das ist tatsächlich genau so nicht.
00:11:12: Sondern du hast natürlich recht.
00:11:13: Hektik ist nie der richtige Treiber!
00:11:15: Das gilt auch für alle die am Kapitarmarkt investiert sind – für uns auch.
00:11:19: Denn kurzfristig sollte man jetzt ja keine langfristige Strategie anpassen aufgrund der Situation, die wir aktuell haben.
00:11:26: Es sind natürlich besondere Zeiten.
00:11:28: Das gilt bei uns, das muss man sagen.
00:11:30: Vielleicht haben wir ein zwei Meetings mehr als sonst.
00:11:32: Das gehört wahrscheinlich momentan dazu.
00:11:34: Risikomanagement zahlt sich aber glaube ich aus und das tun wir immer.
00:11:38: Und es greift natürlich für genau solche Marktphasen, deswegen ist Hektik dann nicht der richtige Treiber auch wenn wir natürlich wie gesagt momentan vermutlich ein paar mehr Dinge tun.
00:11:47: trotzdem du hast es angesprochen Genau diese Phasen die jetzt die wir immer mal wieder haben.
00:11:53: Ich bin persönlich wahnsinnig froh dass wir genau jetzt diese Expertise letztendlich ja auch haben.
00:11:57: also Mir persönlich gibt es ein super Gefühl, dass meine Kolleginnen und Kollegen im Formalagement momentan so nah dran sind wie sie's eben immer sind.
00:12:05: Aber genau jetzt braucht man das!
00:12:07: Dass wir eben genau trecken welche Schiffe fahren gerade durch die Straße von Hormus.
00:12:11: Dass wir mit den Redereien direkt telefonieren können um mal mitzubekommen wo Fahrt hier eigentlich noch lang?
00:12:16: Wie sind die Versicherungsprämien?
00:12:17: Wird der Suiz-Kanal genutzt und vieles mehr?
00:12:20: Dass wir genau wissen welche Unternehmen haben denn in der Region hohe Umsatzanteile?
00:12:24: Das wir wissen welche Hotelketten sind dann vor Ort sind des Franchise oder eben nicht, dass wir genau wissen wie sich ein steigender Ölpreis auch für die Kreuzfahrtindustrie auswirkt.
00:12:33: Ich persönlich finde es super das wir genau diese Expertise haben weil wir sie genau jetzt brauchen.
00:12:39: und wenn wir gerade schon so offen reden ihr nutzt ja wahrscheinlich die Niveaus auch um zu gucken okay welche Werte welche Branchen sind aktuell vielleicht besonders interessant?
00:12:47: um auch nochmal reinzugehen?
00:12:49: Gerade mit langfristigen Blick zu sagen das lohnt sich jetzt da mal bisschen was nachzukaufen.
00:12:54: beispielsweise
00:12:55: Du sprichst es an, es ist natürlich der langfristige Blick.
00:12:57: Weil natürlich ergeben sich jetzt Einstiegschancen aber es ist ja auch immer noch sehr dynamisch.
00:13:02: also die Glaskugel haben wir leider auch nicht gefunden und jetzt kurzfristig auf genau das zu spekulieren ist auch nicht das was wir tun.
00:13:09: so wie jeder der jetzt eben den Sparplan hat natürlich sich eher freut weil es genau diese günstigeren einstiegsniveaus mal wieder gibt nutzen wir aber auch genau die Gelegenheiten.
00:13:18: Das heißt du hast es angesprochen vielleicht die Unternehmen Die wir auch schon länger auf dem Radar hatten die uns aber bisher zu teuer waren.
00:13:25: Da gibt es jetzt durchaus Möglichkeiten, dass wir die auch mal wieder zu günstigeren Konditionen einkaufen.
00:13:29: Auch das gehört ja zu unserem Job.
00:13:31: Risikomanagement aber gleichzeitig auch Chancen zu nutzen.
00:13:34: Man muss aber ganz klar sagen noch ist es sehr dynamisch?
00:13:37: Hoffentlich bleibt's in diesen wenigen Wochen!
00:13:38: Wir haben es gehört.
00:13:39: Das heißt Ja-Chance werden genutzt.
00:13:41: Aber Nein ist jetzt nicht so, dass we hier all in gehen.
00:13:45: Ja, dann danke erstmal für den kurzen Ausflug so mit Blick ins Vormenagement mal rein wie das da derzeit zugeht.
00:13:51: Lass uns auch nochmal ein bisschen auf Deutschland und Europa blicken also dem Blick aus dem Nahen Osten wieder wegnehmen von den USA.
00:13:58: Deutschland stand ja.
00:13:59: Ulrich wenn ich es richtig im Kopf habe hast du gesagt, sechsundzwanzig siebenund zwanzig gibt's einen leichten Aufschwung in Deutschland.
00:14:05: insofern also leicht ganz leichter Aufschwing.
00:14:08: Es wird nicht nur eine schwarze Null, sondern es wird ein bisschen mehr Wirtschaftswachstum geben.
00:14:13: Jetzt kam der Krieg dazwischen.
00:14:15: Der Ölpreis steigt.
00:14:16: Inflationssorgen machen sich breit.
00:14:18: Es wird schon wieder von Stackflation geredet.
00:14:21: Muss man sich da dann Sorgen machen?
00:14:22: Dass das jetzt alles davon aufgefressen wird oder hängt tatsächlich auch wieder davon ab?
00:14:26: Wie lange geht das Ganze?
00:14:27: Wie viel kann die deutsche Wirtschaft da aushalten und vielleicht auch ein bisschen kompensieren?
00:14:32: Positiv ist es nicht.
00:14:33: Das kann jeder vorstellen.
00:14:37: Zahlen, die wir noch vor dem Ausbruch vom Iran-Krieg bekommen haben.
00:14:44: Die waren auch nicht berauschend muss man sagen.
00:14:46: also wenn eine Aufführung kommt dann versteckt er sich noch gut.
00:14:50: Vor allen Dingen ist sehr viel Bewegung in den Zahlen drin.
00:14:52: Wir haben jetzt gerade beispielsweise Exportzahlen bekommen und die waren im Grunde genommen enttäuschend.
00:14:59: für zumindest eine Unterstützung aus dem Ausland reicht das nicht aus, aber unter diesen Zahlen waren so große Veränderungen wie wir das sonst selten haben.
00:15:11: Also es ist der Export nach China beispielsweise deutlich runtergegangen um zehn Prozent.
00:15:18: auch in die europäischen Länder war sehr enttäuschend.
00:15:21: dafür auf einmal zehn Prozent mehr export nach Amerika.
00:15:25: Das sind alles auch noch Reaktionen auf das, was im letzten Jahr passiert ist.
00:15:29: Die Welt muss sich erstmal einrücken auf die Zölle und auf diese vielen Veränderungen und das ist alles noch unterwegs und das wird überlagert vom Iran Krieg.
00:15:38: also die beste Aussicht, die wir geben können, ist dass ja ein paar Impulse bleiben denn die Ausgaben für Rüstung beispielsweise sind ja im Gegenteil gerade jetzt noch besser begründet durch das, was geschieht.
00:15:56: Also ganz abtauchen wird die Wirtschaft nicht.
00:16:00: aber ob diese Ziele, die man gehabt hat, dass man einen Wachstum von einem Prozent in diesem Jahr bekommt.
00:16:06: Ob die erreichbar sind mit der Unterbrechung hier, das hängt natürlich auch von der Dauer ab.
00:16:13: Aber die Wahrscheinlichkeit ist schon so, dass es wieder ein bisschen gedämpft und enttäuschend abläuft in Deutschland unwahrscheinlich auch in Europa selber.
00:16:23: Aber nochmal, das ist kein Absturz!
00:16:26: Es geht eben nicht darum dass die Situation hier nicht handelbar ist oder sogar mit Corona oder sonst was vergleichbar ist.
00:16:34: es ist eine Belastung dieser Iran Krieg und die hohen Ölpreise.
00:16:38: aber das bedeutet nicht, dass die Wirtschaft jetzt ins bodenlose fällt oder ähnliches.
00:16:44: Zum Teil hört man dir auch schon so ein bisschen du die siebziger Jahre wieder anklopfen.
00:16:49: Also zumindest wenn die Nachrichtenbeiträge wieder gezeigt, Ölpreis schockt und Sonntagsfahrverbot und Fahrräder auf den Autobahnen und so.
00:16:56: davon sind wir aber noch weit entfernt oder?
00:16:58: Nein das ist nicht vergleichbar.
00:17:00: also es ist schlichtweg einfach da schon ein Argument dass die Ölabhängigkeit in siebzehr Jahren deutlich höher waren.
00:17:07: Es gibt ja leichte Entlastungseffekte.
00:17:10: Wir sind bei dem Verbrauch von Öl und Gas heute Ja wieder im Niveau Aber dafür ist das Bruttoinlandsprodukt ja ein paar Mal höher.
00:17:21: Das heißt also, der prozentuale Anteil von Energie an der Wirtschaft ist heute deutlich geringer.
00:17:28: Das ist ein Punkt.
00:17:29: aber trotzdem es reicht noch nicht aus dass wir sagen können Der Ölpreis ist uns egal.
00:17:33: Nur muss man sehen was damals geschehen ist.
00:17:35: Damals hat sich der ÖlPreis verfünffacht und Wir sind Von Niveaus am Anfang der siebzehr Jahre um das fünffache gesprungen.
00:17:44: aber vielleicht für die historisch interessierten Wir waren dann bei zwölf bis fünfzehn Dollar pro Bärrel angekommen.
00:17:50: Ja gut, aber den Preis kannst du jetzt ja nicht nehmen.
00:17:52: damals hat das Brot auch noch zehn Fälle gekostet.
00:17:54: So viel habe ich von dir schon mal gelernt?
00:17:56: Diese
00:17:56: Vergleiche werden oft gemacht in den Medien und sie sind eben deswegen unsinnig weil es ganz andere Zeiten und ganz andere nominale Werte.
00:18:06: Aber die relative Steigerung ist natürlich wichtig Und damals hatten wir eine Verfünffahrung von drei auf fünfzehnt Steigerung von sechzig-siebzig Prozent, aber das ist eben noch nicht in dem Umfang.
00:18:19: Und deswegen es ist keine Panik da.
00:18:23: Es ist eher Enttäuschung gerade in Europa weil die Hoffnungen waren ja dass die Wirtschaft anzieht und das wird natürlich belastet.
00:18:30: Ja belastete sind auch die deutschen Automobilkonzerne unsere Man muss fast sagen, ehemals vorzeige Unternehmen in Deutschland.
00:18:38: Da hat man jetzt dieser Tage auch wieder sehr, sehr Negatives darüber gelesen.
00:18:42: und wenn wir schon mal Experten da haben der sich mit den ganzen Branchen auskennt Björn vielleicht mal an dich die Frage was ist denn da los bei VW?
00:18:48: Also VW meldet einen Gewinneinbruch Porsche ganz katastrophales Gewinnergebnis.
00:18:54: Woran hängt es denn?
00:18:55: Der Ölpreis kann's ja nicht sein weil der steckt ja in dem Ergebnis noch gar nicht drin.
00:18:59: Richtig, da sind wir noch nicht angekommen.
00:19:01: Das Thema ist aktuell sehr präsent.
00:19:03: Das stimmt!
00:19:03: Wir erleben das in den Medien es ist aber gar nicht neu.
00:19:06: Es ist ja jetzt kein konjunkturelles oder eben neues Thema sondern ja schon eher ein strukturelles Problem was wir in der Autoindustrie seit zugegebenermaßen mehreren Jahren auch bei uns in Deutschland erleben.
00:19:16: die Gwinne der Unternehmen sind tatsächlich mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit der Finanzkrise angekommen obwohl die Stückzahlen sehr ordentlich aussehen.
00:19:24: Das Problem, gerade für die deutschen Autobauer ist dieses auch geopolitische Spannungsfeld.
00:19:29: Wir haben auf der einen Seite Richtung Asien geschaut in China staatlich geförderte E-Mobilität ein Markt, der mittlerweile für uns super schwer ist überhaupt noch Fuß zu fassen und auf der anderen Seite haben wir aus den USA Zölle, wir haben auch die Wechselkursthematik.
00:19:44: all das belastet die Unternehmen einfach Und es ist genau diese Situation, wo wir mittlerweile weiter drin stecken.
00:19:50: Diese Transformation, die jetzt anfängt, die natürlich auch zu solchen Meldungen führt wie in den letzten Tagen erlebt haben, die ist weiterhin notwendig und wir bleiben bei der Aussage kurzfristig hier einfach noch keine deutliche Entspannung in Sicht.
00:20:03: Es müssen Hausaufgaben passieren, die sind einfach notwendig.
00:20:06: Und trotzdem ich bin davon überzeugt das wird ja auch künftig gute deutsche Autos geben.
00:20:11: also ich sage so offen Ich sehe nicht eine Situation dass wir wieder mit Fahrrädern auf den Autobahn rumfahren Obwohl ich in den Siebzigern ja auch noch nicht dabei war.
00:20:18: Tatsächlich, du bist sehr jung im Vergleich zu uns beiden das muss man mal sagen.
00:20:23: aber trotzdem vielen Dank für die Einschätzung auf jeden Fall an der Stelle.
00:20:26: erstmal lasst es vielleicht auch nochmal so ein bisschen auf die Gesamtsituation schauen Ulrich.
00:20:31: also Wir gucken immer so sehr stark auf die Aktienmärkte.
00:20:34: Klar, da gibt es auch die tollen Stories zu erzählen.
00:20:36: Auf der anderen Seite gibt's eher ein bisschen dröge wirkenden Zinsmärkten und Rentenmärktis.
00:20:41: Ist da denn noch alles in Ordnung oder merkt man da auch ein bisschen Verschiebungen?
00:20:45: Merkt man das schon auch?
00:20:46: Und da passiert auch was, was man vielleicht nicht so implikert jeden Tag
00:20:50: hat.
00:20:50: Hat natürliche Auswirkungen auf die Geldmärkte und auf die Zins-Märkte.
00:20:55: Die Märkte selber gucken ja auch in die Zukunft mit Futurespreisen Und die haben sich schon so eine Meinung gebildet.
00:21:04: Die sagen, wenn die Ölpreise jetzt die Inflation hochbringen, dann müssen die Notenbanken auch die Zinsen erhöhen.
00:21:11: So ist eben in Europa auf einmal eine Zinserhöhung eingepreist.
00:21:16: Erwartet also für den nächsten Monate sogar zwei.
00:21:20: in diesem Jahr und vor dem Iran-Konflikt.
00:21:24: von den Angriffen war noch ne leichte Zinssenkung erwartet.
00:21:28: da hat sich was getan.
00:21:30: Das kurzfristige Zinsen steigen, das wird erwartet.
00:21:35: Bei den langfristigen Zinssen auch bei dem was für die Kredite und das Bauen usw.
00:21:42: wesentlich sind da hätte das natürlich auch Auswirkungen.
00:21:46: Da würden die Zins nicht ganz so stark nicht um fünfzig um halbes Prozentpunkt sondern bisschen weniger ansteigen.
00:21:53: nur ob es dann wirklich dazu kommt, steht auf einem ganz anderen Blatt.
00:21:58: Das ist das was die Märkte jetzt erstmal erwarten und wir sind da auch skeptisch denn eine europäische Zentralbank wird nicht automatisch sklavisch die Zinsen erhöhen weil die Inflation wegen des Ölpreises nach oben geht.
00:22:13: sie wird auch darauf schauen was für Schäden dieser Öl preisanstieg in der Konjunktur anrichtet Denn wenn diese Schäde groß sind Dann läuft der Ölpreisanstieg nach ein paar Monaten
00:22:27: aus.
00:22:28: Das heißt also, die ÖlPreise bleiben zwar hoch aber sie steigen eben nicht mehr weiter an und das bedeutet für die Inflation dass sie automatisch zurückgeht.
00:22:37: im nächsten Jahr dann Und noch stärker.
00:22:41: Sie wird vielleicht sogar noch weiter sinken weil die Konjunktur so stark beeinträchtigt ist.
00:22:46: und wenn man dann im Herbst die Zinsen erhöht dann Beeinträgt sich man die Konjonkturen noch zusätzlich Und das will die EZB ganz sicherlich nicht, deswegen ist es überhaupt keine ausgemachte Sache ob dann die Zinsen überhaupt steigen werden.
00:23:02: Wir glauben nicht dass die Ezb viel tun wird würde wenn es tatsächlich dazu käme dass der Konflikt lange andauert.
00:23:11: aber auch das gehört dazu was an dem Konfliktenverlauf und vor allen Dingen der Normalisierung beim Rohölproduktion und Transport eben dran hängt.
00:23:21: Und das ist etwas, was wir tatsächlich in den nächsten ja nicht ein zwei drei Wochen sondern da werden wir tatsächlich noch ein zwei Monate beobachten müssen.
00:23:31: Aber du hast recht es hängen nicht nur die Aktienmärkte Sondern eben auch die Zinsmärkti dran.
00:23:37: Ja, ich würde sagen für den heutigen Tag lassen wir es mal dabei bewenden.
00:23:40: Wir haben ja die ganze Zeit schon Updates gesendet und wir haben ja schon alles einmal komplett durchgekaut.
00:23:45: Ich glaube für heute reicht's erst mal.
00:23:47: Ich gebe die Hoffnung auch nicht auf dass wir da jetzt endlich mal eine zeitliche Begrenzung sehen in dem Konflikt und vielleicht mal wieder ein bisschen mehr Ruhe reinkommen bis hier mehr Verlässlichkeit für die Wirtschaft rum kommt.
00:23:58: aber aktuell sieht es leider erstmal nicht so aus.
00:24:00: Mal gucken wie sie in den nächsten vierzehn Tagen weitergeht.
00:24:02: In vierzehnt Tagen sprechen wir wieder Ulrich Da gucken wir drauf was ist passiert Und ich hoffe, dass wir nicht zwischendrin nochmal irgendeinen Update machen müssen.
00:24:10: Nicht nur weil ich nicht gerne mit dir rede aber... Es kann ja mal ein bisschen Ruhe reinkommen.
00:24:15: Über
00:24:15: was Erfreulicheres?
00:24:16: Ja,
00:24:16: mal ein bißchen schöne Themen.
00:24:18: Aufschwung und sowas das wär mal toll!
00:24:20: Und natürlich auch Danke Björn dass du heute hier warst und uns auch so ein bisschen mitgenommen hast.
00:24:24: Mal ins Formmanagement wie ihr aktuell da unterwegs seid und auch nochmal das Bild geklärt hat Dass ihr nicht wild mit Zettel-Wedeln durch die Gänge rennt sondern dass ihr da Mit viel Ruhe rangeht und mit viel Sachverstand also auch da noch mal vielen Dank.
00:24:38: Ihnen an den Geräten.
00:24:38: vielen dank fürs zuhören.
00:24:40: Schreiben Sie uns gerne wenn sie auch fragen rund um Wirtschaft und Börse haben, sie erreichen uns am besten über E-Mail.
00:24:45: Da schreiben Sie einfach an podcastatdk.de.
00:24:48: dann landet das nämlich direkt bei mir und ich kann es direkt verarbeiten.
00:24:51: Ansonsten schauen wir natürlich auch unter die Social Media Beiträge.
00:24:54: wenn da was Interessantes kommt dann beantworten wir das natürlich auch!
00:24:58: Das war's von uns für heute.
00:24:59: machen sich gut bis bald tschüss Schreckstrich.
00:25:14: linker
00:25:14: MIMOS-Gruppe.