Mikro trifft Makro - Das Finanzmarktgespräch

Transkript

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00:00:02:

00:00:11: Hallo und herzlich willkommen zur onehundertundachtundvierzigsten Ausgabe von Mikrotriff Makro mit einem schnellen Update rund um den Krieg in der Ost.

00:00:20: Und ja, ich freue mich dass das so kurzfristig geklappt hat und begrüßt bei mir den Chefvolks wird der Dekabank Doktor Ulrich Carter.

00:00:26: Guten Morgen Ulrich.

00:00:28: Ja immer auf der Beobachter Position in diesen Tagen ist doch klar

00:00:34: Ja genau das hat mir schon angekündigt wir werden das eng begleiten.

00:00:37: Jetzt hat sich tatsächlich ja man kann fast sagen über von Sonntag auf Montag die Situation noch mal etwas verschärft und wir sehen einen deutlichen Anstieg beim Ölpreis, wir sehen ein deutlicher Abschlag an den Börsen auch wenn es jetzt aktuell bei dem Zeitpunkt der Aufnahme wieder ein bisschen eingependelt hat über dreiundzwanzigtausend Punkten aber... Wir waren auch schon im DAX deutlich darunter.

00:00:58: Auch die asiatischen Börsen reagieren deutlich, was hat denn dazu geführt dass sich die Situation ja man kann fast sagen übers Wochenende so stark verändert hat und hier gerade auch nochmal der Ölpreis so stark angestiegen ist?

00:01:11: Man hat ja eigentlich gedacht okay die Preisentwicklung sind jetzt drin aber Über zwölf Prozent ging es heute Morgen noch mal bergauf mit dem Ölpreis.

00:01:18: Was ist denn da los an den Märkten Ulrich?

00:01:21: Ja, es hat jetzt am Wochenende nichts an Ereignissen stattgefunden die etwa die Angebotslage jetzt nochmal eventuell woanders auf der Welt nochmal eingeschränkt hätte.

00:01:33: Nein, das ist einfach die Erkenntnis dass eine Verlauf des Militärkonflikts, wie beispielsweise in Venezuela.

00:01:45: Ganz kurz wenige Tage und dann ist wieder Klarheit dass das eben nicht der Fall ist.

00:01:52: da hatten durchaus auch die ein oder anderen Beobachter und Experten im Vorfeld darauf hingewiesen Iran ist eine ganz andere Konstellation als Venezuela von allen Disziplinen von allen Perspektiven, von der Größe des Landes und von der politischen Struktur.

00:02:10: Wir sehen ja eben dass das Mueller-Regime fest im Sattel sitzt und auch mehr oder weniger weitermacht.

00:02:16: also alles diese Unterschiede die kommen dann zum Tagen.

00:02:22: Die ökonomische Logik ist nach wie vor wir haben es am Freitag hier schon so hingestellt ob eben der Transport durch die Straße von Hormus möglich.

00:02:32: Und hier ist es nach wie vor das Warten auf militärische Möglichkeiten, militärischen Bedingungen.

00:02:41: Dass die Risiken für einen Transport eben darstellbar sind.

00:02:46: Das sind sie zurzeit nicht.

00:02:47: Das ist der Grund warum die Versicherungsprämien so teuer geworden ist dass der Transport eben sich nicht lohnt beziehungsweise auch physisch Die Räder davon absehen diese Gefahren überhaupt einzugehen.

00:03:00: Und der Ölmarkt reagiert natürlich sehr schnell wie überhaupt.

00:03:05: Der gesamte Finanzmarkt auch in seiner Eigenschaft als vorsichtiger Anwalt von Vermögen, natürlich dazu neigt sehr schnell dann auch negative Entwicklungen in die Zukunft zu verlängern und deswegen das einpreist was er jetzt gerade eben einpreißt Wobei die Einwertung muss ja schon nüchtern bleiben.

00:03:34: Die Kommentare, die Medien machen jetzt natürlich den großen Einbruch und die Märkte creschen am Wochenende.

00:03:43: Das muss man zurzeit eben einwerten.

00:03:47: Die Märkte preisen zunehmend konjunkturelle Auswirkungen ein.

00:03:54: Aber bei den Fähren von irgendeiner Art, vom Panik-Modus.

00:03:59: Wir sind jetzt hier im DAX mit zweiundzwanzigtausend Punkten.

00:04:04: Das ist deutlich noch über dem Niveau von Anfang zweitausendfünfundzwandzig und auch deutlich... von dem Rückgang, den wir ja im Jahr... ...ehr erst ab April hatten.

00:04:16: Liberation Day also.

00:04:18: vom Ausmaß her muss man sagen ist das was wir erleben zwar Rückgänge aber weit entfernt von den großen Kressen und alles hängt natürlich daran wie es weitergeht.

00:04:33: ich kann jetzt nicht absehen dass in dieser laufenden Handelswoche hier oder auch selbst danach in der Woche schon entscheidende Informationen auftauchen, in welche Richtung insbesondere die Richtung einer Wiederherstellung der Öltransporte.

00:04:53: Das heißt also ich denke schon dass diese Situation eben einfach noch anhält.

00:04:58: Wir müssen auch bei den Reaktionen auch unterscheiden zwischen Regionen.

00:05:02: wir haben deutlich von der Energie Problematik stärker betroffenen Regionen.

00:05:07: Das ist Europa, das ist Asien auch.

00:05:09: Ja China hat ja nicht nur einen Ausfall von venezolanischen Öl eine Weidelang zu verkraften sondern jetzt eben auch die den Iran als Haupthandelspartner.

00:05:18: also da ist der Druck hoch.

00:05:21: in den USA ist dass in der Gänze der Wirtschaft noch nicht der Fall.

00:05:25: deswegen reagieren auch die amerikanischen Aktienmärkte bis jetzt wenig.

00:05:30: Da haben wir eher den politischen Druck über Tankstellen über die Benzinpreise, die natürlich auch in Amerika deutlich ansteigen und die Politik eher unter Druck setzen.

00:05:42: Ich will damit sagen, die Reaktionen sind am Kapitalmarkt deutlich vorgelaufen dem was eben in der Konjunktur überhaupt jetzt absehbar ist.

00:05:53: Die konjunkturellen Konsequenzen werden erst dann eingestellt sechs bis acht Wochen lang keine Besserung bei der Rohölversorgung in Sicht ist, dann wird es tatsächlich konjunkturell langsam relevant.

00:06:05: Wir hatten das am Freitag glaube ich so geschildert drei bis sechs Wochen sind auszuhalten für die Weltwirtschaft drei bis six Monate eben nicht und dazwischen ist eben diese Grauzone.

00:06:16: Insofern bleibt alles natürlich am weiteren Fortgang Erdöl-Produktion, daran hängt alles weiterhin.

00:06:29: Heißt aber auch sollte der Konflikt jetzt länger als die von Donald Trump avisierten vier Wochen dauern müssen wir schon darüber reden welche konjunkturellen Aushörgungen das haben wird insbesondere auf die Länder die von den Energielieferung aus dem Iran oder aus der Region sagen wir mal im wesentlichen Jahr auch abhängig sind also sprich insbesondere Europa und Asien.

00:06:49: Selbstverständlich wenn es tatsächlich so sein sollte dass der Iran eben in der Lage ist politisch das Druckmittel einsetzen will, die Erdöversorgung zu unterbrechen.

00:07:01: Dann ist es schon etwas was auf dauer gravierende Auswirkungen hat.

00:07:07: Da geht's dann natürlich sehr stark in den militärischen hinein und auch aus dem politischen wie lange eine US-Regierung diesen diesen ökonomischen Druck dann eben standhalten möchte.

00:07:22: Jump hat ja bei der Kommentierung des Militäreinsatzes von Anfang an sehr vage kommuniziert, das heißt also keine Ziele genannt und er könnte jederzeit die Operation zurückfahren weil ein Ziel natürlich die Schwächung der militärischen Fähigkeiten.

00:07:40: Iran hatte natürlich in jedem Fall zusammen mit Israel erreicht Aber das sind dann wiederum politische Überlegungen.

00:07:48: Das ist ein ganz anderes Feld und das müssen wir einfach beobachten, wie sich die Beteiligten da äußern

00:07:53: kann aber auch sein dass Donald Trump dann doch auch durch die Entwicklungen jetzt an den Kapitalmärkten so viel Druck von innen bekommt.

00:08:01: also er auch sagt wir machen mal jetzt ein bisschen langsamer fahren das Ganze mal ein bisschen zurück sorgen erstmal wieder ein bisschen für Beruhigung weil gerade des Wirtschaftsthema wird ihn ja schon auch belasten im Inneren dann in der Wahrnehmung bei der Bevölkerung.

00:08:14: Na klar, ich meine es sind die Wahlen jetzt im Herbst.

00:08:18: Die zwischenwahlen in den USA und da hätte ein schneller militärischer Erfolg natürlich ihm Auftrieb gegeben.

00:08:28: danach sieht das nicht aus insbesondere nicht nach einer Veränderung des politischen Schreckens gleichgewichts.

00:08:35: also würde ich das mal formulieren im Nahen Osten.

00:08:38: und dann ist eher die Frage wie wird der Konflikt wieder beruhigt?

00:08:43: Davor ist eben noch das militärische und militärisch-strategische Thema zu klären, ob auch unter den jetzigen Konfliktbedingungen der Rohöltransport mit eskoortierten Convoys.

00:09:00: Das ist ja die Idee sichergestellt werden kann was selbstverständlich die Lage unabhängig von dem Tierkonflikt und dem reichen politischer Ziele für die Wirtschaft zumindest deutlich entspannen würde.

00:09:13: Das rechnet ihr ja immer in Szenarien.

00:09:15: Ihr habt euer so genaues Hauptszenario, das wird es wir auch schon letzte Woche ja geredet haben.

00:09:21: Bleibt das dann erstmal alles intakt oder hat die aktuelle Situation an eurer Einschätzung heute zumindest schon was geändert?

00:09:27: Oder sagt ihr ne, wir bleiben erst mal so beim Hauptscenario wie gedacht?

00:09:31: Nein, wir bleibt... Die Einschätzung bleibt unverändert.

00:09:36: Wir haben das auch bewusstso gewählt dass wir für uns weil wir ja auf die Kapitalmärkte sozusagen Ende des Jahres schauen, weil wir für uns hier die Entscheidung oder die Unterscheidung treffen.

00:09:53: Eine wirkliche Veränderung von Aktienkursen am Jahresende Zinsen tritt dann ein wenn wir und die Fundamentaldaten wirtschaftliches Wachstum und das schon weltweit und auch Inflation stark ändern müssen.

00:10:13: Das heißt also, wenn wir beim weltwirtschaftlichen Wachstum ein Prozentpunkt für die Weltwirtschaft runtergehen oder sogar auch die USA nach unten korrigieren müssen und zwar substanziell und dann sich auch abzeichnet wie die Notenbanken reagieren.

00:10:29: Wir haben zurzeit zwei Zinssteigerungen der EZB an den Märkten eingepreist.

00:10:35: Also wenn wir von dem makroekonomischen Trends sagen, dass diese Änderungen kommen werden und auch gerechtfertigt sind.

00:10:48: Dann ist das unser Risikoszenario mit alle anderen Entwicklungen.

00:10:54: Das heißt also die Entwicklungen bei einer Begrenzung der Probleme in der Ölversorgung eintreten, die sind alle im Hauptszenario versammelt.

00:11:03: Das sind ganz unterschiedliche politische Ergebnisse.

00:11:06: ob es Regime wechseln gibt oder nicht wie die militärischen Auseinandersetzungen laufen das ist alles in diesem Hauptscenario enthalten wo eben nach sechs Wochen die Erdölversorgen wieder anläuft und das müssen wir jetzt abwarten

00:11:23: Genau.

00:11:24: Das ist auch ein gutes Stichwort.

00:11:25: abwarten, ohnehin ein gutes stichwort.

00:11:28: rohe bewahren Ist ein gutes stechwort glaube ich jetzt auch die nachrichtenlage nicht minütlich beurteilen und überlegen was muss ich tun?

00:11:36: Was muss ich vielleicht machen sondern wirklich langfristig denken

00:11:40: Nicht vor allen Dingen nicht von der einen oder anderen meldungen Jetzt in eine panik selber hineinreden.

00:11:48: Die weltwirtschaft ist relativ robust Probleme, Ausfälle von der Dauer von vier Wochen, sechs Wochen eben angeht.

00:12:02: Das ist dann alles sehr dramatisch aber das kann abgefedert werden.

00:12:07: Zum Thema werden die Dinge wenn sie wirklich dauerhaft sind

00:12:10: Genau und das werden wir weiterhin beleuchten.

00:12:13: Wir hören uns diese Woche auf jeden Fall nochmal Denn für Donnerstag haben wir unseren Standardtermin angesetzt.

00:12:19: Da werden wir auch noch mal auf die aktuelle Situation drauf schauen Und bis dahin versuchen wir auch mal Ruhe zu bewahren und nicht noch eine Sonderfolge zumachen.

00:12:28: Aber heute war es, glaube ich, wert nochmal draufzuschauen auf die Märkte, nochmal zu beurteilen was ist da jetzt eigentlich so ad hoc passiert?

00:12:34: Warum geht's bergab mit dem Börsen und bergauf mit dem Ölpreis?

00:12:39: Deshalb vielen Dank nochmal Ulrich für das kurze Update heute morgen und allen Zuhörenden wünschen wir einen schönen Tag!

00:12:47: Wir hören uns dann Ende der Woche wieder.

00:12:48: Macht es gut und bis bald.

00:12:50: Tschüss

00:12:52: Mikro trifft.

00:12:53: Makro

00:12:53: ist ein Podcast der

00:12:55: DK Bank.

00:12:56: Weitere Informationen zur DK

00:12:58: Bank

00:12:58: finden sie unter www.dk.de.

00:13:02: schrägstrich dk-gruppe.