00:00:00: Wer stielt mir?
00:00:00: die Show, heißt eine bekannte Game Show im deutschen Fernsehen.
00:00:05: Donald Trump könnte da derzeit häufig zum Zuge kommen.
00:00:08: Denn mit seinen Äußerungen lenkt er seit Jahresbeginn täglich die mediale Aufmerksamkeit auf sich.
00:00:13: Nun also Grönland als großes Thema.
00:00:15: Und wer dagegen ist?
00:00:17: Klar, der kassiert Zölle.
00:00:19: So zumindest die Androhung.
00:00:21: Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sollte dann alles geklärt werden.
00:00:25: Wurde es auch, irgendwie.
00:00:27: Zölle gibt es nämlich erst mal nicht, die sind wieder mal vom Tisch.
00:00:32: Das war gut für die Märkte, aber dennoch bleibt die Frage, wie es in der Causa Grönland nun weitergeht.
00:00:38: Fest steht, dass es schon jetzt schon seit dem Jahr der Geoeconomie gelten wird.
00:00:44: Und sonst so?
00:00:45: Immerhin eine gute Nachricht.
00:00:47: Der IWF sieht Wachstum für Deutschland in Höhe von Klingt erstmal positiv, relativiert sich aber beim Blick über den großen Teich.
00:00:56: Die USA wachsen nämlich weiterhin deutlich stärker als Deutschland.
00:01:00: Und auch weltweit bleibt das Wachstum auf jeden Fall stabil.
00:01:04: Ach ja, dann war da ja auch noch ein Handelsabkommen, das fast medial und tatsächlich untergegangen wäre.
00:01:11: Ist das mit Grönland jetzt geklärt?
00:01:13: Kommt Deutschland jetzt zurück zum Wachstum und was bedeutet das Mercosur-Abkommen für Deutschland und Europa?
00:01:20: Wir sprechen drüber.
00:01:21: In dieser Folge Mikro trifft Makro.
00:01:34: Hallo und herzlich willkommen zur einhundertunddreiundvierzigsten Folge Mikro trifft Makro.
00:01:39: Heute ist Mittwoch, der achtundzwanzigste Januar, zweitausendsechstenzwanzig.
00:01:43: Und bei mir sitzt auch wieder der Chef, der Chefvolks der TK Bank, Dr.
00:01:48: Ulrich Carter.
00:01:49: Guten Morgen, Ulrich.
00:01:50: Guten Morgen.
00:01:51: Ja, wir haben ein bisschen vernebelte Aussicht heute Morgen hier bei uns.
00:01:55: Wir sind froh, dass der Schnee weg ist.
00:01:57: Bist du froh?
00:01:58: Ja, wir sind ja viel unterwegs jetzt hier, insbesondere bei den Sparkassen auch.
00:02:03: Und dahin zu kommen ist natürlich dann immer zunehmend eine Aufgabe.
00:02:06: Okay, das ist der rationale Blick des Volkswirts jetzt.
00:02:10: Der ästhetisch-literarische Blick ist ja eher die Friedlichkeit, die dieser Schneedecke ausstrahlt dann auch.
00:02:17: Ja, da sagen dann viele, die dann auch gerade im Verkehrsbereich unterwegs sind, das sind wir gar nicht mehr gewohnt, so viel Schnee.
00:02:23: Das ist ganz neu, aber eigentlich ist es ja eher normal.
00:02:28: Oder sollte es normal sein?
00:02:29: War es früher mal?
00:02:30: Ja, ja, aber ich habe jetzt gerade gelesen irgendwo, es war tatsächlich das erste Mal seit so fünfzehn Jahren, dass es zumindest hier in dem Bereich, also bei uns hier in der Mitte, würde ich jetzt mal sagen, da war es ja irre viel, also so viel Schnee, zwanzig Zentimeter oder wie viele waren es jetzt am Ende des Tages gestern, vorgestern.
00:02:46: Das gab es ja ewig nicht.
00:02:47: Stimmt, das ist es eben.
00:02:49: Es wird eben wärmer und das zeigt sich dadurch, dass diese Ereignisse, die wir jetzt eben erleben, seltener werden.
00:02:54: Dann sind wir natürlich überrascht.
00:02:56: Überrascht ist ein ganz gutes Stichwort.
00:02:58: Da sind wir nämlich auch überrascht, immer wieder über die eine oder andere Äußerung, die uns in den letzten Wochen über den Weg gelaufen ist.
00:03:05: In den vergangenen Jahren fingen ja doch recht turbulent an und soll ja auch so was du es mal gesagt, dass ja der Geoeconomie werden fühlt sich, ehrlich gesagt, auch schon so ein bisschen so an.
00:03:16: Dennoch ist es auch irgendwie das Jahr der Aufmerksamkeitsökonomie, denn die mediale Aufmerksamkeit, die wird insbesondere von allem im Moment recht gut gelenkt und dass es Niemand anderes als Donald Trump, der sorgt immer wieder dafür, mit seinen Äußerungen die Märkte in Zwang zu bringen und die Staatschef anderer Länder auch in Rage zu bringen und dazu zu bringen, auf einmal hektisch zu agieren.
00:03:39: Und das war schon ein ganz schöner Paukenschlag jetzt mit Grönland wieder und dann auch den Zöllen, die dann wieder angedroht werden, falls man ihn dann nicht unterstützt und so weiter und so fort.
00:03:48: Da war ja doch schon wieder ganz schön viel Geräusch in den Tagen vor Davos.
00:03:53: Ja, es fällt glaube ich ein bisschen schwer zu unterscheiden zwischen dem Getöse und das ist ja wirklich diese Persönlichkeit Donald Trump, die wirklich ein extremes Talent hat und auch eine ganz besondere Art hat, wenn man hört, wie er sich ausdrückt, diese seltsame Volksnähe, die er da in seinen Aussagen hat, sich halt selbst in den Mittelpunkt zu stellen, auf der einen Seite und da auf der anderen Seite halt den Programm, was dahinter steckt, ein Programm, der Mager-Fraktion der Leute, wenn es da überhaupt eine feste Fraktion gibt.
00:04:29: Er selbst hat, wie gesagt, diese unvergleichliche Art, sich in den Mittelpunkt zu stellen, auch zu verhandeln, diese wahrscheinlich ja wirklich aus der betriebswirtschaftlichen Verhandlungserfahrung kommende... Strategie erst mal unmögliche Wegmarken zu setzen in Verhandlungen, Framing zu betreiben, erst mal Unmögliches zu fordern, um dann hinterher mit dem was man kriegt zu sagen ist eigentlich mehr als ich erwartet habe.
00:04:59: Das sind doch wirklich sehr persönliche Dinge.
00:05:03: Gibt ja da diesen Kinofilm über ihn, The Prentice, da wird seine Frühzeit in New York beleuchtet.
00:05:13: Wie es da dargestellt wird, ist vor allem dieser unbedingte Wille dazu zu gehören, zur Gesellschaft zu gehören und das treibt ihn oder hat ihn sehr lange angetrieben.
00:05:25: Naja, jetzt ist es aber vor allen Dingen das Programm, was uns ja aber wirklich auch tatsächlich umtreibt.
00:05:32: Das Programm dieser Regierung, soweit es eins ist, man darf auch nicht vergessen, dass diese Regierung und die Republikaner ja auch sehr fragmentiert sind.
00:05:41: Wir müssen uns da immer fragen, was sind denn eigentlich wirklich die Ziele?
00:05:48: Was ändert sich in der Weltpolitik substanziell?
00:05:52: Auch dann in der Weltwirtschaft?
00:05:54: Wie viel davon andere Torek- und Verhandlungstaktik abziehen von dem, was da ins Mikro gesagt wird?
00:06:00: Ja, und ich würde sagen, dann bleibt dann doch genug übrig, dass die Europäer sich sagen müssen, es muss sich was ändern.
00:06:08: Das ist nicht zuletzt auch wirklich diese sehr, jetzt wiederum disruptive Art wie Ansprüche auf Grönland jetzt hier und da.
00:06:18: in seinen Aussagen dann gleich mit Island verwechselt, ob das Absicht war oder Vorbereitung war, wissen wir nicht.
00:06:24: Wobei es schon Schizophrenis auf der einen Seite traut, diese amerikanische Regierung den Europäern nichts zu, was Lösung von wirklichen modernen gesellschaftlichen Problemen angeht, von Verteidigung bis hin zur inneren Aufbau der Gesellschaften.
00:06:43: Da ist Das hat man auch jetzt in der Grönland-Debatte wieder gesehen, ein enormes Maß an Verachtung über den alten Kontinent, gerade bei den Magerleuten, bei der Fraktion von Donald Trump, bei J.D.
00:06:55: Vance usw.
00:06:56: zu hören.
00:06:57: Das ist wirklich bemerkenswert, was dafür ein Bild vorherrscht von dem immer einen sehr substanzreichen, traditionsreichen Kontinent Europa.
00:07:09: Man muss sich fragen... Wie viel davon ist denn wirklich auch berechtigt?
00:07:13: Denn das ist ja immer das Problem, dass auch die Trump-Leute, Trump selber, ja durchaus Probleme ansprechen, sonst wäre er auch nicht so beliebt in der Bevölkerung, die die Leute umtreibt.
00:07:26: Heißt nicht, dass die Antworten die richtigen sind.
00:07:30: Aber das zu unterscheiden, was ist denn tatsächlich Berechtigtekritik und was nicht?
00:07:33: Also was müssen die Europäer tatsächlich auch mal selbstkritisch sagen, was wirklich nicht funktioniert?
00:07:39: Das ist das eine, diese Verachtung für Europa.
00:07:42: Auf der anderen Seite will Amerika ja alles andere als das Europa sich jetzt hinstellt und mächtig wird.
00:07:48: Das heißt, also sich selbst am Riemenreis und sagt, wir bauen jetzt hier tatsächlich eine Verteidigung beispielsweise auf.
00:07:56: die mit vielleicht den US-Amerikanern auf den Weg ist, ebenwürdig zu werden.
00:08:01: Das ist das Letzte, was die Amerikaner möchten.
00:08:03: Deswegen ist da auch so eine gegensätzliche Argumentation, aus der man auch nicht schlau wird.
00:08:08: Am Ende ist es so, dass was der amerikanische Position nutzt, das wird vorangetrieben.
00:08:14: Und diese Auseinandersetzungen, die haben wir jetzt wieder erlebt.
00:08:18: Ich glaube nach wie vor, dass auch die Amerikaner weiterverbündete brauchen und das auch wissen.
00:08:23: Aber sie sind eben sehr, sehr rücksichtsvoll und mit diesen harten Bandagen muss man im Gegenhalten.
00:08:28: Diese Zollandrohung, die ihr da jetzt nochmal rausgehauen hat im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos, die haben ja auch gleich an der Börse wieder für Wirbel gesorgt.
00:08:37: Es ging kräftig nach unten, vor allem auch in den USA, weil man da halt auch die Befürchtung hat.
00:08:41: Vielleicht ist es doch gar nicht so gut für uns.
00:08:43: Dann hat sich alles wieder ein bisschen entspannt.
00:08:46: Und man kann das ja fast so als Muster deuten bei Trump.
00:08:50: Man hat es ja jetzt schon mehrfach gesehen.
00:08:53: Wenn man das dann als Strategie nutzt, kann man ja sagen, naja, der hat jetzt Zölle angedroht, die Märkte sind nach unten gegangen, da steige ich jetzt mal ein und der wird das schon wieder zurücknehmen und dann habe ich ganz gut Geld verdient damit.
00:09:02: Ja, das Taco Argument, das er am Ende immer zurückschreckt ist, gibt jetzt sogar Taco Barometer, die bei allen seinen Forderungen, die er mal gestellt hat, dann abdiskuntieren, was dann draus geworden ist.
00:09:20: ist durchaus so, ist ja auch so eine Verhandlungstaktik.
00:09:22: Wie gesagt, viel vorder mal sehen, was man kriegt.
00:09:25: Bei den Zöllen ist es mittlerweile so, was er aufgestellt hat im letzten Jahr, auch in den Verhandlungen nach dem April.
00:09:34: Das waren Zollsätze so im Durchschnitt nach außen auf alle Länder mal betrachtet von knapp zwanzig Prozent.
00:09:42: Wenn wir da heute draufgucken, was sind denn eigentlich wirklich die Zölle, die an der Grenze erhoben werden, wirklich tatsächlich und real?
00:09:49: dann ist das nur die Hälfte.
00:09:51: Effektive Außenzoll liegt zurzeit bei zehn Prozent.
00:09:54: Da sind Zölle dann wieder zurückgenommen worden.
00:09:57: Da sind sie erst mal ausgesetzt worden.
00:09:59: Da haben sie sich als technisch nicht umsetzbar erwiesen.
00:10:04: All das führt dazu, dass eben von diesen zwanzig Prozent Zöllen nur zehn Prozent tatsächlich effektiv wirksam sind zurzeit.
00:10:11: Also so der Schnitt quasi dann?
00:10:13: Genau,
00:10:13: das ist ein Durchschnitt, das ist sehr unterschiedlich.
00:10:16: Wir haben natürlich Branchen, die sehr viel höhere Zölle haben.
00:10:19: Wir haben Länder, ja die Schweiz, prominentes Beispiel, die auch sehr viel höhere Zölle haben.
00:10:25: Aber dafür haben wir eben auch andere Branchen, wo es gar keine Zölle gibt.
00:10:28: Und das ist auch eben sehr im Fluss, sehr flexibel.
00:10:31: Der Durchschnitt ist ja immer dann das Wesentliche.
00:10:33: da sind es zehn Prozent gegenüber allen Ländern in allen Produktgruppen im Durchschnitt.
00:10:39: Wir sollten uns nicht so sehr auf diese Zölle stürzen.
00:10:42: Das haben wir im letzten Jahr gemacht, weil das Wort Zoll so ein Schlüsselbegriff war für etwas, was verpönt ist, was jahrzehntelang in der globalisierten Weltwirtschaft überhaupt nicht ins Bild passt.
00:10:58: und auf einmal kommt da jemand und holt dieses alte schwer Zoll aus der Kiste heraus.
00:11:05: Und deswegen waren wir da alle so entrüstet drüber.
00:11:09: Aber die Wirkungen, die materiellen Wirkungen dieser Zölle sind am Ende für die Gesamtwirtschaft sehr gering.
00:11:16: Für einzelne Branchen und Unternehmen macht das anders sein, aber wir gucken ja auf die gesamten Märkte und die Auswirkungen.
00:11:27: Und da sind die Zollwirkungen zumindest wesentlich geringer als die öffentliche Aufmerksamkeit.
00:11:35: Sie sind dafür, die Weltwirtschaft zusammenbrechen zu lassen, eben nicht hoch genug.
00:11:42: Und sie sind dann auch zu volatil.
00:11:43: Das heißt also, die Schwanken zu stark.
00:11:47: Und solange es keinen kompletten Zeug kriegt, ist das jetzt verdaut.
00:11:52: Die Wirtschaft hat sich angepasst.
00:11:54: Die Handelsströme sind umgelenkt worden.
00:11:56: Das ist alles unterwegs.
00:11:58: Da gibt es keine großen Einflüsse mehr.
00:12:00: Und wir sollten wirklich generell ein bisschen weniger auf die wirtschaftlichen Waffen, die Trump da zückt, achten.
00:12:10: Ich glaube, die eigentliche Musik spielt eben in der Weltpolitik, das heißt also Energiepolitik.
00:12:17: Wer arbeitet mit wem zusammen, wo sind die neuen Grenzen, die dann natürlich auch für die Wirtschaft wichtig werden?
00:12:24: und was für neue Konflikte gibt es und Konfliktlösungen oder Mechanismen gibt es?
00:12:30: Diese Einsortierung der Welt, eventuell in zwei Lager, das ist das große Thema.
00:12:36: Und das ist etwas, was sich schleichend ergibt.
00:12:38: Das kann man nicht von heute auf morgen sehen, geschweige denn einschätzen, wie es sich nun genau entwickeln wird.
00:12:45: Das sind Dinge, die von Jahr zu Jahr sich nach vorne bewegen, aber das eben ganz langsam.
00:12:52: Leider eventuell auch eben mit Ausbrüchen, Gewaltausbrüchen, militärischen Konflikten.
00:12:57: Das ist ja eben das, was über den Märkten ständig schwebt.
00:13:01: Aber wir sollten langsam ein bisschen weggehen von dieser Angst vor den Zöllen.
00:13:05: Okay, du plittierst also gegen eine Zollphobie und... Wir sollen aber mal auf die anderen Sachen gucken, die sind nämlich viel wichtiger.
00:13:11: Ja, es lenkt auch ab.
00:13:13: Wir haben genug interne wirtschaftliche Themen hier in Europa.
00:13:17: Da brauchen wir gar nicht die Amerikaner für mit ihnen zählen, um zu sagen, dass da was passieren sollte.
00:13:23: Das große Weltwirtschaftsforum in Davos hat ja stattgefunden.
00:13:26: Dieses Jahr irgendwie gefühlt besonders wichtig.
00:13:29: Trump ist dort aufgetreten.
00:13:31: Er ist auf seine Rede quasi gewartet.
00:13:32: Zwei Nachts Minuten war so übrigens lang.
00:13:36: Es war auch sehr speziell, würde ich sagen.
00:13:38: Es
00:13:38: war diese besondere Kommunikationsstil.
00:13:41: Diese
00:13:41: kleinen Geschichten, die
00:13:44: zwischen drin
00:13:44: erzählt werden.
00:13:46: Zwischendrin geht es dann mal ganz kurz um Grönland und dann wird aber wieder irgendeine andere Geschichte erzählt.
00:13:50: Es war alles sehr
00:13:51: fragmentiert.
00:13:55: Wissen oder meiner Erinnerung in irgendeiner Weise auch nur annähernd ähnlich.
00:14:00: Ja, weil eben auch so diese gerade Linie fehlt.
00:14:03: Also es ist so keine klargeschriebene Rede, die dann da quasi vorgetragen wird, sondern es ist quasi so eine Aneinanderreihung von Fragmenten.
00:14:10: Aber man fragt es natürlich schon, jetzt hat es ja alles stattgefunden.
00:14:13: Was ist denn jetzt die Quintessenz aus Davos?
00:14:15: Was nehmen wir denn mit für Europa insbesondere?
00:14:18: Also ich bin jetzt kein Geopolitiker, aber... was wir hören, diskutieren und auch aufnehmen, ist, dass hier tatsächlich eben ein Richtungswechsel der amerikanischen Außenpolitik stattfindet.
00:14:34: und in der Sicherheitsstrategie, wir haben es beim letzten Mal ja auch besprochen, steht es ja auch drin, Amerika meint, dass es sich wappnet, wappnen muss für die Auseinandersetzung mit China.
00:14:50: Das dazu vor allen Dingen eines gehört Stärke.
00:14:54: Und zwar klar militärisch, aber eben, dass die neue Komponente ökonomisch.
00:15:00: Das bedeutet, dass man alte Stärken wieder aufbauen muss.
00:15:04: Die Industrie beispielsweise muss wieder nach Amerika kommen.
00:15:07: Man muss auch Tag werden.
00:15:08: Man muss sich gerade bei dem Thema selten erden, wo die Amerikaner im Zeustreit mit China ja unter die Räder gekommen sind, muss man sich... unabhängig machen.
00:15:16: Alles Dinge, die auch eingeleitet sind und die aber auch Zeit benötigen.
00:15:20: Dazu gehört auch, dass China zurückgedrängt werden muss aus der eigenen Sphäre, die westliche Hemisphäre.
00:15:27: Und das sind auch die Dinge, die wir auch schon praktisch gesehen haben.
00:15:30: Das steckt auch sehr stark dahinter.
00:15:33: Den Einsätzen, die die Amerikaner jetzt in Südamerika an allen voranen Wehzehler.
00:15:41: gemacht haben, weil China dort eben auch bereiten dabei war, ihr seinen Einfluss zu stärken.
00:15:46: Also die Dinge sind unterwegs und daran kann Europa nicht vorbeigehen.
00:15:53: und das bedeutet, dass sich tatsächlich für Europa die Frage stellt, wie will man sich selber in dieser Welt behaupten, wo Amerika eben sein eigenes Ding macht?
00:16:03: und ja, die eigentliche Schlussfolgerung ist, dass wir etwas brauchen wie eine europäische Souveränität.
00:16:10: Da geht es um ganz, ganz große Fragen.
00:16:14: Am Ende um beispielsweise eine europäische Atombewaffnung.
00:16:19: Wir haben bisher die beiden Atommächte Großbritannien und Frankreich, die aber sehr, sehr penibel darauf achten, dass sie die Kompetenzen über diese militärischen Optionen einzig und allein selber behalten.
00:16:35: Und das ist bei einer militärischen Zusammenarbeit, die ja bis hin zu einer... einheitlichen Armee gehen soll, nicht möglich, nicht akzeptabel.
00:16:44: Und da sieht man beispielsweise auch gleich einen der mächtigsten Stolpersteine, der mächtigsten Blöcke, die da auf dem Weg legen.
00:16:52: Wenn man sagt, ja, eine europäische Armee ist kein Problem, müsste doch einfach sein angesichts dieser Bedrohungslage.
00:16:59: Nein, die Egoismen, die Traditionen, die Historie in den europäischen Ländern innerhalb der Europäischen Union sind so mächtig, so stark.
00:17:09: dass sie eben diese europäischen Souveränität am Beispiel zum etwa bei der Verteidigungspolitik massiv im Wege stehen, sodass wir in der Vergangenheit eigentlich eher desaströse Erfahrungen gemacht haben, da wo eine solche Zusammenarbeit im militärischen Bereich eben ja schon versucht worden ist.
00:17:29: Klar, wir können einen gemeinsamen Brigaden aufstellen, aber das ist ja keine Militärzusammenarbeit, geschweige denn eine gemeinsame Armee.
00:17:36: Alles andere, insbesondere auch bei den Beschaffungsprojekten, ist ganz fürchterlich in die Hose gegangen und an nationalen Egoismen gescheitert.
00:17:46: Da ist wirklich eben die Frage, ob Europa angesichts der neuen Lage jetzt seit dem letzten Jahr mit dem amerikanischen Richtungswechsel in der Lage ist, über diese Hürden drüber zu springen.
00:18:05: Und das ist alles andere als ausgemacht.
00:18:10: Es gibt viele weitere Beispiele, wo man eben dann eigene Entscheidungsgewalt abgeben müsste.
00:18:17: Es geht um die Themen ökonomische Resilienz, also auch Aufbau von eigenen Lieferketten und sich unabhängig machen von auch Rohstoffthemen.
00:18:29: Aufbau eigener Infrastruktur bis hin zu digitalen Plattformen.
00:18:35: die sehr schwierig zu entwickeln sind.
00:18:37: Genau, da gibt es ja jetzt schon erste Initiativen, glaube ich, für digitalen Zahlungsverkehr, PAYPAL, zum Beispiel gibt es eine Initiativen, ein Vero, die funktioniert auch schon, glaube ich, aber nur in
00:18:49: bestimmten Ländern.
00:18:50: Ja, Vero ist ein Versuch des Aufbaus einer Alternative zu PAYPAL und Co.
00:18:55: Es sind am Ende die Menschen, die mitmachen müssen.
00:18:57: Das ist es.
00:18:58: Es reicht nicht, dass wir sagen, Politiker, jetzt mach doch mal, sondern wenn die Leute hier sagen, es mag ja sein, dass der Trump ein ganz fürchterlicher Mensch ist, aber trotzdem ich verlasse mich auf die Dienste seiner Technologiezahren, dann wird das nichts.
00:19:14: Das muss dann auch eine Bewegung sein, die die Menschen
00:19:17: auch
00:19:18: fühlen und auch mitmachen.
00:19:21: Und sowas wie eine europäische Souveränität bedeutet auch, dass man sich dann auch versucht, mehr als Europäer oder Europäerin zu fühlen, als Französin oder als Deutsche.
00:19:34: Das gehört damit dazu.
00:19:36: Gut, das sind jetzt ja eine Sache, das sind die Konsumentenentscheidungen, andere Themen wie beispielsweise die von dir angesprochen europäische Armee etc.
00:19:44: Aber natürlich auch so globale europäische Plattform wie Vero etc.
00:19:49: Kommt das denn jetzt alles?
00:19:50: Digitale Euro ist ja auch noch so ein Thema, was dann damit schwingt und so weiter und so fort.
00:19:53: Kommen die Themen jetzt?
00:19:55: Auf welche Zeithorizonte muss man sich da einstellen?
00:19:57: Genau, sie kommen, aber sie kommen sehr... und das ist eigentlich eher die Frage, ob die Geschwindigkeit ausreicht, um tatsächlich auch sprechfähig zu sein.
00:20:10: Wir können sagen, dass wir uns noch zwanzig Jahre Zeit lassen, aber wenn innerhalb der nächsten zwei, drei Jahre Entscheidungssituationen auftauchen, die eventuell tatsächlich eine Bedrohung für Europa darstellen, dann reicht das eben nicht aus.
00:20:21: Und nochmal, ich glaube sehr stark, dass wir hier nicht einfach nur die Politiker in die Pflicht nehmen müssen.
00:20:28: Die Politiker sind wahrscheinlich auch mental schon sehr viel weiter als viele Leute.
00:20:34: Es sind die Wahlvölker.
00:20:35: Das heißt, also diejenigen, die die Politiker dann am Ende wählen.
00:20:38: Also
00:20:39: wir?
00:20:39: Genau, exakt.
00:20:41: Wir müssen an uns denken.
00:20:44: die bei vielen Themen einfach nicht mitziehen.
00:20:46: Und dann wird auch jeder Politiker in Berlin, Paris oder in Brüssel dann vorsichtig werden, wenn er sagt, ich kann zwar jetzt mal was machen, aber dann werde ich abgewählt.
00:20:54: Und wenn die Leute nicht bereit sind für Themen wie Aufrüstung, wie Wehrpflicht, wie Abwägung von Sozialleistungen gegen Rüstungsausgaben beispielsweise, dann lässt es auch jeder Politiker sein.
00:21:06: Wenn das irgendwie kann, dann würde er alles auf die lange Bank schieben und sagen, er hat doch ein Projekt angeschoben.
00:21:12: Da ist es einfach zu leicht zu sagen, die Politiker versagen, sondern die Politiker sind schon sehr gut darin zu zu erspüren, was eigentlich im Wahlvolk gewünscht wird.
00:21:21: Also ich sehe zwar, dass auch einiges losgetreten wird hier zurzeit.
00:21:25: Bei Verteidigung, Infrastruktur, Sicherheit, du sagst es, Projekte werden angeschoben, Heimatschutz.
00:21:32: Das ist aber alles noch sehr herkömmlicher Rahmen.
00:21:34: Das heißt aber, also eine wirkliche institutionelle Veränderung hin zu mehr europäischer Kompetenz ist das nicht.
00:21:42: Das ist alles so Entscheidungen im nationalen Rahmen.
00:21:46: Ob das ausreicht, wage ich zu bezweifeln.
00:21:49: Und was ja auch eine Entwicklung ist, ist die Frage, ob die Wahrscheinlichkeit für solche europäischen Souveränitäten in einzelnen Bereichen.
00:22:01: Jetzt größer werden oder kleiner werden in den nächsten Jahren, insbesondere wenn man sich überlegt, dass die nationalkonservativen Kräfte ja überall auf dem Vormarsch sind, die genau das eben auch nicht wollen und Trump da eher in die Karten spielen.
00:22:12: Genau, und das ist ja auch die Frage, also es ist ja immer so ein bisschen ambivalent.
00:22:16: Auf der einen Seite will Trump und quasi als Europäer, ich will sagen nicht mehr der NATO haben, aber das ganze Konstrukt wird den Frage gestellt eigentlich so ein bisschen ja die ganze Zeit.
00:22:26: Auf der anderen Seite will er aber auch, unterstützt er aber auch diese nationalkonservativen Kräfte sehr stark, die ja eigentlich dann diese... Defragmentierung, wie der Europas auch hervorrufen.
00:22:38: Das heißt Europa wird ja eigentlich geschwächt.
00:22:40: Das ist das, was er will.
00:22:42: Ich glaube, das ist das, dass das das wesentliche.
00:22:44: die amerikanischen Interessen sollen vorangebracht werden und das auf Kosten anderer.
00:22:50: Und hinter der Unterstützung für die nationalen Kräfte, ob das Verrage ist im UK oder die AfD hier oder der.
00:23:01: Resomblement in Frankreich.
00:23:04: Teilweise wissen die amerikanischen Politiker jetzt gar nicht so genau, was ich da überhaupt hinterverbürgt in Europa.
00:23:09: Das interessiert die auch gar nicht.
00:23:10: Für die US-Regierung steht im Vordergrund, dass man mit einzelnen Ländern natürlich viel besser verhandeln kann im amerikanischen Sinne, weil die Amerikaner gegenüber jedem einzelnen Land natürlich mächtiger sind und man die europäischen Länder dann gegeneinander ausspielen könnten.
00:23:22: Wenn sie nicht in der EU wären, das ist eine schlichtweg einfach simples Einzelinteresse.
00:23:29: Auf der einen Seite haben die Amerikaner kein Interesse daran, dass der europäische Kontinent verwahrlos oder von Migrationen zersetzt wird, wie es eben viele dort ja als Schreckensbild an die Wand malen, weil natürlich, dass die westliche Teil der westlichen Welt ist für die Amerikaner an der östlichen Flanke sozusagen.
00:23:58: Aber am Ende ist es doch so weit entfernt, dass das Interesse nicht so groß ist.
00:24:02: Und das wenigste, was Amerika möchte, ist, dass Europa sich zusammenschließt und sagt, wir machen es genauso eine Veranstaltung wie die USA.
00:24:09: Nämlich wir bilden ein Imperium, heißt das.
00:24:12: Imperium ist eben ein ausreichend großer wirtschaftlicher und militärischer Block, der eben seine Umgebung beeinflussen kann.
00:24:23: Und das ist das Letzte, was die Amerikaner dann von Europa wollen.
00:24:26: Insofern ist das wirklich alles ein bisschen kurzfristig gedacht.
00:24:30: Ich bin mal gespannt, ob man die Geräusche mir hintergrund auch im Podcast gehört hat.
00:24:33: Ja,
00:24:33: wird überall gehemmert und gewerkelt.
00:24:35: Genau, hier ist es nämlich um uns herum Baustelle heute.
00:24:37: Ich versuche mal mein Glück, was ich rausfiltern kann.
00:24:40: Aber auch
00:24:40: hier im Sinne der Nachbesserung, glaube ich eher.
00:24:43: Ja, auf jeden
00:24:43: Fall.
00:24:43: Nicht das neue Aufbau.
00:24:45: Kommen wir mal wieder zurück zu Davos.
00:24:47: Dann kam nämlich noch Mark Carney, der kanadische Premierminister.
00:24:50: Der hat eine Rede gehalten, die doch für ganz schön viel Aufsehen gesorgt hat.
00:24:54: Was steckt denn dahinter?
00:24:56: Ja, Carney hat gesagt vor allen Dingen erst mal eines.
00:25:00: Er hat gesagt ... Diese ganzen Leute, die sich das jetzt ansehen und sagen, ist ja alles nicht so schlimm.
00:25:07: Wenn der Trump mal wenn nicht mehr ist, dann wird das alles wieder sich verändern und müssen wir mal als Abziehen hier abdiskontieren von dem, was da Rhetorik ist in Amerika.
00:25:17: Die sind alle auf dem Holzweg und die führen mit ihrer Beschwichtigung dazu, dass man ihre Realität nicht erkennt.
00:25:26: Man sollte einfach anerkennen, dass eben... die Welt neu ist, dass Amerika die westliche Welt gespalten hat und man mit diesem Amerika auch nicht mehr zusammen arbeitet, dass sich Amerika auch verabschiedelt von Prinzipien, die man selber eigentlich als grundlegend ansieht, Rechtsstaat und so weiter.
00:25:46: Und schlägt dann im zweiten Schritt vor, dass eben die Länder, die das nicht so sehen, die sich eher der bisherigen traditionellen Welt von freiem Handel, freien Gesellschaften, offene gesellschaftlichen, rechtsstaatlichen Gesellschaften verpflichtet fühlen, dass die sich eh im Zusammenschließen...
00:26:07: Also Kanada in die EU?
00:26:09: Am Ende durchaus so.
00:26:11: was, ob es da noch EU heißt, muss man da natürlich sehen, aber eine Allianz bilden.
00:26:16: Er spricht dann natürlich auch von den Ländern, die noch eine andere Eigenschaft haben, die sind eben nicht ganz so riesig wie China oder wie Amerika.
00:26:24: Sie sind eben mittelgroß, Mittelmächte und Europa würde anscheinend auch zuzählen.
00:26:31: Politisch ist das auch so, ökonomisch nicht, aber politisch allenfalls eine Mittelmacht, wenn nicht sogar noch weniger.
00:26:38: Und schlägt halt vor, dass diese Länder dann eben eine eigene, auch am Ende ein bisschen zum militärischen gehende Allianz gründen sollen.
00:26:49: Das ist sehr bejubelt worden in den ersten Reaktionen.
00:26:54: Es gibt aber dann auch sehr schnell, dann auch ein bisschen nüchterne Stimmen, die sich dann fragen, wer soll das sein?
00:27:00: Wie soll das funktionieren?
00:27:02: Wie organisiert sich sowas auch?
00:27:04: Das ist ja eigentlich eine Gegenveranstaltung, ich sag mal, zur NATO im wesentlichen Sinne.
00:27:07: Ja,
00:27:08: also die moralische und politische Interpretation, dessen was da passiert, die wird allen Teilben durchaus als wichtig und angesehen und geteilt.
00:27:21: ob sich daraus tatsächlich dieser zweite Schritt ergibt, da ist ja Zurückhaltung, glaube ich, die Reaktion, die sich darauf ergeben
00:27:28: hat.
00:27:30: Ja, dann hatten wir noch ein Thema, auch Handel, das Mercosur-Abkommen sollte endlich unterschrieben werden, sollte unterzeichnet werden.
00:27:37: Jetzt ist es eben doch nicht unterzeichnet worden, es gab nochmal ein bisschen Gegenwind im Parlament und ich habe so überlegt, dass Mercosur-Abkommen... Also gefühlt hat das schon.
00:27:47: in meinem Studium wird schon darüber geredet, aber ich bin mir nicht ganz sicher, weil das ist das Geister doch schon ewig durch die Garzetten.
00:27:54: Handelsabkommen sind riesige Vertragswerke mit mehreren Zehntausendseiten, allein die Produktgruppen, die wir jetzt bei dem anderen Riesenprojekt, was ja gleich nachgeschoben wurde, das heißt das Abkommen mit, mit Indien.
00:28:10: Da geht es eben dann gleich um Tausende von Produkten und die werden dann alle beschrieben.
00:28:14: Ja, da
00:28:14: gibt es auch ganz verrückte Kategorien.
00:28:16: Also Spielkarten, alleine Spielkarten
00:28:19: haben... Beider sei ich bedruckt oder einseitig bedruckt.
00:28:22: Genau, sich unter Kategorien.
00:28:24: Aber Spielkarten, die ein Gesellschaftsspiel sind, sind nochmal anders als Pokerkarten.
00:28:28: Also
00:28:29: da geht es eben um so was Praktisches wie die Wirtschaft und die ist halt vielfältig und deswegen dauern erstmal diese Verhandlungen so lange, das ist jetzt nichts.
00:28:35: Ja,
00:28:36: das hat noch mit twenty-fünf Jahren gedauert gefühlt.
00:28:38: sich haben
00:28:39: passiert, viel politisches und da überhaupt die Kraft aufrecht zu erhalten, dass man damals zu einem Ende kommt, das ist schon ein Verbondspiel, das ist richtig.
00:28:49: Und es ist ja eigentlich auch jetzt zu einem guten Ende gekommen, aber auch hier sieht man eben, dass so etwas wie eine europäische Souveränität nicht da ist, in dem Sinne, dass das Bewusstsein dass in diesem Falle Partikularinteressen, die Partikularinteressen sind diejenigen der französischen Landwirte und der polnischen Landwirte.
00:29:12: Schön,
00:29:12: dass du es gleich selber erklärst, danke.
00:29:16: Dass diese Interessen nun mal in dieser Situation zurückstehen müssen, das ist nämlich auch in der Demokratie mit Minderheitenschutz und mit Ausgleich eben die zwangsläufige Konsequenz von Entscheidungen.
00:29:32: Man muss dann auch von seinen Interessen zurückstehen.
00:29:37: Und das ist eben nicht geschehen.
00:29:41: Man hat sofort alle Hebel im Bewegung gesetzt, wie man das Ding noch aufhalten kann, nachdem es eben ja ausverhandelt war und auch entschieden war.
00:29:50: und ist dann auf den Weg übers europäische Parlament mit der Möglichkeit, das ganze nochmal dem Gericht sofort zu legen, zu verzögern und so weiter.
00:29:56: Und hat da tatsächlich eine Mehrheit gefunden.
00:29:58: Und wir wissen auch eben, mit welchen Stimmen, also auch aus Deutschland, und dass da eben so wenig politisches Bewusstsein, dass man in dieser Situation diese Partikularinteressen von Landwirten und auch die Umweltthemen, die die Grünen hier angeführt haben für ihre Ablehnung bzw.
00:30:18: Weiterverweisung an den Gerichtshof, dass man da keine Verhältnismäßigkeit mehr hinbekommt.
00:30:26: Das gehört, glaube ich, auch zu den Blöcken, die dann auf dem Weg legen, dass Europa nicht vorankommt.
00:30:33: Wenn wir jetzt mal so auf das Gesamtbild schauen, finde ich, hat man ja schon so eine sehr fragile Gemengelage im Moment.
00:30:40: Wir haben auf der geopolitischen Seite Konflikte oder zumindest angebahnte Themen, die irgendwie fast unvorhersehbar sind.
00:30:50: Ökonomisch auf der anderen Seite bleibt es recht stabil, also USA top im Wachstum weiterhin, auch global.
00:31:00: Aber eigentlich muss man sagen, so das Playbook, wie man heute so schön sagt, für im Jahr ist eigentlich gesetzt.
00:31:07: Du hast es auch gesagt, Geoeconomie.
00:31:09: Das ist eigentlich das Thema.
00:31:11: Über die Geopolitik wird die Ökonomie beeinflusst.
00:31:15: Also wir bleiben, wenn wir an die wirtschaftliche und auch die Marktentwicklung denken, immer noch in unserem Bild.
00:31:21: Da haben auch die wirklich atemberaubenden Entwicklungen jetzt aus den ersten Tagen in diesem Jahr nichts geändert.
00:31:31: Und das ist das Bild einer doch stärkeren Trennung zwischen Politik und Wirtschaft, als viele Leute sich das vorstellen.
00:31:38: Die Wirtschaft arbeitet auch unter diesen turbulenten politischen Veränderungen.
00:31:44: eigentlich sehr aktiv weiter.
00:31:47: Im Gegenteil, sich anzupassen an diese neue Weltlage ruft Investitionen hervor und wir sehen das eben jetzt auch in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
00:31:59: Beispielsweise Investitionen in den USA sind sehr kräftig.
00:32:03: Wir mussten die US-Wirtschaft nach oben revidieren.
00:32:06: Die Konjunktur hängt natürlich auch an den KI.
00:32:10: Investitionen, die jetzt auch zeitgleichs mit diesen geopolitischen Themen stattfinden.
00:32:17: Die Staaten machen viel an Infrastrukturinvestitionen, an Verteidigungsinvestitionen.
00:32:22: Und das sind ökonomische Impulse, die wirken in diesem Jahr, die werden in Europa das Bruttoinlandsprodukt stärken.
00:32:29: Selbst Deutschland wird ja ein bisschen mehr Wachstum erfahren, unabhängig davon, ob das Geld jetzt nun effektiv ausgegeben wird oder nicht.
00:32:38: Das ist eine ganz andere Debatte.
00:32:39: Das wird passieren.
00:32:40: Und das wird die ökonomische Story im Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr.
00:33:02: Gewinnen, das ist auch die Botschaft der Gewinnsaison, die gerade läuft.
00:33:06: Die Berichte der US-Unternehmen sind über den Erwartungen in Europa, fängt jetzt an zu berichten.
00:33:12: Wollen wir mal schauen, was daraus kommt.
00:33:14: Also das sind alles die unterstützenden Faktoren, die trotz dieser epochalen Veränderung in der Weltpolitik stattfinden.
00:33:25: Wie gesagt, Geopolitik geht eher schleichen voran und in fünf Jahren werden wir schon in einer anderen Welt leben.
00:33:31: Aber die Wirtschaft hat Zeit, sich da anzupassen und das ist das wesentliche.
00:33:34: Wirtschaft kann immer schlecht damit umgehen, wenn Dinge von heute auf morgen sich schlachartig ändern.
00:33:40: Das heißt, von heute auf morgen ist eine wichtige Handelstraße zu oder der Öpereis hat sich verdreifacht.
00:33:45: Das sind Dinge, woran die Wirtschaft sich dann auch anpassen kann.
00:33:50: dass selbst in der Corona-Zeit finden die Wirtschaft ja an sich auch wirklich auf Einschränkungen einzustellen.
00:33:56: Aber das braucht halt Zeit.
00:33:57: und diese Zeit, wo diese Anpassung stattfindet, da funktioniert dann ein Weihlang nix und das nennen wir Krise.
00:34:04: Solange man eben jahrelang Schleichen, Entwicklungen begleitend und Handelströme umlenkt, nicht mehr so viel nach Amerika exportiert, sondern sich andere Kunden suchen kann und auch Zeit und Gelegenheit dafür hat.
00:34:17: passt sich die Wirtschaft einfach mehr oder weniger geräuschlos an und das ist das, was wir jetzt gegenwärtig erleben.
00:34:23: Das ist weiterhin auch das Wirtschaftsbild.
00:34:27: Es wird zunehmend interessant, das aber eher aus amerikanischer Brille, ob das, was Trump ebenso vollmundig angekündigt hat, seine wirtschaftlichen Ziele.
00:34:38: Das goldene Zeitalter.
00:34:40: Das
00:34:40: goldene Zeitalter.
00:34:42: Die Rückkehr der Industrie nach Amerika, wo im letzten Jahr sechzigtausend Arbeitsplätze in der Industrie in den USA weiter abgebaut wurden, sind der Trend, das sich einfach verlängert hat, wo sich die Leistungsbilanz kaum verändert in den USA.
00:34:58: Das einzige, was er erreicht hat, ist, dass der Dollar schwach immer schwächer wird, das ist politisch gewollt und wird auch weitergehen.
00:35:04: Wir sind heute über die einstzwanzig gegangen.
00:35:06: Das ist schon nochmal eine ganz erhebliche Bewegung.
00:35:11: Und wo man sich dann fragen muss, naja, das sind die Ziele, die er hat, er möchte den schwachen Dollar haben.
00:35:17: Aber den Preis in der Fizal ist eben das sinkende Vertrauen in die US-Wirtschaft, in den US-Kapitalmarkt.
00:35:26: Da steckt er dahinter und ist gerade auch im Umfeld von Grönland publik geworden.
00:35:31: viele Vermögensverwalter weltweit sagen, naja, also wir haben unsere Anlagen ein bisschen breiter gestreut, wir sind ein bisschen rausgegangen aus dem US-Dollar, weil uns das alles nicht mehr so als der sicherste Hafen der Welt erscheint.
00:35:44: Dieser Preis, den Trump da gerade zahlt für einen schwachen Dollar, der ist doch recht hoch und den kann man auch eben schwierig wieder zurückdrehen, weil das Vertrauen muss man wieder langsam wieder zurückgewinnen.
00:35:54: Also, ob seine ganzen wirtschaftspolitischen Ziele, die er da sich ausgedacht hat mit seinen Leuten, ob die ihm nicht um die Ohren fliegen und wann, das ist dann zunehmend interessant, aber auch das ist nichts, was in diesem Jahr entschieden wird.
00:36:08: Man wird das immer wieder mal aufgreifen und sich fragen, na ist denn das Wachstum noch hoch, was macht die Inflation, was hat die Einwanderungsveränderung von Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt?
00:36:25: Wie sieht es aus mit der Industrieproduktion in den USA?
00:36:28: All die Dinge, die wird man natürlich immer drehen und wenden, aber so richtig sagen, ob er gescheitert ist oder nicht, wird man dann auch erst in ein paar Jahren
00:36:35: können.
00:36:36: Der Januar ist fast rum, Ulrich.
00:36:39: Gucken wir nochmal zum Schluss ein bisschen auf die Märkte.
00:36:41: Wie ordnet ihr denn diese Marktbewegung der letzten Wochen, der ersten Wochen eigentlich, kann man ja sagen, nicht der Letzten, sondern die ersten Wochen des Jahres gewesen?
00:36:49: Alles im Rahmen genau dieses... des markoeconomischen Drehbuches, ein Zyklus konjunktureller Art als ein Konjunkturzyklus, der kräftig ist und das Jahr durchtragen wird.
00:37:05: Die Aktienmärkte haben auf den hohen Niveaus, auf den teilweise Rekordständen jetzt nicht konsolidiert, die sind in die Seitwärtsbewegung eingeschwenkt.
00:37:19: haben sich von den geopolitischen Themen weiterhin nicht aus der Bahn bringen lassen.
00:37:25: Die Anleihemerkte zeigen keinerlei Risikostress an, keinerlei Kreditstress.
00:37:32: Das allgemeine Zinsniveau geht langsam eher ein bisschen höher als niedriger, was eben auch dafür spricht, dass die wirtschaftliche Aktivität kräftig ist.
00:37:42: Alles ein logisches Bild bis auf einen Punkt der Goldpreis.
00:37:48: Wir sind über fünftausend,
00:37:51: wir sind schon zwanzig Prozent gelaufen in diesem Jahr.
00:37:53: Es geht mit einer Geschwindigkeit hoch und man sagt, ist das jetzt Bitcoin?
00:37:58: Ist Gold das neue Bitcoin?
00:38:00: Ein bisschen, ganz kleine Vergleichsmöglichkeit gibt es eben in der Dynamik, die sich da jetzt reinschleicht, also was da passiert.
00:38:12: Das deutet eben darauf hin, dass die Leute kaufen, weil es ansteigt und das ist eben die Dynamik, die wir von Bitcoin eben auch kennen und das wird sich irgendwann brechen, ohne dass die Fachwelt, das ist viele Diskussionen am Kapitalmarkt, gibt, ob eben noch eine andere Botschaft hinter diesem stark steigenden Goldpreis ist.
00:38:34: Ist es wirklich eine Unsicherheit, die sich aber dann auch wirklich nur allein an diesem einen Parameter zeigen würde an diesem goldpreis?
00:38:44: denn der gesamte andere finanzmarkt drückt eine solche angst vor geopolitik vor finanz vor vor zu hohen schulden vor vor den ganzen problemen in der welt.
00:38:56: der gesamte finanzmarkt drückt diese angst nicht außer dem goldpreis ist wirklich eine ganz ganz außergewöhnliche situation hatten wir auch noch nie weil normalerweise wenn die Finanzteilnehmer ängstlich sind, sodass sie in Gold gehen, dann gehen sie auch in andere sichere Häfen.
00:39:14: Aber Silber ist ja beispielsweise jetzt auch gestiegen sehr stark.
00:39:17: Wer?
00:39:17: Silber.
00:39:18: Ja gut, also Gold und Silber würde ich mal in eine Schublade sortieren, aber andere sichere Häfen sind die Trägeris beispielsweise, die US-Trägeris.
00:39:24: Und diese Korrelation ist überhaupt nicht vorhanden.
00:39:30: Die US-Renditen sind sogar gestiegen, das heißt also eher ein geringeres Interesse an den an den Staatsanleihen in den USA.
00:39:38: Und das ist eben eine besondere Situation.
00:39:40: Das müssen wir beobachten.
00:39:41: Die gängige Erklärung ist, da ist eine Dynamik in Gang gekommen, die man spekulativ nennt am Goldmarkt.
00:39:47: Also jeder will dabei sein, weil es nach oben geht.
00:39:52: Formosituation, fear of missing out, das heißt ich bin nicht dabei, ich muss noch rein und das treibt den Preis weiter, das bedeutet aber, dass sich das dann auch irgendwann brechen würde.
00:40:01: Wir haben eine zweigeteilte Meinung zum Gold, auf der einen Seite Gold ist fundamental gut unterstützt, aber das was da gerade passiert ist uns viel zu schnell und deswegen rechnen wir schon damit der sich das bricht.
00:40:15: Die Frage ist halt nur wo, das kann man in solchen Dynamiken überhaupt nicht sagen.
00:40:20: Ja, viel los in den ersten Wochen, würde ich mal sagen.
00:40:24: Ihr habt gut zu tun gehabt, das alles zu verarbeiten und zu schauen, wie wirkt sich es aus.
00:40:28: Auf die Prognosen müssen wir was anpassen.
00:40:30: Und
00:40:30: das geht so weiter.
00:40:32: Und ich befürchte auch, es wird kein ruhiges Jahr.
00:40:34: Ja, noch
00:40:34: drei Jahre vor uns.
00:40:35: Meinst du, es bleibt so...
00:40:36: Es geht ja auch nicht nur um Trump, er ist eine einzigartige Persönlichkeit.
00:40:42: Es geht ja um die größeren Strömungen in den USA und... die sind ja durchaus vielleicht nicht ganz so radikal, aber auch in die gleiche Richtung.
00:40:54: insofern, wird die Änderung der Weltpolitik eben weitergehen.
00:41:01: Wir werden es auf jeden Fall... im Podcast begleiten.
00:41:03: Das steht schon mal fest, glaube ich.
00:41:06: Und deshalb freuen wir uns auch, wenn Sie uns gerne Fragen einreichen, wenn Sie sagen, ich habe noch ein paar Fragen zum Mercosur-Abkommen zum Beispiel oder zum Deal mit Indien, der jetzt war oder Themen gibt es ja eigentlich genug dieser Tage.
00:41:19: Wir versuchen das dann auch immer hier einzubauen.
00:41:22: Manche Fragen sind aber auch ein bisschen speziell, die sich vielleicht dann nicht für den Podcast eignen.
00:41:26: Da versuchen wir dann vielleicht nochmal persönlich zu antworten.
00:41:29: Aber dennoch vielen Dank schon mal für alle, die jetzt in den letzten Wochen auch so viel geschrieben haben, weil wir haben wirklich viele tolle Rückmeldungen gekriegt zum Podcast.
00:41:38: Das macht mich auch ehrlich gesagt ein bisschen glücklich, weil wir senden doch oft so hier so ein bisschen raus und wissen gar nicht so, wir hören es überhaupt und hören die das überhaupt.
00:41:45: und das ist ein bisschen komisch immer, auch wenn die Gespräche, ich schätze das sehr, dass wir hier sprechen, aber danach ist so ein bisschen, man weiß da nicht, was passiert jetzt damit.
00:41:55: Dann
00:41:55: müssen wir stärker vor Ort gehen.
00:41:58: Ja, das hatten wir uns ja für Und ich kann zumindest schon mal sagen, ein paar Termine habe ich schon fixiert.
00:42:04: Das heißt, ich glaube, es sind drei oder vier Termine, die wir in Sparkassen heute schon vereinbart haben oder die in Anbahnung sind.
00:42:11: Podcast zum Anfassen.
00:42:13: Podcast
00:42:13: zum Anfassen, ja, genau.
00:42:15: Und natürlich auch danach Gespräche, Diskussionen gegenseitig.
00:42:18: Und mal face-to-face und nicht nur von uns rausgesendet und allenfalls in eine Frage per E-Mail gekommen.
00:42:24: Aber das können Sie trotzdem gerne machen.
00:42:26: Fragen per E-Mail, Anregungen gerne an podcast.dk.
00:42:30: Wir freuen uns auf jeden Fall auch auf die Live-Podcasts.
00:42:33: Also ich zumindest, ich glaube auch du auch.
00:42:35: Ja, das ist immer in einer anderen Atmosphäre und es ist eben wirklich gegenseitig, nicht nur, dass wir zu sehen sind, sondern dass wir auch sehen, wer zuhört, wie
00:42:44: die Reaktionen, was die Themen sind.
00:42:45: Dass die Leute mal nicken, lachen, applaudieren, das ist ja auch irgendwie eine Reaktion mal zumindest.
00:42:50: Es
00:42:50: gibt einen Unterschied zwischen Social Media und sozialem Leben in der...
00:42:55: Du nimmst mir meine Gedanken vorweg.
00:42:57: Ich wollte gerade sagen, das ist wie so Facebook Live.
00:42:59: Da sitzen die Leute tatsächlich vor allem.
00:43:01: Naja, sei es drum.
00:43:02: Also allen, die uns heute zugehört haben, vielen Dank fürs Zuhören und machen Sie es gut.
00:43:06: Und vielleicht sehen wir uns dann auch mal in Ihrer Sparkasse vor Ort.
00:43:09: Das wäre auch ganz toll.
00:43:11: Macht es gut und bis bald.
00:43:13: Tschüss.
00:43:15: Mikro trifft.
00:43:16: Makro ist ein Podcast
00:43:17: der
00:43:18: DK Bank.
00:43:19: Weitere Informationen
00:43:20: zur DK Bank finden sie
00:43:22: unter www.dk.de.
00:43:25: schrägstrich.dk.mimus.gruppe.
00:43:34: natürlich jetzt nur passt, wenn du das auch davor gesagt hast.
00:43:37: Ach so, weil wir ja hier... Ach ja, stimmt.
00:43:39: Ja, wenn
00:43:39: du das natürlich nicht sagst, dann kann ich auch da, wenn es jetzt ein bisschen...
00:43:43: Ich habe schon gewundert, warum es sich weitergeht.
00:43:47: Weil ich schon übergangen bin, überlegt hatte,
00:43:48: von da nach da.
00:43:50: Dann mach ich mal weiter.
00:43:51: Ja, es kommen Räder ein bisschen.
00:43:53: Da hast du noch so viele Worte.