Mikro trifft Makro - Das Finanzmarktgespräch

Transkript

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00:00:00: Das Jahr neigt sich zum Ende, die Tage werden noch kürzer, die Straßen sind hell erleuchtet von bunten Lichtern, ja und es wird überall etwas besinnlicher und auch bei uns im Podcast wird es etwas besinnlicher, allerdings gibt es natürlich trotzdem zwischen den Jahren den üblichen Jahresrückblick.

00:00:17: Und heute schauen wir auch nochmal ganz kurz auf die aktuellen Entwicklungen an den Märkten.

00:00:22: Was ist eigentlich mit den US-Arbeitsmarktdaten passiert?

00:00:25: Warum sinkt der Geschäftsklima-Index erneut?

00:00:28: und Wie wichtig ist eigentlich das Weihnachtsgeschäft für die Wirtschaft?

00:00:31: Wir sprechen darüber in dieser Folge.

00:00:45: Hallo und herzlich willkommen zu Folge onehundertundvierzig, unseres Podcast.

00:00:50: Mikro trifft Marco.

00:00:52: Und ich freue mich sehr, dass wir heute mal im virtuellen Studio zusammensitzen, der liebe Ulrich Kater und ich.

00:00:57: Hallo und guten Morgen Ulrich.

00:00:59: Hallo aus Frankfurt.

00:01:02: Ja, und hallo aus der Wetterau vom Land sozusagen, denn ich sitze in meinem Heimstudio.

00:01:07: Wir haben uns gedacht, wir machen es mal zum Jahresende nochmal ganz modern.

00:01:10: und machen das Ganze virtuell und schauen mal, ob das auch funktioniert.

00:01:14: Und wir sind beide, glaube ich, ein bisschen begeistert, wie gut das funktioniert hat und wie reibungslos das funktioniert hat.

00:01:20: Du bist eingeschneit in der Wette, aber wahrscheinlich.

00:01:22: Nein,

00:01:23: leider nicht.

00:01:24: Hier ist

00:01:24: kein Schnee.

00:01:25: Wir haben auch kein Schnee.

00:01:26: Ich befürchte auch, ich sehe diesjahr keinen mehr.

00:01:28: Wir haben nur ganz viel Matsch bei unserem tollen Boden, den wir hier haben.

00:01:33: Obwohl wir ja lesen konnten dieser Tage, dass wenn der Golfstrom wirklich nicht mehr funktioniert, dass es dann Temperaturen von minus dreißig Grad gibt, paradoxerweise.

00:01:42: Bei uns hier?

00:01:43: Ja.

00:01:44: Also das brauche ich jetzt auch nicht.

00:01:46: Naja, aber wir nähern uns ja so ein bisschen jetzt dem Jahresende, dem Fest, das da bevorsteht.

00:01:52: Und da habe ich mich gefragt, Ulrich, man redet ja immer so ein bisschen über die Konsumfreude und ich meine für den Einzelhandel ist es ja auch super wichtig wahrscheinlich, was jetzt bevorsteht.

00:02:00: Wie wichtig ist denn dieses ganze Weihnachtsgeschäft eigentlich für den Handel?

00:02:04: Ist das tatsächlich das große Event, auf dem alles aufbaut?

00:02:08: Ich habe das Gefühl, natürlich ist es ein großer Umsatzträger, rein zahlenmäßig schon richtig, aber es ist vor allen Dingen auch ein Stimmungsmesser, ein Gratmesser, wie es denn vielleicht auch weitergehen sollte.

00:02:24: und in dieser trüben Stimmung, in der wir ja gerade in Deutschland sind, wäre es natürlich ein Lichtblitz, wenn das Weihnachtsgeschäft jetzt besonders gut laufen würde, aber so wie die Meldungen sind, von Adventssonntag Wochenende zu Adventswochenende läuft es eigentlich eher schlechter und die Abrechnung wird zum Schluss gemacht, aber wir können glaube ich schon davon sprechen, dass es jetzt keine Offenbarung ist, dass es jetzt losgeht in Deutschland.

00:02:57: Genau, da gibt es ja mittlerweile noch den Black Friday, der wird ja extra noch mal vorgeschaltet.

00:03:01: Als Staat für das Weihnachtsgeschäft, der ist ja mittlerweile auch in Deutschland angekommen.

00:03:05: Gibt es da eigentlich dann schon so jetzt um die Zeit so offizielle Daten?

00:03:08: oder sind das alles nur so Hochrechnungen, erst mal so wie bei so einer Wahl, wo man dann sagt, naja, wahrscheinlich wird es so oder so ausgehen?

00:03:15: Naja, es gibt schon ein bisschen härtere Daten, also im Gegensatz zum US-Markt haben wir hier auch.

00:03:27: keine Ausbruch nach oben sozusagen.

00:03:30: Also in Deutschland ist eben die Konsumstimmung weiter am Boden.

00:03:34: Kein Wunder bei diesen Meldungen aus der Wirtschaft.

00:03:39: Wobei wir aber auch nicht sagen können, dass die Deutschen jetzt aus lauter Angst um Wirtschaft und vielleicht sogar Arbeitsplätze jetzt anfangen würden das ganze Geld auf die Seite zu legen und das sogenannte Angst sparen zu beginnen.

00:03:58: Was wir ja messen können, ist die Sparquote.

00:04:02: Das heißt also wie viel in Deutschland vom verfügbaren Einkommen gespart wird.

00:04:07: Und da sind wir bei zehn Komma zwei Prozent, also gut zehn Prozent wieder angekommen.

00:04:15: Wieder angekommen deswegen, weil natürlich die ganz große, der ganz große Ausreißer ja zwei, drei Jahre hinter uns liegt.

00:04:23: Zu Corona-Zeiten waren das fünfzehn Prozent zwangssparen.

00:04:26: Man konnte kein Geld ausgeben.

00:04:28: Und die beiden letzten Jahre sind dadurch kennzeichnet, dass sich diese Sparquote in Deutschland wieder.

00:04:35: normalisiert hat, jetzt also wieder gesunken ist von fünfzehn Prozent auf gut zehn Prozent und das ist nichts Ungewöhnliches, das ist wirklich der ganz lange Durchschnitt in Deutschland, dass so etwa zehn Prozent von den verfügbaren Einkommen gespart wird.

00:04:52: und das ist jetzt auch nicht anders, sodass die Umsätze von den Einzelhändlern eher Jetzt nicht so sehr am Verhalten der Leute, sondern eher daran hängen, wie stark denn die Einkommen im ganzen Land steigen können.

00:05:08: Denn steigende Einkommen sind dann, wenn die Sparquote leicht bleibt, ja dann eben auch steigende Ausgaben.

00:05:19: Bisher hatten wir ja gute Einkommenssteigerung, um die Inflation auszugleichen.

00:05:24: Aber die Einkommen werden jetzt in den nächsten Jahren ja eben unter dieser schlechten Wirtschaftslage leiden.

00:05:29: Und deswegen ist also die Stimmung auch bei den Einzelhändlern natürlich jetzt nicht überschäumend.

00:05:37: Apropos Stimmung, ich habe gelesen, der IFO-Geschleffz-Klimaindex, der tauchte ja auch immer mal wieder auf im Podcast.

00:05:43: Das ist ja so ein ganz wichtiger Gradmesser darüber, wie die Unternehmen so in die Zukunft schauen.

00:05:48: Der war jetzt in der letzten Umfrage mal wieder rückläufig.

00:05:52: Eigentlich hatten wir ja so ein bisschen Hoffnung, die war ja eher positive Entwicklung die letzten Male.

00:05:57: Jetzt ging es aber doch wieder zurück.

00:05:58: Woher kam das denn jetzt auf einmal?

00:06:00: Weil eigentlich, ihr habt ja auch gesagt, ihr guckt eigentlich eher positiv in die nächsten Monate in Deutschland, dass es eben zum Beispiel wieder bergauf geht.

00:06:08: Aber jetzt kam dann doch ein Rücksetzer anscheinend in der Stimmung zumindest.

00:06:12: Ja, das ist wirklich eine Riesenenttäuschung gewesen, hat sich aber schon angedeutet für diesen wichtigsten Stimmungsindikator, wo ja viele Tausend Unternehmen aus München vom IFO-Institut jeden Monat befragt werden.

00:06:27: Davor gibt es sozusagen schon die kleinen Brüder und Schwestern dieses Indikators, beispielsweise aus Mannheim vom Institut.

00:06:36: den ZEW-Index oder auch Kapitarmarkt umfragen und auch die hatten das schon so angedeutet, dass eben mit dem Aufbruch hier eben nichts ist in Deutschland und dass die Stimmung eben weiter.

00:06:50: auf diesem sehr, sehr geringen Niveau ist.

00:06:54: Und du hast es ja gesagt, es sind ja eigentlich die Hoffnungen da, dass im nächsten Jahr, wegen der vielen Maßnahmen der Bundesregierung, ja, dass zumindest das Wachstum mal wieder positiv ist und wo du in Inlandsburg steigst, dann müsste eigentlich auch die Stimmung ein bisschen besser werden, denn wir haben ja wirklich ... durchaus substanzielle Wirtschaftsförderungsmaßnahmen aus Berlin gesehen.

00:07:21: Das geht vom Investitionsbooster, das heißt dieser Abschreibungsmöglichkeit für Unternehmen, woran sich dann ja auch Steuersenkungen für Unternehmen anschließen sollen über mehrere Jahre, Entlastungen bei den Energiekosten.

00:07:40: Stromsteuernetzentgelte, diese Gasspeicherumlage, bis hin zu dem sensiblen Thema Bürokratieabbau der Regulierung.

00:07:53: Da ist ja viel in die Wege geleitet worden und vor allen Dingen natürlich auch die Ausgaben, die man dann mit den Sondertöpfen machen will.

00:08:02: über Infrastruktur, Rüstung läuft ja schon.

00:08:05: Da sehen wir jetzt schon den Auftragseingängen, dass die von Großaufträgen im Rüstungssektor nach oben beeinflusst werden.

00:08:14: Aber, aber, aber das alles reicht nicht.

00:08:18: Und das ist eben ein Kennzeichen oder das zeigt, wie historisch groß die Schwierigkeiten des deutschen Geschäftsmodells und damit eben der deutschen Unternehmen sind.

00:08:34: Die Unternehmen sehen, dass ihnen die Exportmärkte wegbrechen, wegen der Zölle weltweit, also insbesondere in Amerika, wegen der chinesischen Konkurrenz.

00:08:46: Sie sehen, dass sie eigentlich technologisch aufrüsten müssen, das heißt also die vielen, vielen Entwicklungen in der Digitalisierung mitmachen müssen, um eben am Weltmarkt weiter so gut präsent zu sein, wie es ja auch noch sind, aber es geht hier um die Zukunft.

00:09:01: und sie merken, alles, alles geht viel zu langsam voran.

00:09:06: Man kommt hier einfach nicht voran.

00:09:09: Ob das jetzt wirklich ausschließlich an den Rahmenbedingungen der Derevolution oder langsam Genehmigung und dem Arbeitsschutzgesetzen und den Berichtspflichten hier liegt oder ob vielleicht auch so ein gewisses allgemein bräsiges Klima hier im Land, da auch eine Ursache spielt, ist natürlich jetzt objektiv nicht zu sagen.

00:09:32: Aber Aus Unternehmenssicht ist es schon so, dass man sich wünscht, dass die Bundesregierung diese exorbitante Situation, es ist die größte Wachstumskrise, die wir erleben seit dem Zweiten Weltkrieg, dass auf diese exorbitante Situation ein bisschen exorbitanter reagiert wird.

00:09:56: Das heißt also tatsächlich auch ein bisschen radikaler.

00:10:01: an die Modernisierung des Landes gegangen wird.

00:10:05: Es gibt ja eine bemerkenswerte Vereinbarung zwischen Bund und Ländern jetzt, die federale Modernisierungsagenda.

00:10:13: Da stehen zweieinhalb Maßnahmen drin, die, wenn umgesetzt würden, tatsächlich das Land voranbringen würden, insofern Es ist wohl so, dass die Reihe von Politikern auch in Berlin durchaus diese Trinklichkeit sehen.

00:10:31: Die Frage ist eben, ob man durchdringt durch diesen riesigen Watteteppich hier im Land, durch den man reingreifen kann und man kriegt nichts zu greifen.

00:10:43: Die Ansätze sind weiterhin da, aber es fehlen eben greifbare Ergebnisse.

00:10:50: Und daran ist es in diesem Jahr auch geblieben.

00:10:53: Und das ist der Grund dafür, dass die Unternehmen sagen, nee, die Schwierigkeiten, die Wellen, die uns hier begraben, die sind so groß, da haben wir noch keinen Boot gefunden, was uns darüber wegträgt.

00:11:06: Naja, hoffen wir mal, dass vielleicht dann ja doch noch eine positivere Stimmung entsteht.

00:11:11: Anfang nächstes Jahr, wenn man sieht, naja, vielleicht tut sich doch jetzt was.

00:11:16: Wie sagt man so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt oder so, ne?

00:11:19: Also von daher muss man halt abwarten,

00:11:21: wie

00:11:22: es sich jetzt ausgeht.

00:11:23: Es wird sich natürlich, also da brauchen wir sie klar keine Gedanken machen.

00:11:28: Ein marktwirtschaftliches System passt sich an, wenn die... wenn sich die Umgebung ändert und die Umgebung ändert sich radikal in Deutschland.

00:11:39: Dafür sind die eine richtigen Transformation aktuell eigentlich.

00:11:43: Also Anpassungen wird es geben.

00:11:45: Die Frage ist eben, ob wir am Ende dieser Anpassung mit weniger... Marktanteilen in der Welt mit weniger Bedeutung unserer Industrie und natürlich ganz knallhart mit weniger Einkommen da sitzen.

00:12:01: Das ist ja die Aufgabe, dass wir unseren hohen Standard eben halten und auch soweit verbessern, wie es die technologische Entwicklung zulässt und wie es in anderen Ländern auch passiert.

00:12:15: Aber wenn wir jetzt nichts tun, uns nicht hinbekommen, eben positive Wachstumsimpulse zu setzen, dann schrumpft eben die Industrie in Deutschland, dann werden die Arbeitsplätze dort eben weniger werden, was in Deutschland nicht unbedingt heißen muss, dass die Leute arbeitslos werden, sondern dann werden sie schon andere Jobs kriegen im Dienstleistungsbereich, aber die haben dann unter Umständen geringer Einkommen.

00:12:41: und die technologische Entwicklung in Deutschland geht eben nicht voran, dann gibt es eben in anderen Ländern.

00:12:49: Technologien und Leistungen, die es hier nicht gibt, vielleicht insbesondere in Asien, in Ländern, wo es gestern noch hieß, das sind Entwicklungsländer, wo man dann merkt, dass in diesen Ländern Standards herrschen, die vielleicht sogar höher sind als hierzulande.

00:13:03: Das sind dann einfach die Konsequenzen, die sich einstellen.

00:13:07: Und das Problematisch daran ist, es dauert Jahre, bis man sowas dann merkt.

00:13:13: Das ist der Unterschied zwischen einer Wirtschaftskrise und einer Wachstumskrise.

00:13:17: Eine Wirtschaftskrise spüren die Menschen sofort.

00:13:22: Der Arbeitsplatz geht flöten oder die Preise steigen ganz schnell.

00:13:25: Und dann sieht man eben, da ist anscheinend wirklich Sand im Getriebe.

00:13:32: Das funktioniert ja alles nicht mehr.

00:13:34: Oder die Banken eben in der Gefahr sind, ihren Betrieb einzustellen.

00:13:39: Das ist ganz akut.

00:13:41: Der Vorteil ist, man ist sofort, man sieht, dass was getan werden muss und ist auch bereit, da mitzumachen, wenn irgendwelche Änderungen in Gesetzen oder in Abläufen eben notwendig sind.

00:13:55: Bei einer Wachstumskrise, da ist ja eigentlich alles so wie im letzten Jahr, läuft ja so vor sich hin, alles nicht so toll, Stimmung ist schlecht, aber eigentlich geht es mir ganz gut.

00:14:08: Und das merkt man dann erst nach fünf Jahren oder nach zehn Jahren, dass eigentlich überhaupt nichts gut ist.

00:14:15: Und dass man anfängt, sich zu streiten, weil das Geld nicht ausreicht.

00:14:20: Und zwar überall, wo man hinguckt.

00:14:23: Und insbesondere ist es ja der Sozialbereich, der dann nicht mehr zu finanzieren ist.

00:14:28: Und dann geht das große, gezankelos, gezätere Los.

00:14:32: Und ich glaube zurzeit sind wir eher auf diesem Weg und das ist das problematisch bei einer Wachstumskrise.

00:14:38: Man sieht nicht ein, dass man irgendwas tun soll.

00:14:40: Ich erinnere mich so ein bisschen um deinen Golfstrom von Anfang nochmal aufzugreifen, an die Klimaveränderungen, die wir sehen.

00:14:46: Da ist es ja auch so, das kommt so schleichend daher, dass man erstmal von einem Jahr auf das andere eigentlich nicht so viel merkt, dann auf einmal denkt man, na, schneit halt ein bisschen weniger.

00:14:54: Und so setzt sich das eben sukzessive vor.

00:14:56: Das sind halt auch so ganz kleine Schritte, die man eigentlich gar nicht merkt.

00:15:00: Und deswegen ist vielleicht auch bei vielen die Bereitschaft gar nicht so da, vieles am Leben zu verändern oder das einzusehen.

00:15:07: Und so ein bisschen erinnert mich das daran, dass wir das da ähnlich.

00:15:10: sehen dann eigentlich.

00:15:11: Man weiß nicht, warum soll man sich engagieren?

00:15:13: Warum soll man vielleicht nochmal zurückstecken bei dem einen oder anderen?

00:15:16: Warum soll man flexibel zeigen, sich vielleicht eine Stunde mehr arbeiten oder einen Arbeitstag mehr einlegen?

00:15:22: Warum soll man das tun?

00:15:24: Ist ja nicht so schlimm.

00:15:25: Die Analogie zum Klima ist richtig.

00:15:27: Gibt vielleicht einen Unterschied.

00:15:30: Beim Klima sagen uns die Forscher ja, dass das dann nicht mehr wieder reversibel ist.

00:15:34: Bei der Wirtschaft kann man immer sagen, jetzt reicht es, jetzt machen wir ganz dicke Reformen.

00:15:39: Da gab es auch schon in der Vergangenheit Länder, die das wirklich auch sehr gut umgesetzt haben und danach ging es dann wirklich wieder besser.

00:15:45: In den USA gab es auch noch mal ein bisschen Rücksetzer, und zwar beim Thema Arbeitsmarkt.

00:15:50: Das ist ja sowas, wo man gerade in den USA immer sehr genau drauf guckt, aufgrund der vielleicht etwas schärferen Personalpolitik, die da immer gefahren wird, hat man da immer sehr schnelle Daten.

00:16:02: Da gab es jetzt echt auch noch mal paar negative Überraschungen, was die den Arbeitsmarkt bericht angeht.

00:16:07: Was war da los Ulrich?

00:16:09: Nein so negativ war es nicht, wird darauf, wo du anspielst, das ist die Arbeitslosenquote, die gestiegen ist.

00:16:23: Also das geht ja alles im Zehntelbereich.

00:16:25: Wir sind jetzt bei vier Komma sechs Prozent vergleich.

00:16:29: Wir sind hier in Deutschland bei sechs Prozent.

00:16:32: Das sind also alles noch keine Kategorien, wo man irgendwas sagen würde.

00:16:36: Der Arbeitsmarkt in den USA wie in vielen Volkswirtschaften gilt als wichtiger Grad Messer dafür, wie es der Wirtschaft geht.

00:16:46: Also wenn die Arbeitslosigkeit steigt, dann leidet man sofort daraus ab, dass die Wirtschaft ihnen Eine schlechtere Position fällt vielleicht sogar je nach Anstiegswinkel des Arbeits der Arbeitslosigkeit sogar eine Rezession geht.

00:17:04: Und deswegen ist dieser Arbeitsmarkt in allen Ländern sehr, sehr wichtig.

00:17:09: allein zur Diagnose.

00:17:11: Wie geht es der Wirtschaft?

00:17:13: Aber der Arbeitsmarkt ist.

00:17:15: Nicht nur von Konjunkturellen, d.h.

00:17:18: also Schwankungen in der Aktivität der ganzen Wirtschaft beeinflusst, sondern auch von strukturellen Themen.

00:17:25: Und wir haben in Amerika gerade einen großen Strukturwandel am Arbeitsmarkt, nämlich wir haben keine Einwand noch mehr.

00:17:30: Das ist ja das Ergebnis von von Donald Trump und das bedeutet, dass jetzt eben nicht mehr jeden Monat zweihunderttausend neue Jobs geschaffen werden.

00:17:42: Das war nämlich in den Zeiten vor Donald Trump so und daran hatte die Einwanderung in USA einen großen Anteil, weil die Menschen, die auch illegal im Land leben, arbeiten müssen und arbeiten tun.

00:17:59: Selbst wenn es illegale Beschäftigungsverhältnisse sind, bei der Art, wie die Amerikaner den Arbeitsmarkt messen, sind auch diese Beschäftigungsverhältnisse dann in den Zahlen drin.

00:18:10: Und dann kann man unschwer ableiten, dass eben diese hohen Zahlen zustande gekommen sind in den letzten Jahren und dass sie jetzt nicht mehr da sind.

00:18:18: Jetzt haben wir so neue Jobs im Bereich von vierzig, fünfzigtausend.

00:18:23: Das heißt aber jetzt nicht unbedingt, dass deswegen die Wirtschaft in Rezession fällt.

00:18:31: Das sind die Analysten jetzt dabei.

00:18:32: Man muss das neu einwerten, wie die Zahlen vom Arbeitsmarkt, die monatlichen Berichte, wie die zu interpretieren sind.

00:18:41: Da ist man gerade bei und sagt jetzt, also die geringeren Anzahl von Jobs, das ist jetzt nicht schlimm für die Wirtschaft, das ist nicht keine Rezession, sondern das liegt an veränderten Einwanderungsgesetzen.

00:18:53: Und ja, auch das Thema Veränderung der arbeitslosen Quote waren Spezialeffekte.

00:18:58: Das heißt also, es hat sich eigentlich nichts geändert.

00:19:01: Die US-Wirtschaft ist stark unterwegs.

00:19:04: Das Bild bleibt weiterhin der Fall.

00:19:07: Aber man guckt eben sehr, sehr aufmerksam darauf und dreht die Zahl fünfmal um und sieht sich die Kategorien alle an.

00:19:15: Was passiert wo?

00:19:17: Weil man eben sehr wachsam ist.

00:19:20: ob die us-wirtschaft eben ihre ja überraschende stärke eben weiter fortsetzt.

00:19:27: ja apropos stärke gegen jahresende erwartet man ja auch immer so eine jahresend relly.

00:19:32: haben wir denn eine gesehen?

00:19:34: jetzt irgendwie so richtig nicht?

00:19:35: die merkte sind eher so im krebsgang unterwegs so seitwärts würde ich sagen läuft mir daher so richtig.

00:19:41: passiert ist nicht viel aufgrund auch dieser vielleicht dieser stimmungslage jetzt oder Ja,

00:19:45: also das ist erstmal festzustellen, wir haben keine Jahresend-Relleys, sind noch ein paar Taghandelstage übrig, aber wir haben auch kein Jahresend-Einbruch, muss man ja auch sagen, auf der anderen Seite.

00:19:55: Und

00:19:56: damit setzt sich zumindest in Europa, also hier, wenn wir mal in Dachs mal anschauen, das fort, was wir im Grunde genommen ja schon seit April, Mai haben.

00:20:05: Wir hatten den Einbruch wegen der Trump soll auch hier und dann die schnelle Erholung und seitdem ist eigentlich nicht mehr viel passiert.

00:20:13: Wir haben eine Seitwärtsbewegung mit ein bisschen rauf und runter, aber das ist anscheinend die Bewertung, die die Anleger den deutschen DAX-Unternehmen zurzeit zubiligen.

00:20:31: Da haben wir auch einige Unternehmen, die durchaus von diesen neuen Technologiemöglichkeiten und auch Bewertungen profitieren.

00:20:39: Wir haben ja auch einige gute Technologieunternehmen im DAX.

00:20:44: deren Geschäftsmodelle laufen eben auch gut, auch wie die US-amerikanischen Technologieunternehmen.

00:20:52: Die Deutschen sind jetzt nicht so hoch bewertet wie die amerikanischen Technologieunternehmen, aber ziehen schon auch den DAX, das ist auch ganz klar, sind also in einer Position, wo man jetzt sagen würde, Das ist angemessen.

00:21:09: Mehr ist jetzt auch nicht unbedingt notwendig, aber es ist eben auch keine Überwertung.

00:21:17: Das ist so die Einstellung übers Jahr gewesen.

00:21:20: Und dann wollte man natürlich abwarten, ob die Weltwirtschaft das wirklich verkraftet, was Trump da angerichtet hat.

00:21:25: Und sie hat es verkraftet.

00:21:27: Und insofern musste der Markt seine Einschätzungen, dessen, was da auf der Welt passiert, nicht korrigieren.

00:21:34: In den USA ist ein bisschen anders, da haben die Tech-Werte jetzt eigentlich bis in Novemberrein ja nochmal sehr gut performt und jetzt zum Jahresende schwächeln sie.

00:21:45: Das ist Ausdruck der Tatsache, dass die Marktteilnehmer jetzt anfangen zu differenzieren, auch im Technologiebereich.

00:21:57: Da sind einige Unternehmen, die sehr stark nach oben geschossen sind, Oracle beispielsweise, und wo man jetzt sieht, oh nee, das funktioniert doch nicht.

00:22:06: Und die verbrennen ja schon Geld, die haben ja gar nicht so hohen Cashflow, machen einfach Investitionen, die viel zu hoch sind.

00:22:13: Und deswegen gab es da schon deutlich scharfe Korrekturen.

00:22:17: Und auch bei den anderen Plattformen Unternehmen sieht man, die schlagen so unterschiedliche Wege ein in ihren KI-Strategien.

00:22:26: Man sieht auch, dass diese Unternehmen ein bisschen wegkommen von der rein virtuellen Strategie.

00:22:35: Das heißt, bisher waren das ja Unternehmen, die mit mehr oder weniger mit Programmzeilen, mit Coding Software erstellt haben, wenig Aufwand, wenig Kapital, wenig Investitionen und irre Einnahmen.

00:22:51: Das ist ja der Grund, warum diese Plattformunternehmen so bewertet sind, wie sie sind, zumal sie keine Konkurrenz haben.

00:22:57: Das kommt ja auch noch dazu.

00:22:58: Also das ist ja wirklich Lizenz zum Gelddrucken.

00:23:01: Und jetzt stellt man fest, naja, jetzt fangen die an, eben Datencenter zu bauen.

00:23:06: Das heißt, also sich auch in diesen physischen Infrastrukturen zu engagieren.

00:23:12: Und damit werden sie dann so ein bisschen mehr real.

00:23:15: Das heißt, also gleichen sich so ein bisschen mehr auch den Unternehmen an die in der realen Welt Dinge bewegen, die man anfassen kann.

00:23:22: Und das ist auch ein neuer Einfluss.

00:23:25: Da sagt man, also da ist ja jetzt diese Bewertung der Gelddruckmaschine da nicht mehr ganz so angemessen.

00:23:32: Ja, das müssen wir alles einbeziehen.

00:23:34: Und daran merkt man es ist alles ein gutes Zeichen.

00:23:37: Daran merkt man, dass der Markt eben nicht ganz blind, euphorisch und dumpf jedes Jahr, zwanzig Prozent Kurssteigerung auf diese Geschäftsmodelle drauf gibt, sondern eben durchaus schaut, wie sind die Unterschiede.

00:23:55: Wie sind die Gewinnerwartungen?

00:23:57: Die sind nämlich auch runtergekommen.

00:23:59: Und das ist ein gutes Zeichen, dass eben der Markt hier ein bisschen Rationalität erkennen lässt.

00:24:06: Und das führt eben dazu, dass wir jetzt hier keine weiteren euphorischen Kustereigerungen sehen.

00:24:11: Aber ich würde sagen, das ist nur gut.

00:24:13: Das Aktienjahr, im Jahr war im sehr gutes Jahr.

00:24:17: Ich denke, wenn wir eine Kopie bekommen, von dem vielleicht nicht mit ganz so starken Steigerungen, aber mit ähnlichen Themen, Risiken rechts und links, aber in Wirtschaft, die ganz gut läuft, dann ist das meiner Ansicht nach eine realistische Erwartung, wobei man nicht verschweigen darf, dass natürlich die Liste von Risiken für wirtschaftliche Entwicklungen in Amerika, in Europa, durchaus länger wird, aber auch das ist nichts Ungewöhnliches.

00:24:47: Wir sind jetzt im dritten, bald im vierten Jahr eines Aufschwungs weltweit, der nach der Corona-Katastrophe begonnen hat.

00:24:58: Und es ist immer so, je länger ein Aufschwung läuft, desto mehr häufen sich natürlich auch Verspannungen und Überhitzungen.

00:25:10: Das ist auch nichts Ungewöhnliches.

00:25:12: Man muss halt da eben ein Auge drauf haben, wo sind vielleicht die größten Gefahren.

00:25:18: Aber es ist alles noch nicht im roten Bereich.

00:25:21: Der Auffung ist auf der anderen Seite auch noch nicht so alt, dass man sagen muss, jetzt ist hier bald natürlicherweise Feierabend.

00:25:28: Sondern für sechsundzwanzig hat wirklich gute Chancen noch mal eine gute Performance abzutun.

00:25:35: Das stimmt mich ja positiv, dass wir auch sechsundzwanzig viel zu tun haben werden, denn da werden wir einfach weitermachen und das Ganze weiter beobachten.

00:25:42: In dem Sinne würde ich sagen, wir zwei machen für heute mal Schluss in diesem Jahr.

00:25:48: Zwischenjahren kommt nochmal unser großer Jahresabschlussbericht sozusagen zusammen mit Jörg Boyzen aus der DK Investment.

00:25:55: Schauen wir da nochmal detaillierter auf jeden einzelnen Markt und auf die Anlageklassen.

00:25:59: Jörg berichtet sicherlich auch nochmal ein bisschen.

00:26:01: Ja, über die Entwicklung im Bereich KI und Technologie, was du jetzt eben auch schon angeschnitten hast, weil das ist tatsächlich ja auch so ein Thema.

00:26:08: Das war ja der Treiber der Märkte in zwei tausendfünfundzwanzig auch wieder.

00:26:12: Und da kann man sich natürlich fragen, kann das denn überhaupt so weitergehen?

00:26:16: Und diese Frage, die beantworten wir dann zwischen den Jahren, wenn wir so ein bisschen auf das Jahr zurück schauen und auch nach sechsundzwanzig nochmal ein bisschen detaillierter vorausschauen.

00:26:24: an der stelle möchte ich mich auf jeden fall nochmal bei allen bedanken die uns durch dieses podcast ja begleitet haben durch dieses sehr spannende podcast ja muss man sagen im april wie gesagt dieser wahnsinnige marktabschwung den wir da gesehen haben der war wirklich nicht ohne und da hätte auch noch viel viel mehr schief gehen können.

00:26:42: da haben wir glaube ich alle ein bisschen glück gehabt dass das nicht passiert ist.

00:26:46: von daher die ausführungen sind glaube ich immer noch stark genug gewesen Aber am Ende des Tages ist es doch ganz gut ausgegangen.

00:26:52: Ich freue mich auf viele weitere Folgen mit dir Ulrich.

00:26:55: Auch an dich vielen Dank für deine Einschätzungen, die du hier immer lieferst.

00:26:59: Und ich möchte mich auch nochmal explizit bei allen bedanken, die uns zum fünfjährigen Jubiläum so viele Nachrichten und E-Mails geschrieben haben, uns geschrieben haben, wo sie uns hören, wann sie uns hören, seit wann sie uns schon hören.

00:27:10: Und das hat mir noch mal gezeigt, wir haben wirklich sehr viele treue Hörerinnen und Hörer, die uns schon fast seit der ersten Stunde begleiten.

00:27:18: und uns anscheinend am liebsten beim Putzen zuhören.

00:27:20: Also, so würde ich es mal zusammenfassen.

00:27:23: An der Stelle nochmal vielen Dank.

00:27:24: Und wenn Sie uns schreiben wollen, dann schreiben Sie uns gerne eine ganz profane E-Mail an podcast.dk.de und die kommt garantiert an und die wird auch garantiert gelesen.

00:27:33: Und in der Regel auch Verstanden von mir.

00:27:36: Ansonsten muss ich es dem Ulrich weiterleiten.

00:27:37: Der hat dann die Fachkenntnisse über die anderen Themen, die ich dann nicht verstehe vielleicht.

00:27:41: Und die wir dann hier im Podcast besprechen können.

00:27:43: Also schreiben Sie uns gerne an podcastatdk.de.

00:27:46: Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen, ich wünsche Ihnen ein paar schöne, freie Tage hoffentlich.

00:27:51: Haben ja nicht immer alle frei, so wie wir den Luxus haben jetzt in den nächsten Wochen, so viel Freizeit zu haben.

00:27:57: Denn es gibt ja auch viele Berufe, die durcharbeiten.

00:27:59: Ich denke da nur an die vielen Pflegekräfte in den Altenheimen, Krankenhäusern und auch an Polizei, Feuerwehr etc.

00:28:06: Die Notdienste, die es gibt für Zahnärzte etc.

00:28:10: Da gibt es viele Menschen, die trotzdem zwischen den Jahren auch arbeiten müssen.

00:28:13: Also all denen viel Kraft.

00:28:15: und allen anderen, die frei haben, eine gute Erholung, eine gute Zeit und wir hören uns im nächsten Jahr wieder.

00:28:20: Machen Sie es gut und bis bald.

00:28:31: Tschüss!