00:00:04: Start,
00:00:05: klar, auf ins neue Börsenjahr.
00:00:09: Ein Podcast der DECA
00:00:10: Bank.
00:00:35: Und das, obwohl es im Verlauf des Jahres immer wieder Zweifel daran gab, dass der KI-Trend so ungebrochen weiterlaufen kann.
00:00:43: Auf der Zinsseite gab es sinkende Zinsen im Euroraum und eine weiterhin hohe Zinsrate in den USA, sehr zum Missfallen des US-Präsidenten.
00:00:52: Dennoch gilt weiterhin, die Zinsen sind zurück und sorgen dafür, dass die etablierten Marktmechanismen wieder einigermaßen funktionieren.
00:01:00: Wie es mit der Weltwirtschaft weitergeht und welche Entwicklungen gegebenenfalls aus diesem Jahr auch im nächsten wichtig sein werden, darüber spreche ich heute mit Joachim Schallmeier.
00:01:08: Er arbeitet in der volkswirtschaftlichen Abteilung der DK Bank und verantwortet dort vor allem die Aktienmärkte.
00:01:14: Hallo und guten Morgen, lieber Joachim.
00:01:16: Hallo.
00:01:17: Ja, es war ein turbulentes Jahr dieses Jahr.
00:01:20: Joachim, was hat sich denn aus wirtschaftlicher Sicht am meisten überrascht dieses Jahr?
00:01:24: Waren es die Zollkapriolen oder war es was ganz anderes?
00:01:28: Also die Zölle gehören da ganz vorne mit dazu, denn die kamen ja wirklich erstmal überraschend.
00:01:37: Überraschend insofern, dass man sie in der Höhe angekündigt hat, wie es dann im März, April im Rose Garden Liberation Day eben stattgefunden hatte, dass man Zölle in einer unglaublichen Höhe, so wie man sie noch nie kannte, dann eben bekannt gegeben hatte oder angedroht hatte, muss man ja sagen.
00:01:59: Denn am Ende des Tages, und das sind wir jetzt ja am Ende des Jahres deutlich schlauer, ist es eben nicht so gekommen.
00:02:04: Das hat er sich ja ziemlich schnell abgezeichnet und es hat dann auch zur Berührung.
00:02:08: Ja, schnell an den Märkten geführt, dass man gesehen hat, okay, das sind Maximalforderungen.
00:02:12: Die werden so nicht eins zu eins umgesetzt.
00:02:14: Und damit hat man natürlich auch ganz schnell dann wieder eine Beruhigung stattgefunden.
00:02:19: Also, es ist tatsächlich, wenn man das mal so in so eine Rangfolge bringen würde, würde ich sagen, die Zölle und alles um die Zölle drum herum.
00:02:27: Das war sicherlich das, wenn man auf die Weltwirtschaft schaut, was so das Bewegendste war.
00:02:32: Was das Beachtlichste dabei ist, ist mit welcher Robustheit und mit welcher Stabilität tatsächlich die Weltkonjunktur insgesamt sich entwickelt hat.
00:02:41: Denn trotz aller Zollkapriolen muss man ja sagen, dass das Wachstum in der Summe, also unter der Oberfläche gab es natürlich riesig viel Bewegung, aber in der Summe eben bei drei Komma drei Prozent in diesem Jahr lag.
00:02:55: Und das ist in dem Rahmen, wie wir es die letzten Jahre hatten.
00:02:58: Und das ist ein sehr, sehr solides Wachstum, wenn man es eben global betrachtet.
00:03:02: Das gilt nicht für jedes einzelne Land, aber global eben dieses sehr stabile Wachstum.
00:03:06: Und das, finde ich, ist wirklich beeindruckend vor dem Hintergrund der Veränderung, die wir doch gesehen haben.
00:03:13: Ja, man dachte ja, dass die Weltwirtschaft da, jetzt völlig aus den Fugen gerät, daher ja auch diese heftige Marktreaktion im April.
00:03:20: Es ist aber nicht passiert, du hast eben schon gesagt, die Weltwirtschaft ist Überraschend robust.
00:03:24: Wie haben es denn die Volkswirtschaft geschafft oder vielmehr die Unternehmen in den Volkswirtschaft geschafft, weltweit so, um diese Situation drum herum zu arbeiten?
00:03:32: Ist es, weil es eigentlich gar nicht so schlimm gekommen ist, wie man gedacht hatte, was steckt so dahinter?
00:03:37: Ja, das ist das Wesentliche.
00:03:38: Man ist unter kritischen Marken geblieben, was die Zölle oder die Zoll-Höhe anbelangt.
00:03:44: Also wenn tatsächlich diese Tafel ... Trump da in die Höhe gehalten hat.
00:03:50: Wenn die eins zu eins Realität geworden wäre, dann wären wir in eine tiefe volkswirtschaftliche, weltwirtschaftliche Krise geschlittert, ohne Frage.
00:04:00: Dadurch, dass wir allerdings sehr schnell erkannt haben, dass diese Maximalforderung nicht umgesetzt werden und wir eben deutlich darunter bleiben.
00:04:09: Also aktuell haben wir ungefähr ein Zoll von um die elf Prozent, wenn man das mal umrechnet, die die USA gegenüber den Rest der Welt durchschnittlich erheben.
00:04:21: Und das ist eben eine Grenze, wo diese Zollpolitik tatsächlich für die USA aber auch für die Weltwirtschaft halt funktionieren kann.
00:04:29: Also sprich die USA haben nicht den bremsenden Effekt, den die Zölle eben normalerweise ausmachen und auch nicht den inflationären Effekt, weil sie einfach ein Teil dieser Zollwirkung auf den Rest der Welt übertragen.
00:04:45: Und dadurch, dass es eben sich auf ganz viele Schultern verteilt, eben vom Produzenten, zum Exporteur, zum Importeur und so weiter.
00:04:53: Jeder trägt einen kleinen Teil dieser Zollbelastung, macht das sich eben nicht in der Summe einmal gravierend irgendwo bemerkbar.
00:05:00: Und ich glaube, das ist das Entscheidende.
00:05:02: Das ist auch der entscheidende Lernmoment.
00:05:03: Das ist auch ein deutlicher Unterschied zur ersten Präsidentschaft von Donald Trump, dass wir eben unterhalb von kritischen Größen geblieben sind, also alles, was so kleiner, fünfzehn Prozent Zoll ist.
00:05:14: kann eben auf die Art und Weise verkraftet werden, so wie es jetzt auch stattfindet.
00:05:18: Dann verteilt es sich auf viele Schultern und wir sehen, dass dieser Effekt, dieser Steuer, die ja ein Zoll im Ende des Tages ist, dass die eben gut verteilt wird.
00:05:26: Ich glaube, das ist die größte Lehre auch aus diesem Jahr, dass man kritische Grenzen dann nicht überschreiten darf.
00:05:32: Sonst würde es nämlich auch im nächsten Jahr dann ungemütlich werden, wenn eben erkennbar würde, dass man doch wieder einen Zollschrauben nach oben dreht.
00:05:41: Wir glauben das nicht, sondern dass wir eben unterhalb dieser kritischen Schwellen bleiben.
00:05:45: und dann muss man halt sagen, sind die Zölle nicht positiv, aber sie sind eben besser zu verkraften, als man es Anfang des Jahres noch dachte.
00:05:56: Wie immer kann man fast sagen im Mittelpunkt des Interesses, was so wirtschaftliche, weltwirtschaftliche Entwicklungen anging.
00:06:01: Da spricht man ja auch immer noch sehr oft über diesen Konflikt zwischen USA und China.
00:06:06: Der schweilt ja auch weiterhin so ein bisschen, wie sehr wird denn das weiterhin ein mögliches Risiko sein?
00:06:11: Es war ja nicht mehr ganz so schlimm, aber natürlich über die Zollproblematik wurden da natürlich auch entsprechende Impulse wieder gesendet und zurückgesendet.
00:06:18: Und das ging doch ziemlich hin und her.
00:06:20: Ist das ein Risiko, was noch besteht zwischen USA und China, dass da irgendwann doch noch mal richtig kracht?
00:06:24: Ja, also dieser Konflikt, der fehlt ja schon länger.
00:06:27: Er ist jetzt wieder in den Vordergrund getreten, einfach nochmal, weil man bestimmte Themen auch aktiv angegangen ist, vor allen Dingen eben auch mit den Zollthematiken.
00:06:37: Und das ist natürlich was, was uns nicht nur im kommenden Jahr, sondern wirklich auf die nächsten Jahre hinweg beschäftigen wird.
00:06:43: Also wir haben es mal genannt, diese neue Geoeconomie.
00:06:47: Also tatsächlich, dass einfach ökonomische Sachverhalten ein bisschen hinten angestellt werden und politische Themen und Bestrebungen einfach wichtiger sind und Überlegungen.
00:07:00: Also wir kommen ja aus einer globalisierten Welt, wo man gesagt hat, okay, wir wollen eine möglichst effiziente Wirtschaftslösung haben, einen wirtschaftlichen Aufbau, der möglichst effizient ist und deswegen spezialisiert sich jedes Land auf die Dinge, die es am besten kann, wo es die besten Kostenstrukturen hat und dann findet halten.
00:07:18: freier Welthandel statt und so, participieren alle Länder maximal an ihren Möglichkeiten.
00:07:24: Das ist so Effizienzgedanke.
00:07:26: Und der muss doch zunehmend hinten angestellt werden, weil man erkennt, dass die politischen Rahmenbedingungen einfach andere sind, dass andere Themen wichtiger sind, dass man wirtschaftlich unabhängig ist, dass man auch unabhängig von Zulieferern ist und so weiter.
00:07:40: Das ist also dieses neue, geoeconomische Umfeld.
00:07:43: Und das wird ja weiter Bestand haben.
00:07:46: Also diese Blödsache, USA, Europa und China mit Asien auf der anderen Seite.
00:07:53: Da wird es eher ein bisschen Abkopplungen, Abschottung geben, eigene Regime, sage ich mal, eigene Wirtschaftsbereiche, die aber weiter durchaus miteinander handeltreiben, aber eben unter anderen Vorzeichen, unter anderen Nebenbedingungen.
00:08:07: Und das ist ganz klar, die Tendenz und die Richtung in den nächsten Jahren.
00:08:12: Das Gute daran ist, dass man einfach mit dem Übergangsjahr, sage ich mal, was wir jetzt gerade hinter uns gebracht haben, wo wir wirklich einfach intensiv mit dem Zoll auseinandersetzen.
00:08:23: uns beschäftigt haben und auch mit den Verknüpfungen, also wo es sind kritische Punkte, Chip-Technologie oder seltene Erde, Rohstoff und so weiter, sehen wir doch jetzt irgendwo ein Stück weit klarer, nach welchen Regeln, nach welchen Spielregeln diese neue Geoeconomie funktioniert, wo Grenzen bestehen, wo rote Linien auch bestehen.
00:08:49: Und ja, man erst kann einem gefallen oder nicht, aber man hat einfach diese neuen Realitäten jetzt klarer vor Auge.
00:08:57: Und ich glaube, das hilft den Unternehmen gerade mit Blick auf die nächsten Jahre, dass man halt erkennt, okay, die Weltwirtschaft hat sich verändert.
00:09:04: Die Weltwirtschaft wird auch in diesem veränderten Zustand weiter Bestand haben.
00:09:09: Und dementsprechend gilt es, sich eben da möglichst gut daran anzupassen.
00:09:14: Da sind's auch nochmal nach Europa schauen.
00:09:15: Da hat sich auch einiges verschoben.
00:09:18: Die südlichen Länder galten ja immer so ein bisschen als die Boomänner mit großen Staatsschulden und Problematiken etc.
00:09:24: Das hat sich ein bisschen verändert.
00:09:26: Vor allem die großen Staaten, da schaut man jetzt ein bisschen drauf.
00:09:29: Vor allem voran Frankreich mit einer gigantischen Staatsschuldenquote.
00:09:34: War ja auch ein Riesenaufreger jetzt in der zweiten Jahreshälfte.
00:09:37: Hat auch die Märkte doch ein bisschen durcheinandergebracht eine Zeit lang.
00:09:40: Deutschland trägt auch eher so wirtschaftlich gesehen die rote Laterne im Moment in Europa.
00:09:44: Woher kommt denn diese Verschiebung?
00:09:46: Warum sind denn die großen EU-Staaten auf einmal die mit den Problemen und die südlichen Länder?
00:09:50: Naja, haben auch noch Probleme, aber die stehen eben nicht mehr so im Mittelpunkt.
00:09:55: Ja, also man muss zwei Dinge unterscheiden.
00:09:58: Einmal, was du ja auch angesprochen hast, diese Schuldenthematiken, Defizite, auch laufende Defizite und auf der anderen Seite die wirtschaftliche Entwicklung der wirtschaftliche Ausblick.
00:10:10: Und da haben wir tatsächlich ein sehr, sehr zweigeteiltes Bild, was den wirtschaftlichen Ausblick und die wirtschaftliche Entwicklung anbelangt.
00:10:16: Denn die alten Volkswirtschaften wie Deutschland, die ja immer ein sehr hohes Wachstum, ein wichtiges Wachstumsbeitrag auch für die Eurozone geliefert haben, die schwächeln.
00:10:27: Also in Deutschland haben wir seit fünf Jahren kein Wachstum.
00:10:31: Wir stagnieren seit fünf Jahren.
00:10:33: Und auf der anderen Seite haben wir eben Spanien, die eben dynamisches Wachstum haben.
00:10:39: Also Deutschland ist halt die besonders hart betroffen.
00:10:42: einmal über diese neue Geoeconomie, über die wir gerade gesprochen haben, dass sich eben Warenströme und auch Angebot in der Welt einfach verändern, dass also ganz andere Konkurrenzsituationen heute vorherrscht, auch technologisch.
00:10:58: Und zum anderen haben wir natürlich viele hausgemachte Probleme über Strompreise, über Rohstoffkosten, über Abhängigkeiten und all diese Themen.
00:11:08: Also es ist diese Kombination, die gerade die großen Volkswirtschaften stark treffen, vor allen Dingen die deutsche Volkswirtschaft.
00:11:15: und in Frankreich haben wir halt dieses Thema einer vollkommenen Reformunfähigkeit.
00:11:21: Das haben wir jetzt ja auch bei der Suche nach dem neuen Haushalt, nach der neuen Regierung gesehen, dass trotz der massiven Defizite und der angespannten Schuldensituation, die wir in Frankreich haben, einfach überhaupt gar kein Wille für Reformen da ist und auch überhaupt gar kein Wille für Konsolidierung.
00:11:38: Und das rückt natürlich die Staatsschulden-Thematik wieder in den Blickpunkt.
00:11:42: Vor allen Dingen in Frankreich, weil wir da einfach von Niveaus halt schon viel, viel höher sind als in Deutschland, ja auch in Deutschland steigen natürlich die Staatsschulden an, einfach über die Fiskalpakete.
00:11:51: Aber wir sind ja, wenn wir uns international mal betrachten, wirklich am unteren Rand, was die Schuldungskennzahlen anbelangt.
00:11:58: Also das ist für Deutschland nicht das Thema und von daher ja verschiedene Punkte.
00:12:04: Wir haben keinen Wachstum in Deutschland dafür, die Perspektive mehr Wachstum zu generieren durch die Fiskalpakete.
00:12:09: und auf der anderen Seite haben wir tatsächlich Italien, Spanien stärker wachsend.
00:12:16: bei denen natürlich auch stark von Unterstützung aus der EU profitieren, davon auch nicht vergessen.
00:12:22: Aber Italien beispielsweise ist gerade hochgestuft worden von der Rating-Agentur Moody's, glaube ich war es, die gesagt haben, ja Italien, stufen wir jetzt mal ein bisschen hoch bei der Kreditwürdigkeit, das ist ein Vorgang, der ja viele Jahre her ist, dass die irgendwann mal hochgestuft wurden beispielsweise.
00:12:38: Absolut, also das liegt... eben vor allen Dingen daran, dass wir in Italien wieder ein besseres Wirtschaftswachstum haben.
00:12:45: Also da ist wirklich diese Umkehr, dass auch was du eingangs sagt, dass das Spanien-Italien eher so der Wachstumsmotor sind und Deutschland eben der Bremsschuh.
00:12:55: Und was die Schuldenthematik anbelangt, ist es eben so, dass Italien nach wie vor sehr hohe Staatsschulden hat.
00:13:02: Aber Und da unterscheidet sich Frankreich und Italien auch grundlegend voneinander.
00:13:10: Italien schafft es, eben höhere Einnahmen zu erzielen als Ausgaben zu tätigen.
00:13:16: Primärüberschuss nennt man das, wenn man mal die Zinszahlung aus dem vorlässt.
00:13:19: Also Italien schafft es wirklich, den Kernhaushalt so zu gestalten, dass man mehr staatliche Einnahmen als Ausgaben hat.
00:13:27: Und in Frankreich ist das nie der Fall.
00:13:30: In Frankreich haben wir immer höhere Ausgaben als Einnahmen.
00:13:33: Und das ist natürlich so ein starker Unterschied auch, wenn man sich diese Schuldendynamiken anbelangt.
00:13:40: Und damit drückt Italien natürlich nach wie vor die alte, starke, großer Schuldenberg.
00:13:46: Aber zumindest mal haben wir einen primär Überschuss und das ist eine positive Entwicklung.
00:13:54: In Deutschland haben wir jetzt seit etwa, ich würde sagen, rund im Dreivierteljahr zum Zeitpunkt der Aufnahme eine neue Regierungskoalition, Schwarz-Rot.
00:14:03: Und die hat sich ja
00:14:05: zum
00:14:05: Programm gemacht, unter anderem die Wirtschaft anzukurbeln.
00:14:08: Das hat ja bisher jetzt, würde ich mal sagen, eher nicht so gut geklappt.
00:14:12: Ist das jetzt ein bisschen zu schnell gedacht, dass wir sagen, na ja, also im Dreivierteljahr geht das auch noch gar nicht?
00:14:17: Oder wie seht ihr das, wie viel Zeit müssen wir der Regierung noch geben, bevor irgendwelche Maßnahmen hier greifen?
00:14:23: Ja, das war ja die große Hoffnungs-Rallye auch an den Aktienmärkten Anfang des Jahres, dass man sagt, jetzt haben wir hier den riesigen fiskalischen Spielraum und wenn wir den dann nutzen, um den direkt in Investitionen reinzuschütten, dann haben wir natürlich eine wirklich positive Perspektive für Deutschland.
00:14:42: Und das haben ja die Aktienmärkte gerade am Anfang dieses Jahres, also Anfang zwanzig, fünfundzwanzig antizipiert positiv.
00:14:50: Und dann setzte diese Ernüchterung rein, weil man halt festgestellt hat, oh, so schnell wird das alles gar nicht umgesetzt und lässt sich auch gar nicht umsetzen.
00:14:57: und leider fließt eben auch viel nicht in Investitionen, sondern wird umetekettiert, sage ich mal und wird für Ausgaben verwendet, die ohnehin vorgesehen waren.
00:15:10: Und da ist tatsächlich ein Stück weit Enttäuschung zu spüren gewesen auch an den Kapitalmärkten.
00:15:16: Jetzt sind wir auf einer ganz realistischen Ausgangsbasis, denn die Erwartungen sind niedrig und trotzdem werden wir ja nächstes Jahr und auch die nächsten zwei Jahre deutlich höhere Ausgaben sehen und diese höhere Ausgaben werden zu einem gewissen Teil auch in neue Investitionen reinfließen.
00:15:37: Und das ist positiv.
00:15:39: Also für Deutschland bedeutet das endlich mal, nach wirklich Jahren der Stagnation, die Perspektive darauf, dass wir wieder ein ganz vernünftiges Wirtschaftswachstum in den Jahr- und Jahrzehnten bekommen.
00:15:51: Also wir rechnen mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von Null, neun Prozent.
00:15:56: Und wie gesagt, wir kommen von Stagnation.
00:15:59: Also da haben wir schon eine deutliche Wachstumsbeschleunigung und ein Teil, ein Teil geht auch auf die Fiskalpakete zurück.
00:16:05: Ein Teil ist natürlich, es sind auch andere Effekte drin, aber ein Teil, wir rechnen so ein Drittel ungefähr, kann man den Fiskalpaketen zuordnen.
00:16:14: Also das ist ein positiver Effekt, aber und das muss man halt leider auch sagen, er bleibt halt weit hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre, wenn man einen größeren Teil dieser Fiskalpakete auch wirklich in Investitionen reinbringt und nicht in die Umverteilung rein.
00:16:31: Es fließt eben viel in die Umverteilung rein und das bedeutet, dass man einen einmaligen kurzen Strohfeuereffekt hat, aber danach natürlich eher eine Belastung, weil es eben nicht dazu verwendet wird, nachhaltig für höheres Wachstum dann zu sorgen über Investitionen.
00:16:47: Also von daher die Erwartungshaltung ist niedrig.
00:16:49: Wir werden ein bisschen positiven, kleinen, positiven Effekt sehen, Deutschland mit einer Wachstumsbeschleunigung, aber wir bleiben einfach leider weiter hinter den Möglichkeiten zurück.
00:16:58: Wir bräuchten einfach hier einen stärkeren Reformwillen, dass wir Strukturveränderungen auch nehmen und in die veränderten Strukturen dann eben aktiv diese fiskalischen Möglichkeiten ja wunderbar sind, dass man die da aktiver dann wirklich auch für Zukunftsinvestitionen nutzt als nur für die Umverteilung oder Umetikettierung für Ausgaben, die sowieso schon geplant waren.
00:17:21: Ja, dann lass uns doch nochmal, du hast jetzt schon ein bisschen für Deutschland so nach vorne geschaut.
00:17:24: Lass uns auch nochmal so weltweit ein bisschen nach vorne schauen.
00:17:27: Ihr habt ja auch vor kurzem eure Prognosen, zwanzig, sechsundzwanzig, schräg, strich, siebenundzwanzig veröffentlicht.
00:17:33: Gib uns noch mal ein bisschen Hoffnung vielleicht.
00:17:35: Was sind so die Aussichten, die ihr seht, geht's?
00:17:38: Positiv weiter mit der Weltwirtschaft?
00:17:39: sind die Wachstumstränds intakt oder sagt ja, da gibt es auch den ein oder andere Problemchen am Horizont.
00:17:45: Aber für Deutschland zumindest klang das jetzt erst mal, naja, nicht nach einer Umkehr, aber zumindest nach einer Besserung.
00:17:51: Absolut.
00:17:52: Also für Deutschland, da ist natürlich die Hürde, über die die deutsche Volkswirtschaft springen muss, auch sehr gering.
00:17:57: Aber da wird es deutlich besser.
00:18:00: In der Eurozone insgesamt haben wir ein stabiles Wachstum jetzt für die nächsten zwei Jahre.
00:18:07: Deutschland mehr Dynamik.
00:18:09: Die große Dynamik in Spanien, die wir hatten, die lässt natürlich ein bisschen nach.
00:18:13: Also Spanien kann nicht immer mit fast drei Prozent wachsen.
00:18:16: Das ist auch klar.
00:18:17: Im Eurozone insgesamt heißt es ein Wachstum.
00:18:19: Im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr.
00:18:34: Asien, auch außerhalb von China, ist mit unglaublich dynamischen Wachstum und mittlerweile auch einen ganz, ganz wichtigen Volumen für die Weltwirtschaft.
00:18:41: Und wenn man eben so durch die Länder durchgeht, dann bleibt und das ist dann wieder vollkommen unspektakulär, aber also positiv unspektakulär, dann bleibt weiterhin ein Wachstum von stabilen drei Prozent, so wie wir es die letzten Jahre gesehen haben, auch in zwanzig, sechsundzwanzig und in zwanzig, siebenundzwanzig für die Weltwirtschaft.
00:19:00: Und das ist tatsächlich ein sehr positiver Ausblick, weil das ist die Grundlage dafür, dass wir natürlich auch ein stabiles Umfeld an den Kapitalmärkten sehen.
00:19:12: Unter der Motorhaube Veränderungen, vor allen Dingen ein bisschen mehr Dynamik in Deutschland, bisschen weniger Dynamik in den auftrebenden Wirtschaften Europas, weil die letzten Jahre so stark waren.
00:19:25: Stabile USA, weiter stark wachsende asiatische Märkte und in der Summe eben drei Prozent globales Wachstum.
00:19:31: und das ist ein positiver Ausblick für die Jahre.
00:19:34: Ja, das ist doch zumindest ein sehr schöner Ausblick, den du da jetzt gegeben hast.
00:19:38: Schauen wir noch mal so ein bisschen zu den Zinsen dieser Zinszyklus.
00:19:41: Der ist auch ganz schön wichtig gewesen dieses Jahr.
00:19:44: Nachdem wir ja in den letzten zwei Jahren so einen rasanten Turboanstieg bei den Zinsen hatten, ging es jetzt dann so langsam wieder bergab.
00:19:51: Im Euro-Raum sind wir schon wieder auf so einem ganz... normal niedrigen Niveau angekommen, um die zwei Prozent.
00:19:57: In USA sieht es noch ein bisschen anders aus.
00:19:59: Da gab es jetzt wieder eine kleine Zinssenkung, aber so richtig runter geht es eben noch nicht, sehr zum Missfall des US-Präsidenten.
00:20:05: Der hätte gerne da einen richtigen Cut gesehen, am liebsten,
00:20:08: damit
00:20:08: der Wirtschaft wieder besser geht oder noch besser geht, denn damit will er sich ja schmücken.
00:20:13: Trotzdem, wir haben so eine kleine Zinsschere zwischen Euroraum und USA.
00:20:16: Ansonsten, ich kann mich so dran erinnern, so... Wenn ich so zurückdenke, so historisch, war es eigentlich immer so, dass die USA so ein bisschen vorne waren, was die Zinssenkungen angehen und wir immer so ein bisschen hinterhergelaufen sind.
00:20:27: Jetzt ging es umgekehrt, weil dort die Inflation eben auch so hochgeblieben ist.
00:20:31: Wird diese Schere sich denn jetzt schließen oder wie geht es da weiter?
00:20:35: Also richtig runter geht es ja in den USA nicht mit den Zinsen.
00:20:38: Es geht in kleinen Schritten nach unten und in kleinen Schritten wird es auch im nächsten Jahr weitergehen.
00:20:45: Aber natürlich nicht auf Niveaus, die wir hier in Europa haben.
00:20:48: Also in den USA, du hast angesprochen, ist die Inflation einfach hartnäckig zu hoch.
00:20:51: Wir haben Inflationsraten von um die drei Prozent in den USA.
00:20:55: Das ist natürlich auch ein bisschen den Zöllen geschuldet.
00:20:58: Das wird in den Jahrzehnten, in den Jahrzehnten, gerade in der zweiten Jahreshälfte wird es eine deutliche Entspannung auch bei der Inflation in den USA geben.
00:21:07: Und wir sind in den USA nach wie vor im restriktiven Bereich.
00:21:11: Das heißt, die Zinsniveaus, die die US-Notenbank vorgibt, bremsen eher ein Stück weit die Wirtschaft.
00:21:18: Weil eben Liquiditätskosten beispielsweise hoch sind, kredite teurer sind, etc.
00:21:22: Genau,
00:21:23: weil einfach die Finanzierungskosten hoch sind und die könnten ein bisschen niedriger sein angesichts des Wirtschaftswachstums.
00:21:30: ordentlich ist, aber auch nicht überschäumt.
00:21:32: Also wenn wir jetzt ein bisschen weniger Inflation in der zweiten Halbjahreshälfte, zwanzig, sechsten und zwanzig sehen und das wird man Perspektive schon in der ersten Jahreshälfte dann erkennen, dann wird die Fett weiter machen mit Zinssenkung.
00:21:45: Wir erwarten, dass wir noch zwei Zinsschritte von jeweils fünfundzwanzig Basispunkte sehen, also ein halbes Prozent, ein halben Prozentpunkt, wenn die Zinsen da in den USA noch nach unten gehen.
00:21:56: In Europa bewegt sich allerdings nichts mehr.
00:21:59: beim Einlagensatz von zwei Prozent.
00:22:01: Da müsste jetzt schon eine deutliche wirtschaftliche Abschwächung erkennbar werden, dass die EZB hier nochmal nach unten geht.
00:22:09: Von daher haben wir hier einen Zinsniveau, was ja auch ein neutrales Leitzinsniveau ist, also neutral eins, was jetzt weder zu stark die Wirtschaft unterstützt, noch eins, was die Wirtschaft zu stark abbremst.
00:22:20: Das sind wir genau richtig und gut austariert.
00:22:23: Also EZB-seitig dürfte recht unspektakulär werden.
00:22:26: Bei der US-Notenbank dürften halber Prozentpunkt noch runtergehen, da wird er dann spannender werden, wie so die Neubesetzungen innerhalb der US-Notenbank FED dann stattfinden, die in den Jahrzehnten ein der ersten Hälfte anstehen.
00:22:40: Also wird der politische Einfluss noch mal ein Stück weit zunehmen und politische Einfluss heißt natürlich tendenziell, dass man eher lockerere Zinsen, also mehr Zinssenkung sieht als diesen halben Prozentpunkt, den wir jetzt erwarten.
00:22:54: Ich glaube auf eine Notenbank sollte man ganz besonders achten und die gehört nicht in die USA und nicht nach Europa, sondern die gehört nach Japan.
00:23:03: Denn in Japan haben wir über eigentlich drei Jahrzehnte nicht hingeschaut, was da passiert.
00:23:09: Aber in Japan gegen den globalen Trend werden dort die Zinsen angehoben.
00:23:14: Also wir sind da auf Leitzinsen, die wir so die letzten dreißig Jahre nicht gesehen haben, tendenzweiter steigend.
00:23:21: Und da haben wir also einen Zinstrend, der genau konträr zu dem restlichen Zinstrend in der Welt verläuft.
00:23:28: Und das wird wahrscheinlich das Spannendes sein im neuen Jahr, zu sehen, wie die Kapital merkt, dass sich in diesem Spannungsrahmen zwischen sinkenden Zinsen global, aber einer Notenbank, die aufgrund von erhöhter Inflation und auch besserem Wachstum einfach die Zinsen anheben muss und da eben auf Interesse vorstößt, was wir viele Jahrzehnte nicht gesehen haben.
00:23:55: Wenn du jetzt mal so die nächsten Monate vorausschaust, sofern man das schon kann, aber so ein bisschen habt ihr immer die Vorausschau auch, was steht zu anderen Terminen an Ereignissen, wo man schon absehen kann, ja, da könnte es interessant werden, sei es eine politische Wahl oder auch irgendwelche wirtschaftlichen Sachen, was sind so die Themen, wo du sagst, die sollte man als Anlegerin oder Anleger mal im Blick behalten, da könnten entscheidende Weichen gestellt werden in den nächsten Monaten.
00:24:17: Das Entscheidende jetzt so im ersten Quartal.
00:24:21: Oder auch im ersten Halbjahr wird die Berichterstattung der Unternehmen sein, ganz klar.
00:24:25: Denn wir haben ja doch eine erhöhte Vorsicht, was die ganze künstliche Intelligenz und die Entwicklung, die damit verknüpft sind, anbelangt.
00:24:34: Und die haben eben nicht nur auf den Unternehmensektor, sondern haben eben auf ganze Volkswirtschaften mittlerweile einen maßgeblichen Einfluss.
00:24:41: Das gilt für die USA, genauso wie für China und Asien.
00:24:45: Und die zeitnahe Rückmeldung, wie sich diese Trends entwickeln, das werden wir von den Unternehmen bekommen.
00:24:52: Und wir haben ja die Berichterstattung über das vierte Quartal, so ab Mitte Januar.
00:24:58: In Europa ist dann eher Ende Januar, Anfang Februar, wenn die Unternehmen in der Breite ihre Zahlen vorlegen.
00:25:05: Das wird extrem wichtig sein und wird so den Trend auch für die erste Jahreshälfte auf jeden Fall vorgeben.
00:25:15: Berichterstattung sehen, wenn wir sehen, dass die Unternehmen tatsächlich weiter gute Gewinne erwirtschaften können, gute Cash-Flows auch erwirtschaften können, ihre Investitionen weiter fortsetzen können.
00:25:27: Dann ist es ein Signal, was auch eine gute Grundlage zumindest nur für die erste Jahreshefte, die ist, also von daher wenn du mich nach einem Thema fragst, dann wäre es auf jeden Fall die Bericht, die Quartalsberichterstattung der Unternehmen ab Mitte Januar, Anfang Februar.
00:25:44: Zentral- und Richtungsweisens ist.
00:25:46: Ja Joachim, vielen lieben Dank für die Teilnahme hier heute in der Sendung am Podcast und deinen Einblick in die oder eure Einblicke in die Sichtweise auf die Weltwirtschaft.
00:25:56: Sollten Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, weiterhin stets aktuell informiert bleiben wollen, dann hören Sie doch auch gerne in die weiteren Folgen unserer Reihe Start.
00:26:04: Klar rein.
00:26:05: Oder abonnieren Sie unseren Podcast Mikro trifft Makro, da spreche ich nämlich alle zwei Wochen mit dem Chefvolkswirt der DK Bank Dr.
00:26:12: Ulrich Carter über die aktuelle Situation an den Märkten und die Zusammenhänge zwischen Zinsen, BIP und Börse.
00:26:19: Ich würde mich freuen, wenn Sie da auch zu unserer Zuhörerschaft zählen würden.
00:26:24: Ja, langfristig kann man sagen, geht eigentlich kein Weg an der Aktie vorbei.
00:26:27: Das hat man dieses Jahr wieder gesehen.
00:26:29: Dabei gibt es natürlich vielerlei Möglichkeiten zu investieren.
00:26:32: Neben einem Direktinvestment in Aktien, das auch immer mit viel Zeit und ja, Rechercheaufwand verbunden ist, kann man natürlich Fonds nutzen.
00:26:40: Die Vorteile liegen dabei vor allem in der breiten Streuung und im Fall von aktiven Fonds bei einem aktiven Management, das auf Marktsituationen reagieren kann und entsprechende Umschichtungen vornimmt.
00:26:50: Und ergänzend gibt es natürlich auch die Möglichkeit überstrukturiert.
00:26:53: Wertpapiere sogenannte Zertifikate in Aktien zu investieren.
00:26:57: Hierbei kauft man die Aktien ebenfalls nicht direkt.
00:27:00: Dadurch können jedoch zusätzliche Vorteile realisiert werden, wie beispielsweise der Schutz des eingesetzten Kapitals vor Verlusten oder die Erziehung von attraktiven Renditen, auch wenn die Aktien mal nicht steigen sollten.
00:27:11: Bei allen Anlageformen gilt aber stets, dass eine positive Wertentwicklung natürlich niemals garantiert werden kann und es auch zwischenzeitlich zu Verlusten kommen kann.
00:27:19: Am besten man wendet sich an eine Sparkasse, um sich dort beraten zu lassen.
00:27:22: und eine passende Anlagelösung und der Berücksichtigung der persönlichen Vermögensverhältnisse und Risikobereitschaft empfehlen zu lassen.
00:27:30: Das war's von uns für heute.
00:27:31: Machen Sie's gut und bis bald.
00:27:33: Tschüss!
00:27:45: Alle Angaben wurden sorgfältig zusammengestellt, teilweise unter Verwendung von Daten aus Drittquellen.
00:28:04: Etwaig enthaltene Meinungsaussagen geben die zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellen Einschätzungen der DECA Bank wieder.
00:28:12: Die DECA Bank übernimmt keine Gewehr für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der gemachten Angaben und haftet nicht für Schäden oder Aufwendungen, die aus einem Vertrauen hier rauf resultieren.
00:28:25: Etwaige in diesem Pot Karst erwähnte Finanzinstrumente können mit Risiken verbunden sein, die schwer abzuschätzen und in die Evaluation einer Anlageentscheidung einzubeziehen sind.