Mikro trifft Makro - Das Finanzmarktgespräch

Transkript

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00:00:00: Der DAX bildet die deutsche Wirtschaft ab.

00:00:02: Das stimmt schon lange nicht mehr, denn die meisten Firmen im deutschen Aktienindex DAX

00:00:07: sind mittlerweile international aufgestellte Großkonzerne.

00:00:11: Dennoch ist und bleibt der DAX der Leitindex für den deutschen Aktienmarkt.

00:00:16: Doch von Zeit zu Zeit muss auch ein Index mal neu aufgestellt werden, sei es einmal

00:00:20: die Anzahl der Werte von 30 auf 40 zu erhöhen oder die enthaltene Werte an die aktuelle

00:00:26: wirtschaftliche Situation und Marktkapitalisierung anzupassen, denn schließlich soll der DAX

00:00:31: ja die 40 größten Unternehmen beinhalten und das kann sich eben mal verändern.

00:00:37: Ansonsten ist Sommer und außer einer Klarstellung in Bezug auf den US-EU-Handelsstil gibt es

00:00:42: nur wenig berichtenswertes.

00:00:44: Aber auch in der etwas ereignisarmen Zeit sorgt eben Donald Trump mit seinen Angriffen

00:00:49: gegen die amerikanische Notenbank für Schlagzeilen.

00:00:52: Wie wichtig ist der DAX als Gratmesser für den Zustand der deutschen Wirtschaft, welche

00:00:56: Aussagen kann man aus den Veränderungen im DAX ableiten und was hat Donald Trump eigentlich

00:01:01: gegen die Notenbankchefs?

00:01:03: Wir sprechen drüber in dieser Folge Mikro trifft Makro.

00:01:07: Hallo und herzlich willkommen zur 132.

00:01:21: Folge Mikro trifft Makro.

00:01:23: Heute ist Donnerstag der 28.

00:01:24: August 2025 und bei mir sitzt heute mal nicht unser allseits geschätzter Cheffolkswirt,

00:01:31: sondern sein mindestens genauso geschätzter Kollege Joachim Schallmeier.

00:01:34: Guten Morgen Joachim.

00:01:35: Ja, schön.

00:01:36: Guten Morgen.

00:01:37: Bevor wir uns jetzt unserem eigentlichen Thema widmen, dem DAX und seinen Veränderungen,

00:01:42: lasst uns doch nochmal kurz über den aktuellen Zustand der Kapitalmärkte weltweit schauen.

00:01:47: Mir kommt es im Moment so vor, als ob wir so ein bisschen tatsächlichen Sommerloch haben

00:01:52: an den Börsen.

00:01:53: Die Nachrichtenlage ist ja eher überschaubar, würde ich sagen.

00:01:56: Die Datenlage ist auch nicht so spektakulär aktuell und es ist irgendwie auch halbwegs

00:02:01: ruhig.

00:02:02: Ist man eigentlich kaum gewöhnt.

00:02:03: Das erste Halbjahr war ja recht turbulent.

00:02:05: Täuscht das oder habe ich das richtig wahrgenommen so?

00:02:08: Ja, das erste Halbjahr war turbulent, aber es war vor allen Dingen ein, das war ein

00:02:13: hervorragendes Halbjahr für die Kapitalmärkte insgesamt.

00:02:18: Also, wenn wir bis zum heutigen Zeitpunkt uns das anschauen, muss man ganz klar sagen,

00:02:23: sind alle Anlageklassen, Aktien, Renten wirklich mit positiven Renditen und positiven

00:02:31: Gesamterträgen.

00:02:32: Und das ist erstmal was sehr, sehr Positives.

00:02:34: Das Einzige, was sicherlich Aufmerksamkeit bedarf, ist die starke Veränderung im Wechselkurs,

00:02:42: vor allen Dingen der schwache US-Dollar, denn der macht vor allen Dingen für in Euro rechnende

00:02:48: Anleger ja so ein bisschen diese wirklich gute, zugrunde liegende Wertentwicklung,

00:02:53: dann verwässert das ein Stück weit.

00:02:56: Das heißt, der Dollar wird in Euro umgerechnet und dementsprechend führt das zu einer Belastung.

00:03:01: Aber insgesamt wirklich ein super Anlagejahr bis jetzt und dein Eindruck träuscht nicht.

00:03:06: Es ist deutlich ruhiger gewesen, denn diese ganze Entwicklung ist im ersten Halbjahr passiert

00:03:11: und im Juli und August war es dann ruhig, merkte er seitwärts keine wesentlichen Ausschläge

00:03:16: mit einer Ausnahme und zwar der sehr deutlichen Ausnahme, das war der US-Aktienmarkt, denn

00:03:22: der US-Aktienmarkt hat hier nochmal richtig Gas gegeben, da ist er erst im Err im ersten

00:03:28: Halbjahr ein bisschen zurückgeblieben, aber der hat dann im Juli und August richtig aufgeholt,

00:03:32: bis er jetzt auch auf neue Rekordstände angestiegen, also das ist sicherlich eine Ausnahme und

00:03:39: deswegen war es dann doch nicht ganz so ruhig, wenn man eben hier den US-Aktienmarkt sich anschaut.

00:03:46: Also wird der US-Aktienmarkt vielleicht doch wieder zum Shooting Star wie letztes Jahr,

00:03:50: zum Überraschungsstar auf der Bühne und der Weltwirtschaft oder wie siehst du das aktuell?

00:03:55: Zumindest hat er jetzt wirklich eine unglaubliche Aufholbewegung hingelegt und es kann schon sein,

00:04:03: dass der sogar Pari zieht bis Jahresende dann wieder auch mit den europäischen Märkten.

00:04:08: Donald Trump sorgt ja trotzdem für Bewegung und für Schlagzeilen, er hat ja schon länger

00:04:14: eine Fähde laufen mit dem Chef der amerikanischen Notenbank, Jerome Powell. Nun soll ja auch noch

00:04:19: jemand aus diesem Memberboard entfernt werden, also rausgeschmissen werden, wie er das natürlich

00:04:25: dann gesagt gefeuert soll, sie werden die Gouverneurin, die dort sitzt. Was ist denn eigentlich das,

00:04:30: was ihn an der Notenbankpolitik in den USA so stört? Ist es, dass er keinen direkten

00:04:34: Durchgriff hat, dass er nicht einfach umsetzen kann, was er meint, was richtig ist oder was

00:04:39: ist da los in der Notenbankpolitik der USA? Warum dieser Kampf zwischen Trump und der Fiat?

00:04:45: Naja, er sagt ja schon recht konkret, was ihn stört. Seiner Meinung nach sind die Zinsen einfach

00:04:51: viel zu hoch. Die Notenbank ist hinter der Kurve, müsste seiner Meinung nach schon längst die

00:04:58: Zinsen gesenkt haben. Und das sind sozusagen die die Aufhänger für dieses ständige Störfeuer,

00:05:06: dass er dann auf verschiedenen Kanälen auch ausspielt. Ja, ob das jetzt der alleinige Grund

00:05:12: ist, dass er wirklich schnelle Zinssenkung hier möchte, darüber lässt sich natürlich

00:05:17: trefflich spekulieren. Aber er ist stetig bemüht, sozusagen das Vertrauen auch der Notenbank zu

00:05:26: untergraben, die Glaubwürdigkeit zu untergraben. Und er drängt natürlich damit schon indirekt auch

00:05:32: auf den direkteren Einfluss auf die Geldpolitik. Jetzt ist das natürlich schon ein wirklich sehr

00:05:39: gefährliches Spiel. Denn in einem Geldsystem, wie wir es in den USA haben, wie wir es in der Welt

00:05:45: haben, Papiergeldsystem ist natürlich die Unabhängigkeit der Notenbank ganz zentral. Denn nur so kann

00:05:53: die Geldwert-Stabilität garantiert werden. Und stabiler Geldwert ist natürlich wiederum

00:06:00: wichtig für Investitionen, für die Wirtschaftssysteme insgesamt. Und daran sollte man tunlichst

00:06:07: nicht kratzen. Und deswegen ist das, was da in den USA passiert, sehr gefährlich. Es macht

00:06:14: auch die Märkte zunehmend nervös. Und es steckt halt so ein bisschen die Vermutung dahinter,

00:06:22: dass tatsächlich Trump oder die Regierung eben dauerhafter auch Einfluss daneben möchte.

00:06:27: Und ja, niedrigere Zinsen wären natürlich auch etwas, was die Staatsdefizite dann besser

00:06:35: finanzieren ließe. Also, wenn mal ausgerechnet so 2 % niedrigere Zinsen, das würde den Haushalt

00:06:43: so um 200 Milliarden pro Jahr dann an Zinskosten entlasten. Ist schon ein bisschen was. Also,

00:06:49: das ist schon ein riesiger Hebel, der da ist. Also, die Vermutung deswegen, dass man dauerhafter

00:06:54: dann Einfluss neben will, die ist schon da. Es ist eben wie gesagt sehr prekär und vor allen

00:07:01: Dingen der Kapitalmarkt beginnt ja auch schon darauf zu reagieren. Das lange Ende der Zinskurven,

00:07:06: 10-30-jährige Zinsen, die sind schon massiv angestiegene letzten 12 Monaten. Und das ist

00:07:12: ein Ausdruck dafür, dass Anleger global einfach eine höhere Risikoprämie, eine höhere Rendite

00:07:17: einfördern, dafür, dass sie auf lange Zeiträume den USA eben Geld leihen. Und das ist wiederum

00:07:23: eine Bewegung, die kann den USA nicht gut gefallen. Mit Blick auf die kurzfristigen Zinsen wäre es

00:07:32: jetzt gar nicht so notwendig, da ständig niedrigere Zinsen einzufordern, denn die würde

00:07:36: eher unserer Meinung nach sowieso bekommen. Denn unabhängig von all den Diskussionen,

00:07:40: wenn man sich rein fundamental betrachtet, ist es durchaus angezeigt, dass die US-Notenbank die

00:07:46: Zinsen weiter senken wird. Wir gehen davon aus, dass wir hier wirklich ab September dann auch

00:07:51: weitere Zinsschritte bekommen und dass wir in einem Jahr rein aus fundamentaler Sicht her rund

00:07:59: ein Prozentpunkt niedrigere Zinsen vertragen können. Also es ist so ein bisschen wirklich

00:08:04: überflüssig, dass man da diesen Kanal so massiv damit bespielt und auch mit Aktionen natürlich

00:08:11: unterlegt. Ich würde jetzt gerne spontan ein kleines Gedankenexperiment mal starten.

00:08:15: Mal sehen, ob du darauf jetzt eine Antwort hast. Gehen wir mal davon aus, Donald Trump wird sich

00:08:20: jetzt durchsetzen und wird die Zinsen einfach zwei Prozent senken. Weil du hast ja gesagt,

00:08:24: die zwei Prozent, das wäre super für den Haushalt. Was wäre denn die Konsequenz? Also was ist denn das

00:08:29: gefährliche, was das dann auslöst, wenn wir sagen, na ja, die Politik soll eben gerade nicht die

00:08:34: Notenbankpolitik beeinflussen, sondern die sollen unabhängig sein. Was passiert denn, wenn Trump

00:08:40: jetzt einfach sagen würde, Zinsen zwei Prozent runter und die machen das? Ja, wenn das so eine

00:08:44: direkte Anordnung wäre, wie du es jetzt gerade sagst, dann hätten wir natürlich wirklich massive

00:08:51: Auswirkungen am Kapitalmarkt. Warum? Weil damit klar wäre, dass die Notenbank eben hier nach der

00:08:58: Politik agiert. Wir hätten dann viel zu niedrige Zinsen. Wir hätten dann eben sofort ganz klar,

00:09:06: sozusagen das Signal, wir dominieren sozusagen, wir setzen die Zinsen. Wir nutzen das für unsere

00:09:12: Zwecke, zur Staatsfinanzierung zur Investition von politischen Vorhaben. Das wäre ein riesiger

00:09:18: Vertrauensverlust. Es wäre natürlich damit verbunden die Gefahr einer Inflation und zwar einer

00:09:25: Inflation, die sich nur noch sehr, sehr schwer einfangen lässt. Das haben wir in der Historie ja

00:09:29: immer wieder gesehen. Wenn Notenbanken eben unter politischen Einfluss geraten, dann führt das

00:09:34: in der Regel zur Inflation bis hin zur Hyperinflation. Also Inflationserwartung würden

00:09:38: massiv einsteigen. Es käme zum Vertrauensverlust der Anleger. Es würden viel höhere Risikopremien

00:09:44: gefordert werden. Also man würde dann nicht mehr so bereitwillig Geld leihen, sondern viel höhere

00:09:49: Zinsen einfordern. Also es werden Chaos wirklich, das da mit ausgelöst würde und wir können nur

00:09:55: hoffen, dass genau das nicht passieren wird. Genau und das zeigt natürlich auch, dass vieles von

00:10:00: dem, was an den Märkten basiert auf einer Vertrauensbasis aufbaut, dass Vertrauen,

00:10:05: dass die Notenbank eben unabhängig agiert und wenn das Vertrauen eben gebrochen wird, dann hat

00:10:11: man tatsächlich ein Problem an den Märkten. Das ist nochmal so ein bisschen schauen, du hast

00:10:15: eben schon gesagt, überrascht hat dieser Tage eigentlich der US-Aktienmarkt. Gibt es ja noch

00:10:19: andere Daten, wo du sagst, na da lohnt sich es auch mal drauf zu schauen. Das ist auch interessant,

00:10:23: Sommerloch hin oder her. Vielleicht auch Sachen, die jetzt nicht so in der ersten Reihe stehen. Ich

00:10:28: meine der Aktienmarkt ist immer das, was alle sehen, was immer sehr prominent auch in den Medien

00:10:33: gespielt wird. Vielleicht gibt es ja auch Daten, wo du sagst, na das war schon auch interessant,

00:10:36: weil das vielleicht eine Tendenz anzeigt oder vielleicht erste Zeichen sind für gewisse Entwicklungen.

00:10:40: Also was wirklich aufgefallen ist sind die unterschiedlichen Entwicklungen von Konjunkturdaten. In

00:10:48: den USA hatten wir ja einen schwachen Arbeitsmarktbericht, der hatte dann so ein bisschen Sorge ausgelöst,

00:10:53: dass vielleicht jetzt doch Zölle und sich die US-Wirtschaft insgesamt ein bisschen stärker

00:10:58: abschwächst, aber seit diesem Arbeitsmarktbericht bekommen wir kontinuierlich nur besser als

00:11:03: erwartete Daten von der US-Wirtschaft. Also die US-Konjunktur läuft stabiler als es erwartet

00:11:11: wurde und das ist wirklich ein Hingucker, die letzten Wochen gewesen, diese besser als erwarteten,

00:11:16: wirklich guten Daten aus den USA. Und im Gegenzug, und das ist wirklich schon auch deutlich gewesen,

00:11:24: haben wir natürlich hier aus Europa und vor allen Dingen aus Deutschland weiter schwache Daten

00:11:27: bekommen. Nicht nur, dass das Wachstum der letzten Jahre massiv nach unten revidiert wurde,

00:11:33: statistisch. Also wir haben jetzt wirklich fünf Jahre in Deutschland keinerlei Wachstum. Also wir

00:11:39: haben wirklich eine lange und schwere Rezession hier und das hält sich bis zum aktuellen Rand.

00:11:45: Zuletzt wurden auch die Wachstumszahlen jetzt für dieses Jahr, fürs zweite Quartal nach unten

00:11:49: revidiert. Also da haben wir wirklich sehr gegensätzliche Entwicklung gehabt. Das waren

00:11:53: Hingucker die letzten Wochen und was natürlich spannend war, war einfach die Berichterstattung

00:11:59: der Unternehmen immer. Das hat er gestern oder heute Nacht sozusagen erst mal den Abschluss

00:12:05: gefunden mit den vielbeachteten Zahlen vom Halbleiterhersteller Nividia, aber insgesamt muss

00:12:10: man sagen, in der sehr solide, sehr gute Berichterstattung auch der Unternehmen aus den USA auch

00:12:15: wiederum deutlich besser als erwartet. Das war ja auch so ein bisschen der Auslöser,

00:12:19: warum sich die Aktienkurse dann so gut entwickelt haben. Er ist durchaus fundamentale Gründe,

00:12:24: nämlich wirklich eine solide, gute, sehr gute Berichterstattung der Unternehmen. Also das

00:12:30: sind so die Punkte, die Datenpunkte, die wir jetzt haben, gut mit Nividia. Gestern gibt es

00:12:36: keinen neuen Impuls mehr für die Märkte, aber es ist im Grunde am Abschluss dann wirklich auch

00:12:41: eine erfolgreichen Berichtssaison. Allerdings muss man dann auch wiederum beachten, du hast

00:12:45: ja eben am Anfang schon mal gesagt, gleichzeitig hat der Dollar massiv abgewertet. Das heißt,

00:12:50: wenn ich jetzt in den USA angelegt war, als Euroanleger, muss ich natürlich erst mal so viel

00:12:56: mit dem Aktienmarkt aufholen, dass ich den Verlust aus dem Dollar-Umrechnungskursen wieder

00:13:00: rauskriege im Endeffekt. Dickler ist ein ganz, ganz, ganz wichtiger und zentraler Punkt in diesem Jahr,

00:13:05: weil einfach die Bewegungen der Währung so massiv waren. Und genau wie du es beschreibst,

00:13:10: also die Aktienmärkte, die in US-Dollar notieren, wie der amerikanische Markt, der hat jetzt eine gute

00:13:16: Wertentwicklung seit Jahresanfang eben auch gezeigt, aber in Euro gerechnet, ja für den

00:13:20: Euroanleger eben nicht, weil er die Dollarabwertung sozusagen verkraften muss. Und das muss man beachten,

00:13:26: also das läuft in Jahren oder ist in den letzten Jahren immer positiv gelaufen, weil er die Währung

00:13:35: der Dollar eben eher aufgewertet hat. Und jetzt haben wir halt mein Jahr, wo wir eine deutlichere

00:13:39: Abwertung haben und da spielt es dagegen, ist aber wirklich ganz zentral im Hinterkopf zu behalten,

00:13:44: wenn wir jetzt immer davon sprechen, wir haben so eine super Wertentwicklung am Aktienmarkt für

00:13:48: Euroanleger aufgrund des Wechselkurses. Sieht das natürlich am Jahresende nicht ganz so positiv aus.

00:13:55: Dann lass uns doch mal wechseln auf unser, ja ich nenn's mal Schwerpunktthema heute. Wir wollen mal

00:14:02: so ein bisschen auf die Veränderungen schauen, die jetzt im DAX anstehen, denn der Index, der wurde

00:14:06: ja 1988 quasi das erste Mal veröffentlicht, der setzten Index von der Börsenzeitung fort,

00:14:12: den es schon vorher gab. Damals wurde das dann auf, ich glaube, Ende 87 auf 1000 Punkte

00:14:18: festgelegt, das war der sogenannte Startwert des DAX und ab dann wurde der eben fortgeschrieben.

00:14:22: Ich hab mal so geguckt, was waren so die Werte, die damals drin waren, da fand man dann K-Stadt

00:14:26: und Kaufhof, das waren die zwei große Einzelhandelswerte, dann war da ein Wert drin, den kannte ich

00:14:33: überhaupt nicht, Feldmühle, Nobel, hab ich noch nie gehört vorher, ehrlich gesagt, aber da war auch

00:14:37: so was drin wie Mannes, Manneröhren zum Beispiel und so was, also Werte, die eigentlich heute überhaupt

00:14:42: nicht mehr vorkommen, weil sie entweder nicht mehr gibt, weil sie fusioniert wurden oder weil's

00:14:46: einfach das Geschäftsmodell nicht mehr hergibt, dass die Werte da drin sind. Also gerade K-Stadt,

00:14:50: Kaufhof beispielsweise, daran sieht man ganz gut, dass es eben Veränderungen gibt in der Wirtschaft,

00:14:56: bei den Geschäftsmodellen, die dann dafür sorgen, dass solche Werte aus dem DAX eben

00:15:00: rausgenommen werden und damit ist er vielleicht nicht so ein guter Gratmesser der gesamten

00:15:05: deutschen Wirtschaft, aber ist schon ein ganz guter Gratmesser dafür, wie sich die deutsche

00:15:09: Wirtschaft verändert hat und welche Veränderungen sich strukturell einfach abzeichnen. Und genau

00:15:14: das habt ihr euch ja so ein bisschen jetzt auch angesehen in einer Studie, die ihr geschrieben

00:15:18: habt. Was ist es denn, was wir ableiten können aus den Veränderungen vom DAX? Was hat sich denn

00:15:23: verschoben und wo sehen wir welche Entwicklungen? Ja, mittlerweile haben wir wirklich schon,

00:15:28: ja man kann sagen, ein paar Jahrzehnte, die wir auf den DAX zurückblicken können, was gesagt und

00:15:32: in den Jahren oder Jahrzehnten ist wirklich viel Bewegung drin gewesen. Zuletzt allerdings dann

00:15:41: eher weniger. Also die große Umstellung, jetzt war im Jahr 2021, wo der DAX ja nochmal von 30

00:15:47: auf 40 Titel erweitert wurde, aber seitdem ist es relativ ruhig, seit 2021 also nur 9

00:15:53: Auswechslungen, also Auf- oder Absteiger aus dem DAX. Naja und das könnte es jetzt beim nächsten

00:16:00: Überprüfungstermin dann ändern. Am 3. September ist es ja soweit, da gibt die deutsche Börse dann

00:16:07: mögliche Auf- und Absteiger bekannt. Und ja, da könnten durchaus zwei unternehmende DAX verlassen,

00:16:14: zwei andere aufsteigen, also wieder ein bisschen mehr Veränderung drin. Und ja, diese Veränderungen,

00:16:20: zumindest diese Veränderung der Titelzusammensetzung. Das ist schon durchaus ein ganz gutes Spiel.

00:16:24: Bild auch das Wandels der deutschen Wirtschaft. Also im Rückspiegel haben wir eben hier wirklich

00:16:31: deutlich absteigende Dominanz von Chemie, Pharma oder eben auch Automobiltiteln und das spiegelt

00:16:39: sich also auch in der Realwirtschaft wieder. Also und getragen wird der DAX wirklich von

00:16:45: Dienstleistungen, IT, aber auch von den Megadrent-Themen und das ist ja etwas, wo man sagen kann,

00:16:53: dass der DAX durchaus den strukturellen Veränderungen, die die heimische Volkswirtschaft im Moment

00:16:58: durchlauft und auch weiter mit hoffentlichem Alltime-Pur durchlaufen wird. Also ist es so ein

00:17:06: bisschen sinnbildlich für die strukturellen Veränderungsprozesse, auch die hier Realwirtschaft,

00:17:12: die stattfinden und quasi ein Signal, was der Markt denn erwartet, in welche Richtung sich

00:17:18: auch die Realwirtschaft in Zukunft anpassen muss. Also nicht nur die Realwirtschaft, sondern

00:17:21: natürlich auch alle Unternehmen, die in der Realwirtschaft tätig sind. Gibt es eine Branche,

00:17:27: wo du sagst, da sieht man es nochmal ganz besonders? Ich würde jetzt einfach mal schätzen, Automobil.

00:17:33: Das ist so ein Thema, wo man wahrscheinlich sieht, oha, da hat sich wirklich was verschoben.

00:17:37: Als Automobil ist eine Branche, sieht man auch an den Gewichtungen, die hatten vor einigen

00:17:42: Jahren noch so 15, 16 Prozent im DAX, jetzt kommen die Automobilhersteller nicht mehr mehr auf 5 Prozent,

00:17:48: da hat sich eben massiv was verschoben, genau, wie du es beschreibst. Das gilt aber auch für die

00:17:53: Chemie-Industrie, für die Pharma-Industrie beispielsweise. Das ist jetzt nicht nur damit

00:17:58: begründet, dass die Unternehmen da in schwieriges Fahrwasser gekommen sind, sondern auch damit,

00:18:03: dass ja beispielsweise eine Linde, die Börsen-Notizen rausgenommen hatten, die USA gegangen sind,

00:18:08: aber auch das ist so ein Stück weit sinnbildlich dafür, wo man dann die besseren Rahmenbedingungen

00:18:13: findet. Also in den Branchen hat sich sehr viel verschoben. Auf der anderen Seite, und da muss

00:18:18: man eben auch in die Zukunft blicken, der DAX ist eben auch ein Spiegelbild von Zukunftsbranchen. Und

00:18:26: deswegen steckt da natürlich eine Erwartungshaltung drin, aber durchaus auch eine, die ein zuversichtlich

00:18:32: stimmen sollte. Wie ist das eigentlich? Also dieser Auf- und Abstieg aus dem DAX, nach welchen

00:18:38: Regeln funktioniert denn das? Also wird er auf die Marktkapitalisierung geschaut, wird er auch auf

00:18:42: eine längerfristige Entwicklung geschaut, oder könnte es auch sein, dass da jetzt Werte kurzfristig

00:18:47: rein und beim nächsten Mal wieder rausfliegen. Wie muss man sich das denn vorstellen? Wie nachhaltig

00:18:52: sind dann auch so diese Benennung oder diese Rundabstufungen? Und vor allem, wie wirkt sich das

00:18:57: denn auf diese Werte dann aus? Also generell würde ich ja sagen, wenn ich als Unternehmen auf einmal

00:19:02: jetzt in den DAX aufsteige, das ist ja ein super Zeichen, dann ist mein Unternehmen groß, dann ist

00:19:06: das eines der wichtigsten Unternehmen in Deutschland. Umgekehrt ist es ja eher ein schlechtes Zeichen,

00:19:10: wenn ich da rausgenommen werde, oder? Kann man das so einfach sagen? Ja, natürlich, es hat schon

00:19:14: Signalwirkung, ob ich jetzt in der ersten Börsliga mitspiele oder nicht, gar keine Frage. Für die

00:19:20: Kursentwicklung der Unternehmen ganz konkret ist es jetzt kein neuer Impuls, denn die Auf- und

00:19:27: Abstiegskandidaten, die werden ja schon gehandelt sozusagen, das ist ja grob bekannt oder man kann

00:19:35: die Wahrscheinlichkeiten ja schon ausrechnen, wer da auf und ab steigt. Für den Index hat es auch

00:19:39: keine große Bedeutung am Ende des Tages, weil die Unternehmen relativ kleinige Wichtungen haben.

00:19:43: Also das Regelwerk, da wird es ein bisschen technisch, ohne jetzt in alle Details da reinzugehen,

00:19:50: es gibt im Grunde um zwei Dinge, die eingehalten werden müssen. Einmal formale Kriterien, wie

00:19:56: man sich qualifiziert. Also man muss am regulären Markt notiert sein, man muss eine gewisse Streubesitzquote

00:20:04: haben, man muss regelmäßig einen testierten Jahresabschluss vorlegen und so weiter und

00:20:07: sofort, also es sind formelle Kriterien und das zweite und das ist das Entscheidende, es kommt

00:20:12: eben auf die Marktkapitalisierung der Unternehmen drauf an und da gibt es regelmäßige Überprüfungstermine

00:20:18: und vor diesen oder regelmäßig werden ja auch Rang-Listen erstellt, wo stehe ich von der

00:20:26: Marktkapitalisierung, auf welcher Rangfolge und dann gibt es Kriterien, nennt sich Fastentry oder

00:20:34: Regular, aber das würde ich jetzt gar nicht so sehr vertiefen wollen, also am Ende des Tages

00:20:38: unterscheidet sich das einfach darin, wie stark ich sozusagen vom Platz 40 in der Rangfolge

00:20:46: abweiche nach unten oder nach oben und das wird regelmäßig überprüft, 4 mal im Jahr und jetzt im

00:20:52: September ist eben so ein regulärer Überprüfungstermin und wenn ich da eben sozusagen schlechter als

00:21:01: auf Rang 53 stehe, dann steige ich eher mal ab, also wir haben 40 Titel im DAX, wenn der

00:21:06: Marktkapitalisierung schlechter als 53 ist, dann steige ich ab zum Überprüfungstermin und auf der

00:21:13: anderen Seite, wenn ich eben hier besser als auf Rang 33 bin, dann steige ich eben auf. Das heißt also

00:21:22: mal guckt schon so ein bisschen drauf, es ist jetzt nicht so, dass man sagt, okay du bist jetzt auf

00:21:25: 41 gefallen, du fliegst sofort raus, sondern das hat schon so ein bisschen, sag ich mal so ein

00:21:30: nachhaltiger Aspekt auch, dass man nicht so einen dauernden Wechsel hat, sonst müsst

00:21:33: man ja permanent eigentlich die Gewichtungen verschieben, weil gerade bei kurzfristigen

00:21:36: Aktienmarktbewegungen wird es ja sonst heißen, wenn ich mal einen Hype habe, zum Beispiel in

00:21:41: einem Wert, dann kommt er rein und im nächsten Mal fliegt er wieder raus, das macht ja irgendwie

00:21:44: auch keinen Sinn. Genau, also das könnte im schlimmsten Fall mal passieren, wenn wir so

00:21:49: einen super volatilen Titel haben, aber es gibt eben reguläre Überprüfungstermine, es gibt eben

00:21:53: diese Hürden, die erreicht werden müssen, also muss schon eine deutliche Bewegung dann sein und es

00:21:58: wird eben auch Durchschnittskurse genommen und von daher glättet das etwas raus, aber es gibt

00:22:06: ja durchaus auch Beispiel in der DAX-Historie, wo Titel ab und wieder aufgestiegen sind. Ja,

00:22:12: sicherlich sehr wie beim Fußball, wahrscheinlich. Du hast jetzt eben schon gesagt, so mit dem

00:22:16: Regular Entry, Fast Entry und so weiter, was es da alles gibt, das lassen wir mal außen vor,

00:22:20: dennoch habe ich eine Frage dazu, es gibt ja sicherlich auch Sondersituationen im DAX,

00:22:24: also nehmen wir mal das berühmte Wirecard-Beispiel, was ist denn in solchen Situationen, also wenn

00:22:29: Unternehmen jetzt echt in eine Schieflage gerät oder ja in dem Fall tatsächlich ja durch kriminelle

00:22:34: Machenschaften da in der Schieflage gerät, wie wird denn damit umgegangen, da muss es ja wahrscheinlich

00:22:39: dann deutlich schneller gehen, oder? Absolut, also das sind jetzt ja die regulären Überprüfungstermine,

00:22:44: von denen wir sprechen, die eben 4 mal im Jahr stattfinden. Wir sind jetzt nicht darauf eingegangen,

00:22:50: dass natürlich auch außerordentliche Gegebenheiten gibt, also einmal über das unrühmliche Beispiel

00:22:55: Wirecard, was du jetzt zitierst, aber es können ja auch andere Themen sein, Unternehmen können

00:23:00: aus freien Stücken den Index verlassen, wie wir es eben bei der Linde gesehen haben, Unternehmen

00:23:06: können übernommen werden. War Mannes Mann zum Beispiel, haben wir das gesehen? Ja, genau. Diese

00:23:12: Themen, es kann Spin-offs geben und so weiter. Und da wird dann natürlich außer der Reihe direkt

00:23:18: reagiert. Wenn man jetzt so drauf schaut, so der normale Mensch so in Deutschland sagt dann, ja,

00:23:25: ich gucke mir den Dachs an und dann weiß ich, wie es um die deutsche Wirtschaft bestellt ist. Das

00:23:29: kann man ja eigentlich so nicht mehr sagen, weil wenn man mal reinguckt in diese Werte,

00:23:33: die da drin sind, das sind ja nun die größten der Großen eigentlich und die sind eigentlich auch

00:23:37: alle international aufgestellt. Da ist ja kein Wert von dem, du sagst, der ist nur in Deutschland

00:23:42: tätig, die ist ja meistens tatsächlich international tätig. Ist das der Grund, warum man sagen kann,

00:23:48: na ja, der Dachs an sich ist eigentlich gar kein Gratmesser mehr für die deutsche Volkswirtschaft.

00:23:51: Das müsste man viel breiter fassen. Ja, man muss ja sagen, der Dachs ist zum Glück kein

00:23:57: guter Gratmesser für die deutsche Volkswirtschaft, denn wir haben es eingangs besprochen. Also,

00:24:04: wir haben wirklich eine tiefe Krise in der deutschen Volkswirtschaft. Wir haben seit fünf

00:24:08: Jahren keinen Wachstum und in diesen fünf Jahren haussiert der deutsche Aktienmarkt. Wir haben

00:24:14: jetzt in den letzten fünf Jahren rund 85% zugelegt. Allein an dieser riesigen Diskrepanz sieht man,

00:24:22: dass der Dachs also kein guter Gratmesser für den Zustand der deutschen Volkswirtschaft ist und

00:24:27: das liegt vor allen Dingen einfach an der Zusammensetzung. Also die kriselnden Branchen spielen

00:24:34: im Dachsebene untergeordnete Rolle. Es sind aber für die Volkswirtschaft natürlich nach wie vor

00:24:39: wichtig und wir sehen, dass sich die Zusammensetzung im Dachs eben auch im Zeitverlauf verändert hat.

00:24:47: Der Dachs läuft da den realwirtschaftlichen Anpassungsprozessen und Veränderungen durchaus

00:24:55: ein Stück weit vorweg und deswegen muss man auch sagen, dass das, was der Dachs jetzt abbildet mit

00:25:03: einer hohen Gewichtung von auch den Zukunftsbranchen, also wirklich den Megadrendbranchen, dass das genau

00:25:11: das ist, was den Dachs trägt und auch jetzt sinnbildlich dafür, wenn wir jetzt über die

00:25:17: Anpassungen sprechen, ja es steigt eben hier eine Porsche beispielsweise wahrscheinlich ab und

00:25:21: ein Satorius also aus dem Gesundheitssektor, also hier auch wieder die gebeutelten Branchen,

00:25:28: also sozusagen eine Fortsetzung dieses Trenns und auf der anderen Seite haben wir mit Naghea oder

00:25:33: der Scout eben Unternehmen, die aus der Industrieautomatisierung kommen, die wirklich in

00:25:37: Zukunftstechnologien drin sind oder eben im Bereich der Digitalunternehmen zugeordnet werden.

00:25:43: Von daher ist es die Zusammensetzung aktuell kein Spiegelbild der deutschen Wirtschaft und

00:25:50: Gottes Willen, aber die Veränderungen im Zeitablauf, die spiegeln sehr, sehr gut wieder in welche

00:25:57: Richtung sich die Volkswirtschaft entwickelt und wie die Markterwartungen denn liegen,

00:26:02: in welche Richtung diese Entwicklung weiter vorangeschritten werden sollte. Schauen wir noch

00:26:07: mal ganz kurz auf die Performance des Dachs, also was du schon gesagt, die Branchen verschieben sich,

00:26:11: beispielsweise Einzelhandel spielt kaum noch eine Rolle, wenn überhaupt, ich sehe überhaupt noch

00:26:15: ein Einzelhandelswert drin, ich glaube fast keiner, wenn da sind es nur Dienstleistungen,

00:26:19: die um den Einzelhandel gebaut sind im Endeffekt, wie spiegelt sich denn diese Veränderung der

00:26:25: Branchen, gerade wenn wir jetzt so Megatrends betrachtet wie Infrastruktur, Rüstung, IT etc.,

00:26:30: wie spiegelt sich das denn in der Performance vom Dachs wieder? Ja, das sind die Treiber auch

00:26:37: für die Performance, also wenn man sich das mal anschaut, so seit 2022, da waren wir das letzte

00:26:45: Mal so bei 16.000 Punkten im Dachs und wenn man sich jetzt die zweieinhalb Jahre seitdem mal anschaut,

00:26:54: sind wir fast 8.500 Punkte höher und diese 8.500 Punkte, die lassen sich ganz klar vier Themen

00:27:01: zuordnen und die sind eben wirklich diese Megathemen sozusagen Infrastrukturverteiligung,

00:27:10: Finanzen durchaus und KI, wenn man die SAP nimmt, die SAP hat in dem Zeitraum 1.600 Punkte zugelegt

00:27:17: oder beigetragen, also rund 20 Prozent der Dachs Performance geht in diesen zweieinhalb

00:27:22: Jahr nur auf die SAP zurück. Ähnlich viel zum Dachsanstieg haben die zwei Konzerne Airbus und

00:27:29: Rheinbeteil beigetragen. Naja und wenn man sich die Siemens, Siemens Energy Telekom anschaut,

00:27:37: dann kommen da nochmal rund 30 Prozent der Dachs Performance her. Also man sieht,

00:27:43: es sind wirklich wenige Unternehmen, das ist aber auch nicht anders zu erwarten in einem

00:27:49: regionalen Index wie dem Dachs, weniger Unternehmen aus, aber durchaus eben Zukunftsthemen und die

00:27:56: waren verantwortlich für die Performance. Die haben das wirklich maßgeblich beeinflusst.

00:28:01: Jetzt sehen wir eine Veränderung beim Dachs, das heißt es kommen neue Werte dazu. Was heißt das

00:28:06: für die Zukunftsaussichten, sagst du okay, das sind, der Dachs wird jetzt richtig zukunftsfest oder

00:28:11: was hat das für einen Einfluss auf die Performance und vor allem, was sind denn die

00:28:16: potentiellen Werte, die reinkommen und die rauskommen? Ich glaube das haben wir noch gar nicht

00:28:19: gesagt. Ja also die Auswechslung spielen jetzt für den Kursausblick wirklich keine Rolle. Das

00:28:25: muss man ganz klar so sagen, das ist, weil die Absteiger und Aufsteiger einfach zu geringe

00:28:32: Werte haben werden. Also Absteiger, Porsche, Satorios, Aufsteiger, GEA und Scout. Das spielt sich

00:28:39: aber wirklich in dem Prozentbereich ab, der jetzt keinen Unterschied machen wird, dann am

00:28:44: Ende des Tages für den Kursausblick. Dafür sind die Gewichtungen einfach zu geringen. Entscheidend

00:28:49: für den Ausblick und den Kursverlauf des Dachs in den kommenden Quartalen sind, naja, sind zwei

00:28:57: Dinge. Also einmal natürlich wie entwickeln sich die globalen Rahmenbedingungen. Der Dachs kann

00:29:04: sich nicht von den globalen Rahmenbedingungen freimachen und da muss man ganz klar sagen,

00:29:09: trotz aller Krisendiskussion, Geopolitik die Rahmenbedingungen sind erstaunlich intakt,

00:29:16: was die globale Wirtschaft anbelangt. Also von daher kann man diesen ersten Punkt schon mal ja

00:29:22: zumindest ganz konstruktiv auf die Weiterentwicklung des Dachs blicken. Der zweite Punkt, der hängt

00:29:30: natürlich dann damit zusammen. Wie können sich denn diese Geschäftsmodelle, die jetzt gerade

00:29:34: den Dachs nach oben treiben, ja, wie können die sich in Zukunft weiterentwickeln? Und da ist

00:29:41: natürlich die Erwartungshaltung mittlerweile auch hoch, ganz klar, denn es ist der Aktienmarkt

00:29:48: diskontiert der zukünfte Entwicklung, also er nimmt ja für sich in Anspruch sozusagen zukünftige

00:29:54: Entwicklung heute schon zu erkennen und abzugreifen. Und was jetzt passiert ist, ist, dass gerade in

00:29:59: diesen Megadrend-Themen auch im Dachs die Kursgewinnverhältnisse, die Bewertungen natürlich

00:30:04: angestiegen sind. Also die notieren natürlich mittlerweile zu Bewertungen, so zwischen 20-30

00:30:12: fachen Kursgewinnverhältnissen. Und das signalisiert, dass der Markt den Unternehmen schon auch in

00:30:18: Zukunft viel zutraut, aber sie müssen natürlich jetzt in den nächsten Quartalen auch unter Beweis

00:30:21: stellen, dass sie danach und nach mit ihrem operativen Geschäft auch weiter in diese Erwartung

00:30:27: reinwachsen können. Und das erhöht natürlich so ein bisschen die Risiken, immer dann, wenn es ein

00:30:35: Stück weit Gegenwind gibt, kann dann auch mal so eine gewisse Korrektur dann mal drohen. Allerdings

00:30:42: muss man ganz klar sagen, dass die Geschäftsmodelle wirklich sehr gut sind. Wir haben hervorragende

00:30:48: Unternehmen im Dachs drin, die eben in diesen Zukunftsthemen auch global vernünftig aufgestellt

00:30:55: sind. Also zwischenzeitliche Enttäuschung, die mit den hohen Erwartungen verknüpft sind,

00:31:00: die sind normal, mit denen sollte man rechnen. Aber am grundsätzlichen Trend wird das sicherlich

00:31:08: nichts ändern. Und wenn wir das dann sehen, gepaart mit einer weiter wachsenden Weltwirtschaft,

00:31:15: dann spricht es langfristig weiter für Aktien und sicherlich auch für unseren heimischen Aktienmarkt.

00:31:22: Joachim, vielen Dank für den kleinen Exkurs, den wir heute gemacht haben hier rund um den Dachs,

00:31:28: die Auf- und Absteiger. Ich fand es super spannend, mal so ein bisschen hinter die Kulissen quasi zu

00:31:32: blicken. Also wie funktioniert es eigentlich mit dem Dachs? Was kommt da eigentlich raus? Wie

00:31:37: steigen die auf? Wie steigen die ab? Vielen Dank. Also dafür für diese kleine, ja fast eine kleine

00:31:41: Lehrstunde, muss ich mal sagen. Also ich habe zumindest viel gelernt. Ich hoffe unsere Zuhörerinnen

00:31:46: und Zuhörer auch. Wir machen für heute, zumindest hier im Podcast, mal Feierabend. Ich kümmer mich

00:31:51: jetzt um die Veröffentlichung. Du machst wieder Studien und wälst irgendwelche Daten und Zahlen

00:31:56: durch die Gegend. Vielen Dank auf jeden Fall fürs Zuhören an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Und

00:32:02: wenn Sie Fragen haben rund um den Podcast, rund um die Themen im Podcast, um den Dachs zum Beispiel,

00:32:07: wie ist es eigentlich genau? Vielleicht haben wir irgendeine Frage nicht beantwortet. Dann schreiben

00:32:11: Sie uns einfach ganz formlos eine E-Mail an podcast@dk.de und wir bauen die Frage dann in

00:32:16: eine der nächsten Folgen mit ein. Das war es von uns für heute. Macht es gut und bis bald. Tschüss.

00:32:46: [Musik]